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Prignitz Der Brexit, auf 22 Seiten gestickt
Lokales Prignitz Der Brexit, auf 22 Seiten gestickt
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02:20 25.05.2018
In liebevoller Kleinarbeit hat Brigitte Mierau alle schrecklichen Details zum Brexit festgehalten. Quelle: Bernd Atzenroth
Laaslich

Es war unübersehbar, dass die aktuelle politische Entwicklung sich in der Ausstellung widerspiegelt, die derzeit im Kunsthaus Kirschbluethe in Laaslich (Gemeinde Karstädt) zu sehen ist. Gleich links neben dem Eingang hängt eine US-Flagge, die auch das Konterfei von Donald Trump ziert.

Aber noch mehr beschäftigt sich die in England lebende Künstlerin Brigitte Mierau mit dem Brexit, sehr nachdrücklich in ihrer „Brexit-Tapestry“ zu sehen: einer Art Stoffkalender und dem berühmten Teppich von Bayeux nachempfunden. Es handelt sich um 22 handgestickte A3-Seiten, die, wenn man sie nebeneinander legen würde, um die sechs Meter messen. Dies entspricht der Länge des Bayeux Tapestry.

Wen schon der Brexit gruselt, für den ist auch die Auseinandersetzung mit Donald Trump nicht weit. Quelle: Bernd Atzenroth

Der offizielle Titel des Wandteppichs lautet:„Preliminary Notes to Self for the Making of The Brexit Tapestry“. Die 22 Seiten berichten in Notizblockform von den Anfängen des Brexit vor dem Referendum in den 60er Jahren bis zu den ersten politischen Verhandlungen zur Umsetzung im Dezember 2017 und gibt das persönliche Erleben dieses Prozesses der Künstlerin als Deutsche, die fast ihr ganzes Leben in England verbracht hat, wieder.

Galeristin Silke Tobeler hatte neben Brigitte Mierau eine weitere Mixed-Media-Künstlerin für die Ausstellung gewonnen: die Kanadierin Julie Liger-Belair. Faszinierend an den beiden findet Silke Tobeler, dass sie in ihrer Arbeit mittels ungewöhnlicher Techniken und Materialien ihre Themen setzen und erforschen.

Ungewöhnliche Techniken

Die in England lebende Künstlerin Brigitte Mierau stickt auf Stoff in Bild und Wort ihre Auseinandersetzung mit Kunst, Bildung, sozialen Ungerechtigkeiten und dem aktuellen Weltgeschehen. Mit ihren persönlichen Kommentaren öffnet sie den Raum für Diskussionen. Ganz klar stand bei ihren unglaublich detaillierten Stickereien diesmal die politische Entwicklung im Vordergrund, die Brigitte Mierau ja auch selbst betrifft. „Brexit – im Stich gelassen“ ist ihr Ausstellungsteil daher betitelt.

Die kanadische Künstlerin Julie Liger Belair schafft Ikonen aus Alltagsgegenständen. Die Verbindung von viktorianischen Fotografien mit Farbe, Holz und Metall transformieren die Werke zu poetischen Objekten, die das Spannungsfeld zwischen Ironie und Sakralem widerspiegeln. Quelle: Bernd Atzenroth

Demgegenüber schafft die kanadische Künstlerin Julie Liger-Belair Ikonen aus Alltagsgegenständen. Die Verbindung von viktorianischen Fotografien mit Farbe, Holz und Metall transformieren die Werke zu poetischen Objekten, die das Spannungsfeld zwischen Ironie und Sakralem widerspiegeln.

Ganz anschaulich zu sehen ist das an dem Gegenstand, der einen Mann zeigt und auf einer Klappe über ihm seine Frau. Öffnet man die Klappe, sieht man die Mutter. Julie Liger-Belair zeigt gerne augenzwinkernd Familiensituationen auf, geht Genderfragen nach oder fängt tragische Momente ein, in denen fantastische Welten mit der Realität verschwimmen. Julie Liger-Belair lebt mit ihrem Mann und drei Kinder in der kanadischen Metropole Toronto.

Ausstellung ist noch im Juni zu sehen

Das Kunsthaus Kirschbluethe in Laaslich hatte sich an der Aktion „Kunst offen“ beteiligt, in der vorwiegend in Mecklenburg Künstler zu Pfingsten ihre Ateliers öffnen. Aber auch in der Prignitz beteiligten sich einige Künstler und Galerien daran, neben dem Kunsthaus Kirschbluethe unter anderem die Poreper Künstlerin Gerhild Grolitsch, die für den Pfingstsonntag eigens ihr Atelier umgestaltet hat, sowie die Hamburger Künstler Fritz Timm und Joe Asmussen, deren Werke in Dallmin zu sehen waren. Auch die Boberower Moorscheune beteiligte sich an der Aktion.

Die Ausstellung im Kunsthaus Kirschbluethe kann noch an den Samstagen 2., 9. und 16. Juni jeweils von 11 bis 14 Uhr besichtigt werden.

Von Bernd Atzenroth

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