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Denkmalschutzpreis fürs Klosterstift

Heiligengrabe Denkmalschutzpreis fürs Klosterstift

Kunst, Kultur und Andacht in sanierten Gewölben – das Klosterstift Heiligengrabe hat sich in den vergangenen 20 Jahren zu einem der landesweit schönsten Kleinode verwandelt. Für ihr Engagement um den Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudeensembles wurden nun zwei Äbtissinnen mit dem Deutschen Denkmalschutzpreis ausgezeichnet.

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Neues Gräberfeld auf Friedhof geschaffen

Besonders in der Klosterkirche (rechts) wurde viel saniert.

Quelle: Christian Bark

Heiligengrabe. Als sie vor 18 Jahren erstmals ihre neue Wirkungsstätte im Klosterstift Heiligengrabe besuchte, erlebte die damals noch als Pastorin in Karlsruhe tätige Friederike Rupprecht keine blühende Landschaft. „Ich hatte den Eindruck, dass hier gar kein Leben auf dem Klostergelände herrscht“, erinnerte sie sich im MAZ-Gespräch. Denn die Diakonissen waren kurz zuvor in den benachbarten Friedenshort umgezogen und auch die Gebäude hatten schon bessere Zeiten gesehen.

Drei Jahre später trat die damals 60-jährige Rupprecht das Ehrenamt der Äbtissin im Stift an, mit folgenden Ideen: Heiligengrabe sollte sich wieder zum geistlichen Ort entwickeln. Es sollte ein Konvent aus Stiftsfrauen entstehen, Kulturangebote sollten geschaffen und das Museum wiederbelebt werden – eventuell würde es wieder eine Schule auf dem Gelände geben.

Alt-Äbtissin Friederike Rupprecht

Alt-Äbtissin Friederike Rupprecht.

Quelle: Christamaria Ruch

Die ambitionierten Vorhaben blieben keine leeren Worthülsen, Stück für Stück wurden die Ideen der Äbtissin und ihrer Unterstützer realisiert. Heute ist das Stift Ort kultureller Veranstaltungen wie Konzerte oder Lesungen. „Anfangs hat mich die Fülle dieser Aufgaben überfallen und es war nicht abzusehen, ob alles überhaupt finanziert werden kann“, gestand Friederike Rupprecht ein. Doch nach und nach fanden sich im Ort Mitstreiter – zum Beispiel die Gemeinde Heilgengrabe. „Wir haben uns auch in einer Vermittlerfunktion zwischen dem Klosterstift und anderen Akteuren unserer Region gesehen“, betonte Heiligengrabes Bürgermeister Holger Kippenhahn (Linke). So habe sich der im Ort ansässige Holzwerkstoffhersteller Swiss Krono an der Sanierung der Legendentafeln in der Stiftskirche über Vermittlung der Gemeinde finanziell beteiligt.

Zwölf Millionen Euro flossen in Sanierung

In Rupprechts 14-jähriger Amtszeit konnte aus baulicher Sicht viel für das Gebäudeensemble erreicht werden. Durch die Anerkennung als Baudenkmal von nationaler Bedeutung flossen große Mengen an Fördergeldern in die Stiftskirche. Insgesamt zwölf Millionen Euro wurde bislang auf dem Gelände verbaut. Zu 70 Prozent ist der Ausbau der Gebäude abgeschlossen.

Die Auszeichnung


werden seit 1979 jährlich vom Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz vergeben. Adressaten sind Institutionen und Persönlichkeiten, die einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung und Rettung von Gebäuden, Ensembles, Altstadtkernen, Dörfern und archäologischen Denkmälern geleistet haben.


Preisträger in Brandenburg
waren unter anderem bereits der Förderverein Schlossmuseum Wolfshagen (Landkreis Prignitz), der Verein Baudenkmal Berufsschule Bernau (Landkreis Barnim) sowie die Eisenhüttenstädter Wohnungsbaugenossenschaft (Landkreis Oder-Spree).

Weitere Informationen
hier.

Für einige der bisher unsanierten Gebäude gibt es auch schon neue Nutzungskonzepte. So sollen das Luisenhaus und das ehemalige Waschhaus bald zu einem Hospiz umgestaltet werden, zumindest wenn es nach der neuen Äbtissin Erika Schweizer geht, die Friederike Rupprecht im Januar 2016 im Amt nachfolgte. Im Zuge der 2019 im benachbarten Wittstock stattfindenden Landesgartenschau sollen auch die Klosterteiche saniert werden und als Nebenattraktion der Veranstaltung dienen, wie Holger Kippenhahn informierte.

Glückwünsche vom Ministerpräsidenten

Dass sich der Jahrzehnte lange Einsatz für den Erhalt und Ausbau des Klosterstifts gelohnt hat, zeigt nun auch eine ganz besondere Auszeichnung, die der Einrichtung zuteil wurde: stellvertretend für alle mit dem Objekt verbundenen Akteure nahmen Friederike Rupprecht und Erika Schweizer am Montag den wichtigsten deutschen Denkmalschutzpreis entgegen. Beide erhielten die „Silbernen Halbkugeln“. Sie gehören damit zu zehn Personengruppen und Persönlichkeiten, die den Preis des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz (DNK) in diesem Jahr in Görlitz bekamen. In der Begründung hieß es, dass die Frauen sich 20 Jahre für die Sicherung und Wiederherstellung des umfangreichen und teilweise stark gefährdeten Ensembles eingesetzt hätten. Rupprecht zeigte am Rande der Feier in Görlitz große Freude. „Die größte Herausforderung bei der Arbeit für die historischen Anlage liegt für uns darin, für jedes Gebäude die passende Nutzung zu finden“, sagte sie der dpa.

Höchst erfreut zeigte sich auch Holger Kippenhahn über die Auszeichnung. „Das ist eine Würdigung aller am Erhalt dieses so wichtigen Denkmals Beteiligten“, sagt er. Glückwünsche kamen auch von Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). „Unser Land verdankt dem Einsatz Ihrer Vorgängerin und vieler weiterer engagierter Frauen die Erhaltung eines echten Juwels. Es glänzt mittlerweile unübersehbar und ist ein Anziehungspunkt für viele Menschen geworden“, so Woidke in seinem Glückwunschschreiben.

Von Christian Bark und Christamaria Ruch

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