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Der Koloss von Pritzwalk

Sebastian Lüders sahnte zehn erste Plätze und drei zweite bei Landesmeisterschaften ab Der Koloss von Pritzwalk

Der Pritzwalker Rekordgärtner Sebastian Lüders erreichte in Thüringen mit einem Riesenkürbis den Vizelandesmeistertitel. In Brandenburg sahnte er dagegen für anderes Rekordgemüse wie Möhren reihenweise Meistertitel ab. 

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In Thüringen brachte es Sebastian Lüders mit seiner zweitgrößten Frucht zum Vizemeister.

Quelle: Privat

Pritzwalk. Wenn Anfang November die Messer gewetzt werden und im brandenburgischen Kleistow das jährliche Kürbisschlachtefest beginnt, dann wird auch Rekordgärtner Sebastian Lüders aus Pritzwalk dabei sein. Als er im Oktober nach Kleistow fuhr, da brauchte er einen zweiachsigen Anhänger, ansonsten hätte er die beiden Rekordkürbisse wohl kaum befördern können. 446 Kilogramm brachte Kürbis Nummer eins auf die Waage und war damit ein echtes Schwergewicht, 436 Kilogramm wog der zweitschwerste, und kann auch mit diesem Gewicht nicht wirklich als schlank bezeichnet werden.

Zum Landestitel hatte es in diesem Jahr nicht gereicht, aber immerhin: Mit einem fünften Platz ist Sebastian Lüders von den brandenburgischen Landesmeisterschaften der Kürbiszüchter zurückgekommen und damit auch durchaus zufrieden. Denn schließlich hatten die Superfrüchte des Pritzwalker Züchters von "Atlantic Giants einen großen "Sprung nach vorn" getan. 2012 hatte Lüders erstmals an der Landesmeisterschaft teilgenommen, damals brachte seine größte Frucht gerade mal 153 Kilogramm auf die Waage. In diesem Jahr waren es also fast 300 Kilogramm mehr.

 Hatte es in Brandenburg mit dem "1680 Tanner/12" nicht zum Siegertreppchen gereicht: In Thüringen errang der zweite Koloss von Pritzwalk mit seinen 436 Kilogramm den Vizetitel. So viel Erfolg animiert zum Weitermachen ‒ und zunächst zur kritischen Überprüfung, weshalb die Früchte dann doch nicht mehr ständig so stark gewachsen waren wie in den ersten Wochen, als sie täglich um die zehn Kilogramm zulegten: "Zwei Wochen lang war es viel zu heiß im Gewächshaus", sagt Sebastian Lüders. "Die extreme Hitze von 40Grad Celsius war nicht mehr zu kontrollieren, und die Kürbispflanzen haben nur noch Wasser genommen und keine Photosynthese mehr gemacht." Insgesamt jedoch, so der Gärtner, war es ein gutes Kürbisjahr ‒ was man auch an den zahllosen unterschiedlichen Sorten wie Kalebassen-Kürbisse oder den Flaschenkürbissen sehen kann, die derzeit in der Gärtnerei noch ausgestellt sind.

2014, so kündigte Sebastian Lüders an, will er die 600 Kilogramm-Marke knacken. Er hat dafür schon tief in die Tasche gegriffen: 200 Euro teuer war das Samenkorn, das er von einem amerikanischen Weltmeisterkürbis erstanden hat ‒ und mit dem er im kommenden Jahr den nächsten Versuch starten will.

Der brandenburgische Landessieger hat mit seinem 670 schweren Atlantic Giant übrigens auch gleich die Europarekordmarke geknackt. Der aktuelle Kürbisweltrekord wurde dagegen in diesem Jahr in der Schweiz erzielt: 1056 Kilogramm brachte die Superfrucht auf die Waage. "Saatgut von diesem Kürbis dürfte bei einschlägigen Auktionen sicherlich pro Korn einen Preis von 1000 bis 2000 Dollar erzielen", vermutet Sebastian Lüders.

Um die genetische Masse der Riesenfrüchte mit den optimalen Anlagen ausweiten, erhalten und vermehren zu können, scheuen die Super-Kürbis-Züchter weder Mühe noch Kosten: In Amerika beheizte ein Züchter den ganzen Winter über sein Gewächshaus, um eine Nachfolgefrucht aus einem Samenkorn zu züchten. Der brachte dann immerhin 250 Kilo auf die Waage ‒ und sorgte natürlich für frisches Saatgut. Ganz so viel Einsatz will Sebastian Lüders noch nicht investieren ‒ im Pritzwalker Gewächshaus wachsen darum neben den restlichen Tomaten des Jahres vielmehr schon die Primeln und Stiefmütterchen fürs nächste Jahr. Doch Mühen gescheut hat der junge Mann dennoch nicht: Eine Tropfbewässerung von 250 Metern Länge wurde gegen den Durst der Riesenpflanzen verlegt, täglich flossen rund 1500 Liter in den Boden. Nebentriebe wurden abgeknipst, Schattierungen eingerichtet.

Der Einsatz kam jedoch nicht nur den Kürbissen, sondern auch anderen Pflanzen zugute. Mit denen konnte Pritzwalks Rekordgärtner dann auch zahlreiche Preise bei der "Riesengemüse-Meisterschaft" von Brandenburg ‒ ebenfalls in Kleistow ‒ erzielen. Zehn erste Plätze und drei zweite waren das Ergebnis. Zur Meisterschaft gereicht hat für Sebastian Lüders unter anderem eine riesige Sonnenblume, deren Korb einen Durchmesser von 38 Zentimetern hatte. Eine Mohrrübe von 3,1 Kilogramm wurde ebenso preisgekrönt wie eine Zucchini mit 29 Kilogramm. Übrigens: Essbar sind die Riesenkürbisse schon, haben aber kaum noch Geschmack. Für sie boten sich dann völlig andere Verwendungszwecke an ‒ etwa ausgehöhlt als Wasserfahrzeug.

Von Claudia Bihler

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Rekordgärtner will 600-Kilogramm-Marke knacken

Was für ein dickes Ding! "Atlantic Giant" heißt der neue Riesenkürbis des Rekordgärtners Sebastian Lüders aus Pritzwalk. Der Superkürbis nimmt täglich sage und schreibe 15 Kilogramm zu und wiegt jetzt schon über 280 Kilogramm. Doch das Ziel ist noch lange nicht erreicht: 600 Kilo schwer soll das Gemüse bis zum September werden.

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