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Der Jugendclub ist wieder auf

Lindenberg Der Jugendclub ist wieder auf

Die Älteren sind in dem Gebäude noch zur Schule gegangen, nun ist es ein Treffpunkt für Kinder und Jugendliche. Der Lindenberger Jugendclub wurde am Sonnabend nach einer umfangreichen Renovierung wiedereröffnet. Dabei kamen auch viele Erinnerungen hoch.

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Die Kinder konnten beim Tag der offenen Tür im Jugendclub mit Else Roesner (r.) Figuren bemalen.

Quelle: Britta Scharf

Lindenberg. Tausend Geschichten sind für Rainer Knurbien an das alte Gemäuer neben der Kneipe in Lindenberg, Gemeinde Groß Pankow, geknüpft. Am Sonnabend kam eine neue hinzu: Er konnte als Ortsvorsteher die Blumen zur Neueröffnung des Jugendclubs überreichen.

Der dringend renovierungsbedürftige Raum hatte in den vergangenen Wochen eine Komplettüberholung erfahren. Dazu hatten Spender wie die Agrargenossenschaft Lindenberg und Biogas Vettin beigetragen. „Aber am wichtigsten ist ein Zugpferd, das die Organisation übernimmt und sich dahinter klemmt“ betont Rainer Knurbien mit Blick auf Else Roesner, die sich in diesem Fall erneut viele Stunden ehrenamtlich für den Jugendclub einsetzte.

„Ohne Engagement funktioniert nichts“, weiß Rainer Knurbien, der Lindenberg für junge und ältere Menschen attraktiv halten möchte.

So sitzt er auch nicht ohne Wehmut im Sessel des Jugendclubs, denn hier stand er viele Jahre lang als Lehrer vor der Klasse. Bis 1991 konnten die Kinder aus Lindenberg sogar bis zur zehnten Klasse im Ort unterrichtet werden. „Dann haben wir uns mit Kunow zusammen geschlossen, denn es war klar, dass nach der Wende nicht mehr beide Schulen Bestand haben würden“, erinnert sich Rainer Knurbien. So gab es bis 2009 noch die kleine Grundschule in Lindenberg. Die Oberstufen wurden in Kunow unterrichtet. Jetzt müssen die Kinder bis nach Groß Pankow fahren.

Das alte Schulhaus stand leer, und der Verfall drohte. Die Gemeinde traf den Entschluss, in die Sanierung zu investieren und konnte das Gebäude dann an Pro Connection vermieten. Der Verein betreut dort bis heute sogenannte Schulverweigerer. „So ist hier wenigstens Schulbetrieb, auch wenn unsere Kinder dennoch den weiten Schulweg haben“, meint Rainer Knurbien zufrieden. Die angeschlossene Turnhalle konnte mit Hilfe des Konjunkturprogramms im Jahr 2009 instandgesetzt werden, so dass auch dort ein Teil des Dorflebens stattfinden kann. Die Lindenberger wollen sich einfach nicht damit abfinden, dass die Infrastruktur abgebaut wird, so wie mit dem Ladenschluss des Konsums und der Schließung der Sparkassenfiliale – und jetzt auch dem Abbau des Geldautomaten.

Es besteht die Idee, einen großen Saal neben dem Schmalspurbahnmuseum auszubauen und so wieder die Möglichkeiten des Ortes zu erweitern. „Auch unser kleiner Saal hier im Gemeindehaus bietet uns gute Möglichkeiten und steht uns immer kostenfrei zur Verfügung“, wirft Else Roesner ein. Sie ist selbst dankbar, mit dem Jugendclub eine Aufgabe gefunden zu haben, die ihr entspricht und ihr am Herzen liegt. Seit drei Jahren engagiert sie sich auf diese Weise für die Kinder und Jugendlichen in Lindenberg und Umgebung. „Regulär ist der Jugendclub dienstags und donnerstags für jeweils zweieinhalb Stunden geöffnet, aber wenn man etwas für die Kinder machen will, braucht das viel mehr Zeit darüber hinaus“, erzählt sie. Nur so können die attraktiven Angebote wie Fahrten zum Töpfern und sogar Partys auf Else Roesners Hof stattfinden.

Solche Aktionen finden dann immer in Zusammenarbeit mit Carsten Pusch statt, der hauptamtlich für die Jugendarbeit in der Gemeinde tätig ist. Auch er freut sich über das neue Ambiente des Jugendclubs. Er hat Else Roesner dort freie Hand gelassen und ist mit dem Ergebnis vollauf zufrieden. „Es muss nicht alles neu sein“, weist er auf die vom Gastwirt gespendete Couchgarnitur hin. „Und die Sachen sind einfach gut gemacht“, findet er. Frau Roes­ner ist froh, auch bei der Gemeinde eine unterstützende Person gefunden zuhaben. „Frau Blunk hat mir da vieles ermöglicht“, betont Else Roes­ner.

Auch Carsten Pusch weiß die Vorteile seiner Gemeinde zu schätzen: „Immerhin gibt Groß Pankow für unsere Ferienfreizeiten mit der Partnergemeinde in Polen viel Geld dazu“. Mit Engagement von Bürgern und Ämtern könne so die Attraktivität der Region erhöht werden.

Von Britta Scharf

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