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Denkmal des Monats steht in Lenzen

Ehemaliges Hotel ausgezeichnet Denkmal des Monats steht in Lenzen

Das ehemalige „Deutsche Haus“ in Lenzen ist von der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ als Denkmal des Monats ausgezeichnet worden. Das Gebäude diente lange Zeit als Hotel. Heute hat sich die Nutzung des Hauses grundlegend gewandelt.

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Perlebergs Bauamtsleiter Hagen Boddin überreichte Plakette und Urkunde an Bürgermeister Christian Steinkopf und Susanne Gerstner vom Trägerverbund „Burg Lenzen“, der das „Deutsche Haus“ betreibt.

Quelle: Kerstin Beck

Lenzen. „Dieses Haus ist aber ganz gut erhalten für sein Alter!“ frotzelte Lenzens Bürgermeister Christian Steinkopf zur Begrüßung der Gäste, die am Donnerstag zum Gebäude Hamburger Straße 49 gekommen waren, um eben gerade diesen Zustand zu würdigen. Denn: Das ehemalige „Deutsche Haus“ ist nicht nur von 2013 bis 2015 als Modellvorhaben der Kombiförderung Städtebau/Ländliche Entwicklung für etwa anderthalb Millionen Euro mit finanziellen Mitteln des Bundes, des Landes und der Stadt sowie des Europäischen Landwirtschaftsfonds saniert worden – es wurde zudem als „Denkmal des Monats“ von der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ ausgezeichnet.

Gekommen war dazu Perlebergs Bauamtsleiter Hagen Boddin, der als Vertreter der „Arbeitsgemeinschaft Nachbarstadt“ den Lenzenern Plakette und Urkunde des Arbeitskreises überreichte: „Ich freue mich sehr, diese Ehrung vornehmen zu dürfen“, sagte Hagen Boddin.

31 Städte sind Mitglied der Arbeitsgemeinschaft

Bauamtsleiterin Sieglinde Seidel informierte dazu: Die Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“, in der Lenzen seit Mai 1992 Mitglied ist und zu der insgesamt 31 brandenburgische Städte gehören, zeichne schon seit längerer Zeit Denkmale des Monats aus. „Wir haben uns mit dem sanierten Gebäude für dieses Ziel beworben und freuen uns, dass wir als kleine Stadt damit geehrt werden!“

Die Bauamtschefin wies aber noch auf etwas anderes hin: „Von besonderer Bedeutung ist die handwerkliche Nutzung im Denkmal, doch diese ist dank der Filzschauwerkstatt, die wir damit vom Stadtrand in die Innenstadt geholt haben, anders als früher.“

Mit dem Einspänner Gäste vom Bahnhof abgeholt

„Handwerklich“ wurde das prägnante und das Stadtbild beherrschende Eckgebäude jedoch nie genutzt. Nachdem der Vorgängerbau 1703 ein Opfer des verheerenden Stadtbrandes geworden war, wurde gegen Mitte des 18. Jahrhunderts das heutige Gebäude errichtet. Bekannt als „Deutsches Haus“, welches sich als ältestes und „bestes Haus am Platze“ anpries und älteren Lenzenern als „Meier“ – so hieß der letzte Besitzer und Betreiber – bekannt war, diente das zweistöckige Fachwerkhaus als Hotel. Es hat schon Joseph von Eichendorff, Gebhard Leberecht von Blücher und Karl May beherbergt. Wer weiß, wer hier noch alles eingekehrt ist: denn „Meiers Omnibus“ – das war nichts anderes als ein Einspänner – stand stets, auf etwaige Gäste wartend, bei der Ankunft eines Zuges am ein Kilometer entfernten Bahnhof. Gerühmt wurde auch die Gastronomie in der Einrichtung, in der es nicht nur zu allen möglichen gesellschaftlichen Vergnügungen eine vielfältige gutbürgerliche ­Küche gab.

Das Bild hat sich jetzt vollkommen gewandelt. Als „Lenzener Auenforum“ wird im Obergeschoss des Hauses nunmehr gemeinsam mit der dort stationierten Naturwacht Forschungs- und Bildungsarbeit geleistet. „Wir sind froh und glücklich, so viele Partner dafür gefunden zu haben“ freute sich Susanne Gerstner vom Trägerverbund Burg Lenzen, der das „Deutsche Haus“ betreibt.

Aber ein kleines bisschen sei es jedoch noch wie früher: Studierende, die auf der Burg Projekte durchführen, können hier auch übernachten. Es gibt eine Kochwerkstatt, und ab 17 Uhr öffnet ein kleines Nachtlokal.

Von Kerstin Beck

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