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Die Galerie 5 wird 5

Gumtow Die Galerie 5 wird 5

Karin und Eckhard Zempel haben sich in Gumtow einen Traum erfüllt. In ihrem Wohnhaus direkt an der Bundesstraße 5 eröffneten sie die Galerie 5, die nun fünf Jahre alt wird. 21 Künstler konnten dort ihre Werke in Zempels Wohnzimmer präsentieren. Doch nun soll bald Schluss sein.

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Eckhard und Karin Zempel haben sich mit der Galerie 5 in Gumtow einen Traum.

Quelle: Renate Zunke

Gumtow. Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum. Das haben Karin und Eckhard Zempel im August vor fünf Jahren mit der Eröffnung der Galerie 5 wahr gemacht. Das Ehepaar öffnete die ehemalige Schmiede der Vorfahren für die Kunst und machte sie vielen Interessierten zugänglich.

21 Künstler erhielten seit dem Jahr 2012 die Möglichkeit, ihre Werke einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren – kein unbedeutender Kraftakt für Zempels. Immerhin ist die ehemalige Schmiede inzwischen auch das Wohnzimmer des Ehepaares. Sie haben den Ort, wo einst der Amboss stand und der Schmiedehammer geschwungen wurde, mit viel Fleiß und Kreativität zu einem lukrativen Wohnort umgebaut.

Fünf Jahre Galerie 5

Fünf Jahre Galerie 5, das wurde am vergangenen Sonnabend mit einer Vernissage gefeiert. Der ausstellende Künstler war dieses Mal der Hausherr selbst.

Damit machte sich das Ehepaar Zempel das schönste Geburtstagsgeschenk. Beide konnten jetzt im August ihren 65. Jahrestag feiern. Etwas Wehmut, aber auch Zweifel kamen bei den geladenen Gästen der Vernissage auf, als Karin Zempel verkündete, dass die erste Ausstellung ihres Mannes auch die letzte in der Galerie 5 sein soll.

Kohlezeichnung von Ernst Friedrich Knak und seiner Frau Berta Minna Emma, Vorfahren der Zempels

Kohlezeichnung von Ernst Friedrich Knak und seiner Frau Berta Minna Emma, Vorfahren der Zempels.

Quelle: Renate Zunke

Dass sie sich etwas mehr Ruhe und Zeit für die Enkel, Garten, Reisen und andere Interessen wünschen, das glaubt man ihnen gern. Doch Kunst und Kultur werden wohl nicht so einfach aus dem Leben der Zempels verschwinden.

Bester Beweis ist die Exposition von Eckhard Zempel, die er den Vernissage-Gästen präsentierte. Es ist eine gelungene Auswahl von Bildern und Dokumenten, die die Geschichte der Schmiede darstellen, ergänzt von experimentellen Fotos des Hausherren. So kann man zum Beispiel zwei Kohlezeichnungen aus der Zeit um 1900 bewundern, die Ernst Friedrich Knak und seine Frau Berta Minna Emma zeigen, Vorfahren der Zempels. Mit Leon, Sören und Amely wird die Familiengeschichte fortgeschrieben. Die Konterfeis seiner drei Enkel hat Eckhard Zempel am Computer so bearbeitet, dass sie wie Pop Art-Malerei wirken. Ausgestellt sind weitere Fotos von Objekten der Schmiedezunft, die Eckhard Zempel, „mit allem bearbeitet hat, was Computerprogramme so hergeben“, so seine Worte. Professionell ausgedruckt und auf Rahmen gespannt sind durch die Verfremdung eigenwillige und ausdrucksstarke Kunstwerke entstanden.

Ausdrucksstarke Kunstwerke

In dieser Hinsicht hat Eckhard Zempel auch noch viele weitere Ideen: „Vielleicht schnippele ich ja demnächst Bilder elektronisch auseinander, um sie dann wieder zusammenzufügen“, verkündete er, um dann gleich erschrocken hinzuzufügen: „Ach so, soll ja heute die letzte Ausstellung gewesen sein“.

In den vergangenen fünf Jahren jedenfalls gab es schon so einiges in der Galerie 5 zu sehen. Begonnen hat die Ausstellungsreihe im Jahr 2012 mit Siebdruckcollagen von Rüdiger Pöhlchen. Im Herbst des Jahres 2013 stellten die Kinder von Susi Olesen aus Dänemark postum die Ölbilder der Mutter aus. Sie hat immer wieder die Heidelandschaft Jütlands und die Westküste mit der rauhen Nordsee gemalt. In ihrem Nachlass gibt es etwa 150 Gemälde.

Im Jahr 2014 folgten Aquarelle und Kupferstiche von Angela Felsch aus dem mecklenburgischen Hohen Wangelin.

Bilder von Detlef Glöde aus Blumenthal konnte man im Jahr 2014 besichtigen. Für ihn ist die Natur ein wichtiger Auslöser im Schaffensprozess.

Keramiken der vielbegabten Christa Eggert aus Klein Schönhagen gab es in diesem Jahr ebenfalls zu sehen sowie in einer weiteren Ausstellung wunderschöne textile Arbeiten aus der Hand von Waltraud Ragnow aus Holzhausen.

Harms Bellin aus Hamburg überraschte 2015 mit seinen großformatigen Frauenbildern. Seine Lebensgefährtin, die Dichterin Ursula Kramm-Konowala, las mehrmals in der Galerie 5. Sie wurde kürzlich in Berlin mit dem 1. Preis (Goldene Feder) für einen Kurzkrimi ausgezeichnet. Das Paar lebt inzwischen in Mankmuß bei Karstädt)

Auch Ursula Miegel aus Kyritz stellte ihre Aquarelle und Ölbilder im Jahr 2015 aus, so wie die Berlinerin Eva Maria Niemann ihre textilen Collagen und Bilder in Acryl.

Der Jäger, Maler und Verleger Ulf-Peter Schwarz aus Grevesmühlen zeigte seine Tier- und Jagdbilder. Nicht nur die einheimische Jägerschaft war begeistert.

Aktuelle Ausstellung bis November zu sehen

Im Jahr 2016 war der Foto- und Grafikdesigner Sebastian Ballenthin aus dem Plattenburger Ortsteil Krampfer mit seinen Bildern zum Thema Fels und Stein zu Gast. Die Schwestern Dana Bellmann (Berlin) und Beate Witt aus Ducherow bei Anklam gehörten mit ihrer Malerei ebenfalls zu den Ausstellern im Jahr 2016. Die Schwestern Margarita und Ekaterina Uskova fassten Mut und traten als Künstlerinnen mit ihren Werken in der Galerie 5 das erste Mal in die Öffentlichkeit. Reiner Kramer aus Berlin, selbst Organisator öffentlicher Kunstausstellungen, stellte seine großformatigen Bilder aus. Passend zur ehemaligen Schmiede waren die Bilder von Volker Brose aus Hannover, der in diesem Jahr seine Bilder unter dem Titel „Ästhetik des Verfalls“ in der Galerie 5 präsentierte.

Die aktuelle Ausstellung ist bis Ende November zu sehen. Die Galerie 5 befindet sich in Gumtow an der Berliner Straße 18 (direkt an der B 5). Besichtigungen können vereinbart werden unter Telefon 033977/5 06 10. Besucher dürfen aber auch einfach an der Tür klingeln und eine spontane Führung erbitten..

Von Renate Zunke

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