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Prignitz Dialogforum mit Flüchtlingen gestartet
Lokales Prignitz Dialogforum mit Flüchtlingen gestartet
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00:18 11.12.2016
Pfarrerin Christiane Schulz leitete die Tagung in Wittstock. Quelle: Christian Bark
Wittstock

Die demografische Abwärtsentwicklung ländlicher Räume ist eines der Topthemen in Brandenburg. Durch die Fluchtbewegung gelangen jedoch Menschen mit vielfältigen Fähigkeiten in die Mark. Um sie in der Region zu halten, sie zu integrieren und ihnen eine Zukunftsperspektive zu bieten, gibt es nach wie vor viele Fragen zu klären. Dem nahm sich die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg an und organisierte am Mittwoch unter dem Motto „Aus Gästen werden Mitbürgerinnen“ ein Dialogforum, auf der in Wittstock Deutsche und Flüchtlinge ins Gespräch kamen. Die MAZ sprach im Nachgang mit Tagungsleiterin Christiane Schulz über Ergebnisse der Veranstaltung.

Was war der Impuls, eine solche Veranstaltung zu organisieren und warum fand sie gerade in Wittstock statt?

Die Idee erwuchs aus unserer Flüchtlingsarbeit und den Erfahrungen, dass die Fragen der Integration und Schwierigkeiten in der Regel nur unter Deutschen besprochen werden. Ein Vorbereitungsteam aus Deutschen und Geflüchteten hat die Themen und die Form der Veranstaltung mit konzipiert. Wir wollten miteinander die jeweiligen Erwartungen und Möglichkeiten besprechen. Dazu passten die Räumlichkeiten in der Wittstocker Begegnungsstätte und Heilig-Geist-Kirche ideal. In der Kirche hatten wir genügend Technik und Raum für die Dolmetscherkabinen.

Warum haben sich gerade christliche Organisationen wie die Evangelische Kirche, deren Flüchtlingskirche und Estaruppin des Themas angenommen?

Die Bibel ist voller Fluchterzählungen. So war auch Jesus kurz nach seiner Geburt gezwungen, zu fliehen. Wir wollen eine Kirche für und mit Geflüchteten sein.

Woher kamen die Teilnehmer?

Wir waren rund 70 Menschen aus Afghanistan, Syrien, Somalia, Albanien und Russland – und Deutschland.

Welche grundsätzlichen Erwartungen zeigten die Teilnehmer bezüglich der Themen Lebensbedingungen und Wohnumfeld, Mobilität, Ausbildung und Berufschancen?

Größter Wunsch der Geflüchteten war, dass es ihnen gelingt, sich in unserer Gesellschaft gut zu integrieren und gleichberechtigt in ihr leben zu können. Eine eigene Wohnung ist ihnen wichtig, um privaten Raum zu haben, Nachbarn zu treffen, Menschen einladen zu können. Der Wunsch, gute berufliche Perspektiven entwickeln zu können, geht einher mit jenem, die Sprache intensiver lernen zu können und so mehr Kontakte zu Deutschen aufbauen zu können. Ein weiterer Wunsch war, dass für traumatisierte Kinder insbesondere in den Schulen psychologische Unterstützung angeboten wird.

Gab es Aspekte, die Sie persönlich überrascht, fasziniert oder bekümmert haben?

Es war für mich überraschend, wie intensiv und gut die Diskussionen verliefen. Und wie wichtig es für die Geflüchteten ist, auf diese Weise zu Wort zu kommen. Doch gibt es auch den Wunsch, als Mensch und nicht als Flüchtling respektiert zu werden. Wir brauchen eine andere Kommunikationskultur, in der wir offener und in kritischer Solidarität miteinander umgehen. Wir hätten uns gewünscht, dass viel mehr Menschen aus Politik, Kommunen und Verwaltung dabei gewesen wären, um diesen wichtigen Dialog mit ihrer Expertise zu bereichern und zugleich auch zu hören.

Wurden Lösungsansätze gefunden ?

Wir werden die vielen guten Erfahrungen, die wir miteinander gemacht haben, weitererzählen, um auch die Skeptiker positiv zu stimmen. Lösungsansätze gab es bei der Frage der Mobilität. Hier ist ein Carsharing-Modell in Planung, das von den Menschen selbst organisiert werden soll.

Wie geht es weiter?

Wir werden jetzt die Veranstaltung auswerten. Im nächsten Jahr wollen wir erneut eine solche Tagung organisieren, auch wieder mit Fragen zur Mobilität. Wo genau, das wissen wir noch nicht.

Von Christian Bark

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