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Der letzte Auftritt der Jecken

Dallmin Der letzte Auftritt der Jecken

Die Mitglieder des Karneval Clubs Dallmin (KCD) haben am Samstagabend ihre Abschiedsvorstellung gegeben. Der Verein löst sich auf, da es an Nachwuchs fehlt. Viele der Zuschauer hofften trotzdem, dass es noch irgendwie weitergeht.

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Das „Dallminer Strandgut“ erinnerte nochmal in märchenhaften Kostümen an die alte Zeit.

Quelle: Martina Matuschewski

Dallmin. Die Stimmung war heiter und ausgelassen. Doch ein weinendes Auge hatte jeder. Am Samstagabend gab es die allerletzte Karnevalsveranstaltung des Karneval Clubs Dallmin (KCD). Nach 20 Jahren verabschiedete sich der Club schweren Herzens.

Der Präsident Holger Cencarka bedauerte die Auflösung des Vereins und erklärte dies mit dem fehlenden Nachwuchs. „Der Verein ist zu klein geworden“, sagte Holger Cencarka. Es gibt gerade noch 20 aktive Mitglieder, Tendenz abnehmend. Dallmin ist nicht das erste Dorf, dass seinen Karnevalsverein verliert und teilt dieses Schicksal mit anderen kleinen, schrumpfenden Gemeinden und Dörfern in ­Brandenburg. Aber niemand wollte es so recht wahrhaben, dass Samstagabend die letzte Veranstaltung des Vereins sein sollte.

Die Hoffnung stirbt zuletzt und bei jedem Befragten war dieser letzte Funken Zuversicht zu spüren, dass doch noch alles gut wird. Das Ehepaar Franziska und Randy Schult findet es sehr schade, dass ein Stück Kulturgeschichte des Dorfes verschwindet. Beide sind in Dallmin geboren und aufgewachsen. Franziska Schult hatte ab 1996 selbst die Anfänge des Clubs aktiv miterlebt und sechs Jahre bei den Funken getanzt. „Der KCD hat immer den Zusammenhalt im Dorf gestärkt“, sagte die Dallminerin Franziska Schult.

Die Moderatorin Manuela Schwieger führte durch den Abend

Lucas Steffen aus Neuhof ist aktives Mitglied im KC Dallmin und bedauert es sehr, dass der Verein sich auflöst. „Ich war drei Jahre dabei und es hat immer Spaß gemacht“, sagte Lucas Steffen. Auch der Dallminer Christian Lange ist traurig über den Abschied. Er war selbst Mitglied gewesen, bis er Vater wurde, und seine Tochter tanzt jetzt bei den Funken.

Das Publikum war ausgelassen, die Darsteller gaben ihr Bestes, und alle hatten Spaß. Die Moderatorin Manuela Schwieger führte durch den Abend. Sie sprach über Erinnerungen der letzten 20 Jahre und hin und wieder hallte der Schlachtruf „Dallmin Hellau“ durch den Saal. Die vier Funken führten ihren Schautanz in den klassischen rot-weißen Tanzmariechenkostümen auf. Später am Abend wurden dann die tänzerischen Darbietungen der Funken erotischer.

Je später der Abend, desto erotischer wurden die Tänze

Je später der Abend, desto erotischer wurden die Tänze.

Quelle: Martina Matuschewski

Die Putzfussel Melitta und Astrid sorgten dann für den lustigen Part am Abend. Als Putzfrauen verkleidet erzählten sie obszöne Witze und ließen kein gutes Haar an ihren ­Ehemännern.

Die Moderatorin Manuela Schwieger dankte zum ­Abschied allen, die den Verein in den vergangenen Jahren aktiv unterstützt hatten, so auch der „Bravo Diskothek“ mit DJ Ramon, der seit Jahren für die musikalische Untermalung der ­Karnevalsveranstaltungen gesorgt hatte. Ein ganz besonderer Dank galt natürlich dem Landgasthof Schwieger, der seit Anbeginn der Veranstaltungsort für die Jecken war. Es war zwar ein Abschied, aber von Melancholie und Traurigkeit war nichts zu spüren. Die Narren und Jecken handelten klar nach dem diesjährigen Motto: „Zwanzig Jahre KCD, nochmal Krach und dann Adé.“

Und Präsident Holger Cencarka sagte: „Wir gehen in Würde!“ Und das taten sie wirklich. Aber ein Abschied muss auch nicht für immer sein.

Von Martina Matuschewski

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