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Der Landrat tankt Strom

Neuruppin Der Landrat tankt Strom

Die Kreisverwaltung Ostprignitz-Ruppin ist jetzt einer von 51 Haltern eines Elektro-Autos im Landkreis. Landrat Ralf Reinhardt will mit dem geleasten Hyundai einen Praxistest für E-Autos im Dienstgebrauch machen. Der leise Flitzer soll allen Mitarbeitern für Dienstfahrten zur Verfügung stehen. Doch noch ist das Netz an Tankstellen dünn.

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Landrat Ralf Reinhardt führte am Mittwoch den leisen Flitzer auf dem Parkplatz der Kreisverwaltung in der Virchowstraße vor.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Den Anfang für den Umstieg auf Elektroautos hat die Kreisverwaltung Ostprignitz-Ruppin gemacht: Landrat Ralf Reinhardt (SPD) stellte am Mittwoch den ersten vollelektrischen Dienstwagen vor, einen Hyundai Ioniq mit 120 PS. Den hat der Kreis beim Autozentrum Treskow für zwei Jahre geleast und zahlt dafür monatlich 300 Euro.

Reinhardt war nach einer ersten Fahrt am Dienstag begeistert von dem leisen Flitzer – und hofft, dass sich auch andere Mitarbeiter der Verwaltung für das Auto mit Automatikgetriebe erwärmen. Denn genutzt werden soll das Auto nicht allein vom Landrat, sondern von jedem Mitarbeiter, der im Auftrag der Kreisverwaltung unterwegs ist. „Wir wollen den Praxistest machen“, sagte Reinhardt. Dazu gehört natürlich auch die Reichweite. Der Hersteller gibt die zwar mit 280 Kilometern an, doch Ralf Riewe vom Autozentrum empfahl, möglichst nach 200 Kilometern eine Ladestation zu suchen.

Kaum ein Dutzend E-Tankstellen in Ostprignitz-Ruppin

Davon gibt es im Landkreis derzeit nicht mal ein Dutzend. Doch die Neuruppiner Stadtwerke wollen das Netz an Ladestationen deutlich ausbauen. In einem ersten Schritt sollen drei in Neuruppin entstehen, eine am Braschplatz, eine an der Schinkelstraße sowie eine am Parkplatz vor dem Neuruppiner Rathaus, sagte Guido Gerlach, der Vertriebsleiter der Stadtwerke. Für diese drei Säulen hat der Bund schon eine Förderung von gut 30 Prozent zugesagt, wobei die Investitionskosten bei 90 000 Euro liegen.

Auf eine ähnlich hohe Förderung setzen die Stadtwerke bei ihrem nächsten Schritt. Dabei sollen 15 weitere Ladestationen entstehen, darunter auch je eine am Ruppiner Einkaufszentrum (Reiz), bei der Awu in Werder, bei der Busgesellschaft ORP in Neuruppin sowie bei der Sparkasse. Der Landrat hofft, dass mit Hilfe der Sparkasse auch in Kyritz und Wittstock je eine Ladesäule aufgebaut werden kann. Weil die Sparkasse in der Dosse- und in der Knatterstadt aber über keine eigenen Grundstücke im öffentlichen Raum verfügt, auf denen die Säulen errichtet werden könnten, laufen derzeit noch Gespräche mit den beiden Stadtverwaltungen.

Ralf Reinhardt ist zunächst einmal begeistert vom neuen leisen Strom-Flitzer

Ralf Reinhardt ist zunächst einmal begeistert vom neuen leisen Strom-Flitzer.

Quelle: Peter Geisler

Auf dem Parkplatz der Kreisverwaltung in der Neuruppiner Virchowstraße gibt es bereits eine Ladesäule. Diese ist allerdings nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Bei dem Strom, den man dort zapft, handelt es sich um Ökostrom, den die Stadtwerke anbieten. „Das war eine der Bedingungen für die Förderung“, sagte Vertriebsleiter Gerlach. Demnach kann man den Akku für das Auto im Schnellladegang innerhalb von 25 Minuten zu 85 Prozent aufladen. Auch die Kosten halten sich laut Gerlach im Rahmen. Demnach fallen für eine Fahrstrecke von 200 Kilometern etwa neun Euro an. „Damit liegen wir unter den Kosten für ein Dieselauto“, sagte der Vertriebschef.

Stadtwerke wollen das Tankstellennetz ausbauen

Derzeit verfügt die Kreisverwaltung über einen Fuhrpark mit 30 Dienstwagen. Wie schnell diese durch Elektromobile ersetzt werden sollen, das ließ Landrat Reinhardt am Mittwoch offen. Bisher rollen im Landkreis gerade mal 51 Elektrofahrzeuge, insgesamt sind 73 500 Fahrzeuge zugelassen.

Jedoch ist schon klar, dass der Landkreis sich auch einen Transporter zulegen will, der mit Hilfe von Strom angetrieben wird. Die Ausschreibungen für den Wagen werden gerade vorbereitet, so Reinhardt. Zu erkennen sind die E-Mobile übrigens durch ein „E“ an letzter Stelle des Nummernschildes.

Von Andreas Vogel

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