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Denkmalpflegepreis für den Hof „Heinecke“

Brandenburg/Unbesandten Denkmalpflegepreis für den Hof „Heinecke“

Für sein denkmalpflegerisches Engagement auf dem Gesamtensemble Hof „Heinecke“ in Unbesandten erhielt der Verein für Kunst, Kultur und Denkmalpflege BBM am Freitag in Brandenburg von Kulturministerin Martinas Münch einen von drei Denkmalpflegepreisen. Die Geehrten retten den Hof vor dem Verfall.

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Mit Liebe saniert: Hof „Heinecke“ in Unbesandten.

Quelle: Landkreis Prignitz

Brandenburg/Unbesandten. Kulturministerin Martina Münch hat am gestrigen Freitag im Paulikloster in Brandenburg an der Havel die Denkmalpflegepreise überreicht. Zu den drei Preisträgern gehört der vom Landkreis Prignitz vorgeschlagene Verein für Kunst, Kultur und Denkmalpflege BBM, vertreten durch Janneke Schönenbach und Olaf Arndt, dessen Engagement für die Erhaltung und Restaurierung der Hofanlage „Heinecke“ in Unbesandten gewürdigt wurde. Darüber informierte am Freitag der Landkreis Prignitz.

Die Eigentümer haben es verstanden, durch eine behutsame detailgetreue Reparatur die alten Baustrukturen wiederzubeleben und einen Kommunikationsort für Kunst und Kultur zu schaffen. Mit dem Denkmalpflegepreis 2016 geht dem Verein für Kunst, Kultur und Denkmalpflege BBM ein Preisgeld in Höhe von 5000 Euro zu.

Der ehemalige Bauernhof „Heinecke“ liegt Am Elbdeich in Unbesandten, einem kleinen Marschhufendorf in Lenzerwische (Amt Lenzen-Elbtalaue). Zur Hofanlage, die 2004 wegen ihrer baugeschichtlichen, volkskundlichen und städtebaulichen Bedeutung in das Denkmalverzeichnis des Landes Brandenburg eingetragen wurde, gehört ein giebelständig zum Deich ausgerichtetes Niederdeutsches Hallenhaus von 1726, ein rechtwinklig dazu stehendes Wohnhaus von 1858 und zwei Wirtschaftsgebäude, darunter eine Durchfahrtsscheune von 1719.

Otto Fick gehörte der Hof zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Er hatte keine Erben, seine Söhne waren im Krieg gefallen. In den 1940er Jahren verwahrloste der Hof. 1949 fand Otto Fick in Bruno Heinecke einen Hoferben. Dieser hatte die Tochter des Hausherren geheiratet. Die Familie pflegte nur das Wirtschaftshaus, da es ihm als Hufschmiede und Schweinestall diente.

Zu DDR-Zeiten wegen der Grenzlage zum Sperrbezirk erklärt, gestaltete sich der Erhalt des Gebäudeensembles auf dem Hof „Heinecke“ schwierig. Unter anderem mussten wegen Schäden das alte Rohrdach und Dachwerk der Durchfahrtsscheune zu großen Teilen heruntergenommen werden. Wegen der eingeschränkten Zugänglichkeit und dem Mangel an Baumaterial wurde dieses nur noch als flaches Satteldach ausgebildet und mit Blechplatten belegt.

Nach der Wiedervereinigung stand der „Deichhof“ einige Jahre leer und ungenutzt, bis er 2012 vom gemeinnützigen Verein für Kunst, Kultur und Denkmalpflege BBM übernommen wurde. Ein Glücksfall für die Denkmale, denn mit Janneke Schönenbach, Olaf Arndt und anderen Vereinsmitgliedern verbanden sich Interessen wie Affinität zur historisch gewachsenen Bausubstanz im Kontext der Bewahrung und Förderung traditioneller Handwerkstechniken.

Für die Instandsetzungs- und Sanierungsmaßnahmen wurden qualifizierte kleine wie auch mittelständische Handwerksbetriebe ausgewählt. Erwähnenswert sind die Rohrdachdeckungen des Niederdeutschen Hallenhauses und der Durchfahrtsscheune sowie die traditionelle Fachwerkinstandsetzung mit historisch dokumentierten Zimmermannsverbindungen (Holz in Holz), aber auch die Wiederherstellung der Hofpflasterung mit Natursteinpflaster.

Zuletzt war der Hof „Heinecke“ am vergangenen Sonntag beim Tag des offenen Denkmals für die Öffentlichkeit zugänglich.

Von Beate Vogel

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