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Prignitz Der Herr der Bienen
Lokales Prignitz Der Herr der Bienen
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00:17 22.07.2016
René Sperlich aus Rohlsdorf hat sein Imkereihobby zum Beruf gemacht. Quelle: Claudia Bihler
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Rohlsdorf

Der Sommer macht in diesem Jahr zur Zeit einmal mehr eine Pause – dennoch herrscht an den Bienenstöcken von René Sperlich aus Rohlsdorf noch Hochbetrieb: Die Bienen nutzen jeden Sonnenstrahl, um einen „Ausflug“ zur Bienenweide zu unternehmen, die der Imker hinterm Haus für die Tiere angelegt hat: Die Phacelia zeigt ihre letzten Blüten, der Gelbsenf ebenfalls, und eine erste Sonnenblume reckt ihren Kopf weit über die restlichen Pflanzen.

Die eigentlich Honigernte ist jedoch vorbei, Kornblumen, Akazien und Linden sind verblüht.„Die Qualität war in Ordnung“, sagt der Imker aus Rohlsdorf. „Aber die Menge war angesichts der kühlen Witterung vergleichsweise gering: Für die Honigernte ist tropisch-feuchtes Klima am besten“, meint Sperlich, „dann fließt der Nektar besonders üppig.“

Sperlichs Bienenweide in Rohlsdorf ist auch bei anderen Fluginsekten sehr beliebt. Quelle: Claudia Bihler

2009 hat René Sperlich mit der Imkerei begonnen, im Meyenburger Verein. Heute hilft er nicht nur interessierten Anfängern bei ihren ersten Schritten zur Imkerei, sondern hat sein eigenes Hobby auch zum Beruf gemacht. Angestellt ist er bei der Schauimkerei in Plau am See, dort, wo auch das Imkereimuseum angesiedelt ist. Dort ist er sozusagen der Herr über 250 Bienenvölker.

„Man hat mehr Zeitdruck“, meint er, als er nach dem Unterschied zwischen Berufs- und Hobbyimkerei gefragt wird. Auch nach der Ernte bleibt viel zu tun: Die Bienen werden mit einem Futterteig aus Puderzucker gereizt, damit die Königin noch für möglichst viel Nachwuchs sorgt. Schließlich sollen möglichst viele Winterbienen aufgezogen werden, damit das Volk gestärkt in den Winter geht. Im Anschluss werden die Völker mit Medikamenten behandelt: „Denn die Varroamilbe hat sich inzwischen überall verbreitet, es gibt keinen Imker hier, dessen Völker noch nicht befallen waren.“ Die Milbe ist vor allem gefährlich, weil sie Krankheitskeime überträgt, die beim nachwuchs zu Missbildungen führen kann.

Riemchen werden verdrahtet –, was so viel bedeutet, als dass der Imker eine Art Rohbau für den Bienenstock herstellt. Im November ist das Imkereijahr für Sperlich dann beendet: „Aber da bereitet man sich eigentlich bereits aufs kommende Jahr vor.“

Rund 40 Kilo Honig erntet René Sperlich pro Jahr und verkauft neben Honig auch Met und Honig-Eierlikör. Quelle: Claudia Bihler

Auch daheim hält der Imker noch 25 Völker. An den Bienenwagen herrscht Hochbetrieb, aber auch auf der Bienenweide tummeln sich zahlreiche Insekten: neben Hummeln auch Libellen und zahlreiche Schmetterlinge. Dass mit dem „Greening“ auch die Landwirte wieder mehr Bienenweiden schaffen, begrüßt der Imker. „Es wäre schön, wenn wir enger zusammenarbeiten könnten. Etwa wenn Spritzmaßnahmen bevorstehen, dann könnten uns besser danach richten.“

Von Claudia Bihler

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