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Den Schätzen auf der Spur

Seddin Den Schätzen auf der Spur

Zu zwei faszinieren Führungen luden am Donnerstag der Landkreis Prignitz, das Brandenburgische Amt für Denkmalpflege sowie das Archäologische Landesmuseum an das Königsgrab nach Seddin ein. Vor Ort konnte den Archäologen hautnah über die Schulter geschaut werden und Grabungsleiter Jens May stellte aktuelle Ergebnisse vor.

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Fasziniert bestaunen die Besucher die derzeitige Ausgrabungsstelle am Königsgrab zusammen mit Grabungsleiter Jens May.

Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Seddin. Einen ganz besonderen Einblick in die Arbeit von Archäologen gab es am Donnerstag bei zwei öffentlichen Führungen am Königsgrab von Seddin. Dazu eingeladen hatten der Landkreis Prignitz, das Brandenburgische Amt für Denkmalpflege sowie das Archäologische Landesmuseum. „Wir wollen allen Interessierten das Projekt näher bringen und das in einer Nähe, wie es nicht immer möglich ist“, sagte Ortrud Effenberger von der unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises. Gleichzeitig wurden die neu aufgelegten Flyer „Zeitschätze Prignitz“ präsentiert, die Informationen zu zentralen archäologischen Orten in der Region bieten. Vor Ort stellte Grabungsleiter Jens May aktuelle Forschungsergebnisse der archäologischen Arbeiten vor und bot einen Einblick in die geschichtliche Materie um das Königsgrab von Seddin.

Ortrud Effenberger und Klaus Richter von der unteren Denkmalschutzbehörde sowie Grabungsleiter Jens May (vlnr) freuen sich über den großen Zulauf

Ortrud Effenberger und Klaus Richter von der unteren Denkmalschutzbehörde sowie Grabungsleiter Jens May (v.l.n.r.) freuen sich über den großen Zulauf.

Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Viele Besonderheiten machen das Königsgrab zu etwas Außergewöhnlichem. Nicht nur die anhand des Grabs gut nachvollziehbaren sozialen Strukturen jener Zeit, auch die immense Größe gibt den Forschern auch weiterhin Rätsel auf. „Das Königsgrab umfasst eine Größe von 3000 Quadratmetern an Grundfläche, das entspricht in etwa 30 Einfamilienhäusern“, sagte Jens May. „Der Aufwand der Menschen muss beim Bau der Anlage enorm gewesen sein.“ Der Grabhügel aus der jüngeren Bronzezeit um etwa 800 vor Christus umfasst einen Durchmesser von 62 Metern und ist circa neun Meter hoch. Im Jahr 1899 wurde die Grabkammer als solches erstmals wahrgenommen und untersucht. Doch dabei ging es hauptsächlich um die Fundstücke, nicht direkt um die Geschichte des Grabes, weiß der Leiter der Arbeiten. „Erste Erkenntnisse zum Grab bekam man erst bei Untersuchungen ab dem Jahr 1999.“ Vor diesen Untersuchungen sind Steine gestohlen worden, wurden Fundstücke geplündert oder an Museen verkauft, so Jens May. Einige der vor Ort entdeckten Funde kamen ins Museum nach Berlin, gingen verloren oder wurden kopiert.

Grabungsleiter Jens May erklärt, wie bei den Grabungen vorgegangen wird

Grabungsleiter Jens May erklärt, wie bei den Grabungen vorgegangen wird.

Quelle: Marcus J. Pfeiffer

„Ende des Jahres läuft unser Förderprogramm zur archäologischen Untersuchung des Königsgrabes aus“, informiert der Grabungsleiter. Seit 2013 wird aktiv mit Hilfe von verschiedenen Förderungen nach neuen Erkenntnissen geforscht. „Wir haben hier eine der reichsten und größten Fundstellen im nördlichen Europa. Man erkennt Strukturen, das ist woanders nicht so“, ergänzt Jens May. Ziel der Arbeiten war es, das Königsgrab so weit wie möglich zu rekonstruieren, und das wurde geschafft. Dabei sollte nichts zerstört werden, alles bleibt auch nach den Arbeiten erhalten, das war den Archäologen sehr wichtig. „Jede Grabung bringt neue Erkenntnisse. Wir haben hier noch lange nicht alles entdeckt und erforscht“, betont der Grabungsleiter.

Zugang ins Innere des Hügels zu einer der alten Grabkammern

Zugang ins Innere des Hügels zu einer der alten Grabkammern.

Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Die archäologischen Arbeiten sind ein gemeinsames Projekt zwischen vielen Beteiligten. „Wir wollen die Region beleben und dafür gewisse Rahmenbedingungen schaffen“, sagte Ortrud Effenberger von der unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises. Der Tourismus soll gestärkt und unterstützt werden. Die Denkmalpflege umfasst unter anderem dem Punkt Archäologie, wofür sich die Behörde ebenso einsetzt. „Wir schaffen Netzwerke, fördern die Arbeiten und holen Drittförderer mit ins Boot“, ergänzt Ortrud Effenberger. So ist es kein seltenes Bild, dass Studenten aus Berlin und Göttingen sich an den Arbeiten beteiligen.

Von Marcus J. Pfeiffer

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