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Prignitz Der Pilgerweg von Berlin nach Bad Wilsnack
Lokales Prignitz Der Pilgerweg von Berlin nach Bad Wilsnack
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00:23 21.05.2015
Der Pilgerweg ist markiert mit dem mittelalterlichen Pilgerzeichen, den drei Bluthostien. Quelle: Claudia Bihler
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Bad Wilsnack

Der Pilgerweg nach Bad Wilsnack war zwischen dem Ende des 14. und Mitte des 16.Jahrhunderts der wichtigste Pilgerweg in Norddeutschland. Mit über 100.000 Pilgern pro Jahr erreichte er im Mittelalter eine Popularität, die sonst nur die Pilgerwege nach Jerusalem oder nach Rom hatten.

Brandstiftung bringt alles in Gang

Der Ursprung der Wallfahrt liegt im Jahre 1383, als Ritter Heinrich von Bülow die alte Wilsnacker Dorfkirche in Brand setzte. Wilsnacks damaliger Pfarrer Johannes Cabuzz soll auf der Ruine, geführt von einer Engelsstimme, drei rotgefärbte Hostien – die Bluthostien – gefunden haben, die später die Grundlage für die Wallfahrt bildeten. Einige Jahre nach der Reformation endete die Wallfahrt nach Wilsnack abrupt. Der erste protestantische Pfarrer, der Pritzwalker Joachim Ellefeld, hat im Jahr 1552 die Überreste der Wunderbluthostien verbrannt.

In der Natur zur Ruhe kommen

Mit der Wallfahrt zu früheren Zeiten hat der heutige Pilgerweg nicht mehr viel zu tun: Die Reliquien-Verehrung galt seit der Reformation für die protestantische Kirche als „unbiblisch“. Wilsnacks Pfarrer Daniel Feldmann: „Der heutige Pilgerweg soll den Wanderern ermöglichen, in der weiten Landschaft zur Ruhe zu kommen.“

Ehepaar Oefelin entdeckt den Pilgerweg neu

Der Architekt und Hochschullehrer Rainer Oefelein hatte bereits 6000 Kilometer auf dem Camino Santiago in Spanien und seinen Nebenstrecken zurückgelegt, bevor er 2004 gemeinsam mit seiner Frau Cornelia damit begann, den Wilsnacker Weg zu erkunden. Die Forschungen legten die Grundlage für die Wiedereröffnung des Bad Wilsnacker Weges, der heute auch vom Förderverein Wunderblutkirche Sankt Nikolai betreut wird.

Inzwischen hat sich der Weg als eine beliebte Weitwanderstrecke – sowohl für religiöse wie für nicht religiöse Wanderer – etabliert. Rund 1000 Menschen sind jährlich auf dem Weg unterwegs.

Historische Route mit Veränderungen

Nicht immer verläuft der Weg entlang der historischen Route, deren Verlauf nicht immer restlos erforscht werden konnte. Wohl aber legen zahlreiche Pilgerzeichen auf alten Glocken der Dorfkirchen entlang des heutigen Weges einen ähnlichen Verlauf nahe. Der Weg führt mitten durch die brandenburgische Geschichte und durch die Geschichte des Bistums Havelberg.

Natürlich sind Veränderungen der Route möglich, folgen Wanderer jedoch den Ratschlägen Oefeleins, dann beginnt der Weg an der Berliner Marienkirche, führt auf knapp 120 Kilometern über Hennigsdorf und Bötzow nach Flatow und Linum. Weitere Stationen sind Hakenberg, Fehrbellin, Protzen, Manker, Garz, Barsikow, Metzelthin, Wusterhausen, Kyritz, Rehfeld, Berlitt, Barenthin, Görike, Klein und Groß Leppin sowie die Plattenburg, bevor er in Bad Wilsnack endet.

7 Etappen von Berlin bis Bad Wilsnack

Für Weitwanderer ist er grob in sieben Etappen eingeteilt, die an ebenso vielen Tagen zurückgelegt werden können. In der Reihe „Outdoor“ im Conrad-Stein-Verlag ist ein Reiseführer „Brandenburg: Mittelalterlicher Jakobsweg Berlin, Wilsnack, Tangermünde“ vom Ehepaar Oefelein mit vielen nützlichen Informationen erschienen. Wanderer sollten sich aber im Zweifel auf der Internetseite www.wegenachwilsnack.de mit aktuellen Hinweisen versorgen.

Von Claudia Bihler

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