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Der letzte einer Diebesbande verurteilt

Neuruppin Der letzte einer Diebesbande verurteilt

Für etwa 60 Einbrüche von Dezember 2014 bis April 2015 in der Prignitz war eine Diebesbande verantwortlich. Am Donnerstag wurde das letzte Bandenmitglied zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und vier Monaten verurteilt. Der 25-Jährige war erst später dazu gekommen und bei zehn Einbrüchen in drei Nächten dabei gewesen, wie er freimütig gestand.

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Quelle: dpa

Neuruppin. „Nichts Gutes“, damit hatte Christopher N. gerechnet, als ihn die Staatsanwältin fragte, mit welchem Ausgang er rechne. Seine Erwartung wurde nicht enttäuscht.

Keine Bewährung möglich

Die dritte große Strafkammer des Landgerichts Neuruppin verurteilte den 25-jährigen gebürtigen Kyritzer wegen schweren Bandendiebstahls am Donnerstag zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und vier Monaten. Sein Verteidiger hatte eine bewährungsfähige Strafe beantragt. Die kam für das Gericht angesichts der Taten nicht in Betracht.

Pluspunkt für Geständnis

Es wertete aber sein Geständnis sehr positiv. Sonst wäre die Strafe nicht so mild ausgefallen, sagte die Vorsitzende Richterin Grit Burzer. Christopher N. hatte sich einer Einbrecherbande angeschlossen, die von Dezember 2014 bis April 2015 vornehmlich die Prignitz unsicher machte. Ab März 2015 kam Christopher N. dazu. Er war wie seine bereits verurteilten Mittäter häufig in einer Pritzwalker Spielothek. Alle waren finanziell klamm.

Ob Drogen, Alkohol oder Spielautomaten: Alles kostete Geld. Geld, dass keiner hatte, auch Christopher N. nicht. Er war gerade aus dem Gefängnis gekommen und hatte keinen Job. Er war mit einer Frau zusammen, die ein kleines Kind hatte. Beiden wollte er etwas bieten, hatte er in seiner Vernehmung bei der Polizei gesagt. „Ich habe mich angeboten, mitzumachen“, sagte er.

Hohe Schäden, geringe Beute

Einer der Mittäter hatte von 1000 Euro gesprochen, die sie so in einer Nacht erbeuten würden. Die hat Christopher N. allerdings nie gesehen. Mal waren es 100, mal 150 Euro, die sie fanden und aufteilten. „Die Beute stand in keinem Verhältnis zu dem angerichteten Schaden“, sagte Richterin Burzer.

Der Angeklagte war sehr aktiv bei der Tatausführung: Er war zumeist mit dem bereits verurteilten und derzeit wegen anderer Einbrüche erneut vor Gericht angeklagtem Ronny R. derjenige, der Fenster und Türen aufhebelte und die jeweiligen Geschäftsräume nach lohnenswerten Gegenständen durchsuchte. In einer Nacht schlug die Bande gleich sieben Mal zu. „Das zeigt eine hohe kriminelle Energie. Man macht immer weiter“, sagte die Richterin. In Putlitz im Betriebshof hielten die Schlösser dem Aufhebelungsversuch stand, weiter ging es zum Senioren- und Jugendtreff, wo sie nicht fündig wurden. Anschließend entwendeten sie in Pritzwalk in einem Friseursalon einen Tresor, den sie aufflexten, 100 Euro entnahmen und in einem See versenkten.

Gerichtstermin verpasst

Im April flog die Bande auf. Zwei Tatverdächtige wurden festgenommen. Die Telefonüberwachung lief weiter, wie ein Polizeibeamter gestern berichtete. Als die ersten verhaftet wurden, „liefen die Drähte heiß.“ Die Szene war in Aufruhr. Bei Telefonaten fiel auch der Name Christopher N. , der der Polizei bis dahin namentlich nicht bekannt war.

Er saß bereits mit den anderen im Dezember vor Gericht, war dann aber zum zweiten Verhandlungstag nicht gekommen. Dafür entschuldigte er sich am Donnerstag. „Ich dachte, die Verhandlung wäre einen Tag später gewesen. Ich war alkoholisiert und hatte kein Geld in der Tasche. Ich habe mich nicht getraut, so in den Zug zu steigen.“

Das hatte für ihn die Konsequenz, dass das Gericht einen Haftbefehl erließ und er seit Februar dieses Jahres im Gefängnis sitzt. Außerdem hat er seinen Job auf dem Bau verloren.

Ein neues Leben beginnen

Glaubt man ihm, will er sein Leben von Grund auf ändern. „Ich will nicht so weiter leben“, zeigte er sich einsichtig. Seit Januar nimmt er keine Drogen mehr. Er will sich bei den Einbruchsopfern entschuldigen und versuchen, die Schäden wieder gut zu machen. Seit früher Jugend ist er immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt gekommen, kam früh mit Alkohol und Drogen in Kontakt. Das alles soll der Vergangenheit angehören.

„Wir hoffen, dass Sie die Zeit im Gefängnis nutzen“, sagte die Richterin. Zum Beispiel für eine Drogentherapie. Vielleicht könne er das Urteil als Wendepunkt in seinem Leben sehen. Jung genug, um sich zu ändern, sei er.

Von Dagmar Simons

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