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Deponiebetreiber sollen Gutachten vorlegen

Luggendorf Deponiebetreiber sollen Gutachten vorlegen

Bevor ein Antrag zur Errichtung einer Bauschuttdeponie in Luggendorf gestellt werden kann, muss ein Artenschutzgutachten erstellt werden. Das erfuhren die Mitglieder des Groß Pankower Bauausschusses und etwa 15 interessierte Luggendorfer am Montag. Kritiker zweifeln indes daran, ob es ein Landesinteresse an einer Deponie gibt.

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Noch herrscht in der ehemaligen Kiesgrube Luggendorf Ruhe. Die Besitzer wollen dort eine Deponie errichten.

Quelle: Andreas König

Groß Pankow. Noch liegt der Gemeinde Groß Pankow kein Antrag auf Errichtung einer Deponie in der ehemaligen Kiesgrube Luggendorf vor. Aber die potenziellen Betreiber von der Firma Deponie Luggendorf, die zu den PS Kieswerken in Groß Buchholz bei Perleberg gehört, verfolgen ihre Pläne weiter.

Deutlich wurde das in de Sitzung des Bauausschusses der Gemeinde Groß Pankow. Das Gremium befasset sich am Montagabend fast eine Stunde lang mit dem Thema. „Allerdings war die Atmosphäre sehr ruhig und sachlich“, schätzte Ausschussmitglied Peter Schröder aus Tüchen ein. Bei einer Einwohnerversammlung im April dieses Jahres hatte es eine sehr emotional geführte Debatte zum Thema gegeben.

Ehe der Antrag zur Umnutzung der stillgelegten Kiesgrube in Lugendorf zu einer Bauschuttdeponie überhaupt gestellt werden kann, muss ein Artenschutzgutachten erstelle werden, erfuhren die Mitglieder des Ausschusses und etwa 15 Luggendorfer, welche die Sitzung interessiert verfolgten. Die dafür notwendige Untersuchung werde ein ganzes Jahr in Anspruch nehmen hieß es.

Während bei der ersten Zusammenkunft eine Vertreterin des Landesumweltamtes versichert hatte, es gebe einen gestiegen Bedarf an derartigen Deponien, habe ihr ein Vertreter derselben Behörde zunächst versichert, es gebe keinen Bedarf, sagte Freifrau Caroline von Wolff. Die in Bullendorf lebende Kritikerin der Deponiepläne wollte sich zu dem Thema noch einmal genauer informieren, sagte sie der MAZ. Fest steh wohl, dass nach einer Gesetzesnovelle Bauschutt nicht mehr als Untergrund für neue Bauten genutzt werden dürfe.

Beinahe noch größere Bedenken als gegen den eigentlichen Betrieb der Deponie hegen die Luggendorfer und ander Anwohner wegen des zu erwartenden Verkehrsaufkommens. Die von den künftigen Betreibern genannten zwei Lkw pro Stunde seien lediglich ein durchschnittlicher Richtwert, auf dessen Einhaltung sie sich nicht festlegen wollten, hieß es. „Auf dem Weg zur Deponie fahren die Lastwagen an Schulen und Kitas vorbei“, kritisierte Caroline von Wolff. Von den großen Lastwagen gehe nicht nur seine Abgas- Staub- und Feinstaubbelastung aus, auch der Lärmpegel sei eine nicht zu unterschätzende Gesundheitsgefahr. Zudem sei die Deponie laut den Plänen der Betreiber schon jetzt von 5,2 Hektar im April auf nunmehr 5,5 Hektar gewachsen. Ihren Recherchen zufolge sei bisher noch jede Deponie, die genehmigt wurde erweitert worden.

Die Gemeinde Groß Pankow stellt sich, wie bei Plänen für Windkraftanlagen auf den Standpunkt, dass sie eine Mitspracherecht bei den Planungen nur habe, wenn sie diese unter Auflagen befürworte. Verweigere die Gemeinde das Einvernehmen, sei es möglich, dass die Betreiber ihre Ziele über ein Verfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz umsetzen.

Unternehmer Horst Kitzmann aus Luggendorf verwies auf den Wertverlust seiner Grundstücke. Der Widerstand gegen die Deponiepläne werde fortgesetzt, sagte er.

Von Andreas König

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