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Prignitz Der Dönermann im Kiez
Lokales Prignitz Der Dönermann im Kiez
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15:58 10.03.2017
Müslüm Kormaz arbeitet gern in seinem Karstädter Döner-Imbiss. Quelle: Martina Matuschewski
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Karstädt

Von außen sieht es wie ein normaler Döner-Imbiss aus. Betritt man den Laden, verblüfft einen das geschmackvolle Bistro-Ambiente, mit dem großzügigen Raum und den liebevoll gestalteten Sitzecken. Elegante Polsterstühle und Bänke in weißer Kunstlederoptik laden zum gemütlichen Verweilen ein. Hin und wieder sitzt ein Grüppchen plaudernd zusammen und schlürft Tee oder Kaffee. Müslüm Kormaz steht an der Verkaufstheke und freut sich über die lockere Geselligkeit in seinem Laden, auch wenn viele gar keinen Döner Kebab bestellen.

„Viele kommen zu mir, trinken einen Kaffee und wollen ein bisschen quatschen. Es gefällt mir, der Treffpunkt in Karstädt zu sein“, sagt Müslüm Korkmaz.

Erste Erfahrung im Laden seines Onkels

Das war nicht immer so. Die Anfänge in der Prignitz waren für Müslüm Korkmaz nicht ganz einfach gewesen, als erster und einziger Ausländer in Karstädt ein Geschäft zu eröffnen. Doch mittlerweile erfreut sich der Döner-Imbiss größter Beliebtheit und hat sich als „Treffpunkt“ für Jung und Alt etabliert.

Müslüm Korkmaz ist Türke, lebt aber schon Ewigkeiten nicht mehr in der Türkei. 1990, im zarten Alter von sechzehn Jahren, beschloss der, die Türkei zu verlassen und sein Glück im westlichen Europa zu suchen. Nach einem kurzen Aufenthalt in den Niederlanden ging er nach Antwerpen in Belgien, um in dem Döner-Laden seines Onkels erste Erfahrungen zu sammeln. 1998 kam er dann nach Deutschland und arbeitete ebenfalls in einem Döner-Imbiss in Rathenow. Dort hat er seine Frau Heike kennengelernt.

Mit zehn Jahren schon ein bisschen Geld verdient

Gemeinsam eröffneten die beiden 2004 ihren eigen Laden in der Prignitz-Gemeinde Karstädt, direkt neben dem Penny-Markt: „Karstädter Döner & Imbiss“ heißt das Geschäft.

Müslim Korkmaz ist es gewohnt, viel zu arbeiten und nie zu jammern. Sein Laden ist an sechs Tagen in der Woche – auch feiertags – geöffnet, und das von zehn bis 21 Uhr. Er liebt seine Arbeit, und nur zu den Hauptverkaufszeiten hilft ihm seine Frau Heike; sonst steht Müslüm Kormaz allein hinter dem Verkaufstresen.

Sein Sohn Deniz ist im Teenager-Alter, geht noch zu Schule und muss seinem Vater nicht im Laden helfen, denn er soll es besser haben. Müslüm Korkmaz vergleicht mit seiner Kindheit und resümiert: „Ich bin in sehr armen Verhältnissen aufgewachsen; mit zehn Jahren habe ich schon Fahrräder geputzt, um ein bisschen Geld zu verdienen. Mit vierzehn war meine Schulzeit vorbei, dann habe ich in einer Fabrik gearbeitet.“

Einheimische freuen sich über den Imbiss

Müslüm kommt aus „Halfeti“, einem kleinen Dorf in der Ost-Türkei, nahe der syrischen Grenze. Auf die Frage nach seinem Geburtsdatum muss er lächeln. „Ich bin am ersten Januar geboren, wie meine ganze Familie. So steht es in den Geburtsurkunden.“

Wie viele Türken damals, waren auch seine Eltern Analphabeten, und das genaue Geburtsdatum hatte niemanden interessiert.

Müslüm Korkmaz ist dankbar, in Deutschland arbeiten zu können, denn er weiß, was es bedeutet arm zu sein, keine Chancen zu haben.

Im Karstädter Kiez gibt es zwar mittlerweile drei Supermärkte, aber keinen Ort, an dem man gemütlich zusammen sitzen und ein Pläuschchen halten kann. Und so freuen sich die Einheimischen über den Döner-Imbiss, der auch gleichzeitig ein wichtiger Bestandteil des Karstädter Gemeinschaftslebens ist. Müslüm Korkmaz ist ein perfektes Beispiel für Integration.

Von Martina Matuschewski

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