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Die Gefahr ist noch nicht vorüber

Wittstock Die Gefahr ist noch nicht vorüber

Am Tag nach Sturm Xavier wird in Wittstock und Heiligengrabe aufgeräumt. Massen von Stämmen und Ästen müssen zersägt und beseitigt werden. Die Stadt Wittstock warnt davor, sich in der Nähe umgestürzter Bäume aufzuhalten.

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In Siebmannshorst noch Freitagvormittag diese 112 Jahre alte Eiche quer über der Straße auf einem Haus.

Quelle: Björn Wagener

Wittstock. Auch am Tag nach Sturm „Xavier“ ist die Gefahr noch nicht vorüber. Die Stadt Wittstock gab am Freitag eine Warnung heraus: Darin wird „ausdrücklich darauf hingewiesen“, dass sich Menschen von Orten fernhalten sollten, an denen sich beschädigte Bäume befinden. Denn dort kann es immer noch gefährlich werden. Außerdem „ist besonders darauf zu achten, dass Kinder umgestürzte Bäume oder abgebrochene Äste nicht als Spielgerät oder zum Klettern benutzen, da dies lebensgefährliche Folgen haben kann“.

Nachdem Sturm Xavier am Donnerstagnachmittag in der Region gewütet hatte, waren Feuerwehren aus Wittstock und Heiligengrabe, die Bauhöfe und externe Unternehmen im Dauereinsatz, um zumindest Straßen wieder frei zu bekommen und die schlimmsten Schäden zu beseitigen.

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Sturm „Xavier“ richtete in Wittstock und den Ortsteilen Schäden in Höhe von mehreren 100 000 Euro an. Die Stadt Wittstock gab eine Warnung heraus: Menschen sollten sich von umgestürzten Bäumen fernhalten und dafür sorgen, dass Kinder dort nicht spielen.

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In Siebmannshorst lag noch am Freitagvormittag eine mächtige 112 Jahre alte Eiche quer über der Straße. Sie war auf ein Haus gekracht und hatte Dach, Mauerwerk und Zaun beschädigt. Die Bewohner warteten auf die Beräumung, um dann möglichst rasch das Dach notdürftig verschließen zu können. Kurz dahinter war noch ein weiterer Baum aufs Grundstück gefallen, den die Bewohner aber bereits selbst zerkleinert hatten.

Rund 200 Bäume in der Stadt und den Ortsteilen blies Xavier um. Die Schadenshöhe war auch am Freitag noch nicht klar. Die Stadt gehe aber von „mehreren 100 000 Euro“ aus, wie Sprecher Jean Dibbert sagte. Die Feuerwehr Wittstock verzeichnete 48 Einsätze – ausschließlich umgestürzte Bäume. Alle Einheiten bis auf die in Biesen seien laut Wehrführer Steffen Müller im Einsatz gewesen, insgesamt rund 100 Leute. Wegen eines technischen Problems in der Leitstelle war zunächst weder der Notruf zu erreichen, noch konnten Alarmierungen an die Feuerwehr durchgestellt werden. Viele Notrufe seien daher auf Steffen Müllers Handy eingegangen. Auch hätten sich Feuerwehrleute von sich aus – ohne Alarmierung – in der Wache eingefunden. Als die Verbindung dann gegen 17 Uhr wieder funktionierte, seien so viele Notrufe eingegangen, dass zwei Wehrmitglieder für die Annahme und Koordinierung nötig waren. „Wir haben das alles selbstständig gemacht, um die Leitstelle zu entlasten.“ Dosseteich, Ringstraße, Gröper Tor, Röbeler Straße, die Straßen Richtung Alt Daber, Zootzen, Schweinrich und viele andere Bereiche waren betroffen. Zwischen Scharfenberg und Herzsprung war ein Baum auf einen fahrenden Transporter gefallen. Niemand wurde verletzt. Straßen mussten gesperrt werden.

Stromsperre in mehreren Dörfern

Außerdem fiel der Strom in mehreren Dörfern zeitweise aus – betroffen waren mindestens Blesendorf, Niemerlang, Tetschendorf, Königsberg, Christdorf und Zempow. Dort blieben zum Teil auch am Freitag die Lichter aus. Die Störungshotline des Stromversorger Edis war zeitweise überlastet. Noch am Freitag konnten keine detaillierten Informationen zur Situation in einzelnen Dörfern gegeben werden. Nur so viel: Es werde „mit Hochdruck“ an der Beseitigung der Schäden gearbeitet.

Die Stadt Wittstock weist darauf hin, dass es nicht erlaubt ist, sich eigenständig Holz für den Kamin vom Straßenrand zu holen. Wer an Brennholz interessiert ist, könne sich jedoch am Montag an Bauhofleiter Hans-Joachim Mantey wenden (Tel. 03394/42 92 50).

Schäden in Heiligengrabe und Blumenthal

Sturmtief Xavier wütete außerdem vor allem im südlichen Bereich der Gemeinde Heiligengrabe. Allein auf der Landesstraße 144 zwischen Blumenthal und Herzsprung fielen „in größerem Umfang schwere Bäume um“, bilanzierte Gemeindebürgermeister Holger Kippenhahn am Freitagmittag. „Alle Ortsteile der Gemeinde sind vom Sturm betroffen“, so Kippenhahn. Blesendorf und Maulbeerwalde waren zu diesem Zeitpunkt noch immer von der Stromversorgung abgeschnitten. Das Wasserwerk in Maulbeerwalde lief weiterhin nur über ein Notstromaggregat. Bereits seit Donnerstag 16 Uhr befanden sich alle verfügbaren Feuerwehrkräfte im Dauereinsatz. Gemeindebrandmeister Mathias Jennrich: „Alles, was Räder und Beine hat, ist unterwegs.“

Mitarbeiter der Straßenmeisterei Kyritz zerlegten Freitag um 12 Uhr den letzten Baum, der die Fahrbahn hinter Blumenthal in Richtung Grabow blockierte. „Ab 13 Uhr werden alle Straßen wieder eingeschränkt befahrbar sein“, sagte Ulrich Schulze, Leiter der Straßenmeisterei. „Das war ein extremer Einsatz, weil das gesamte Straßennetz betroffen ist“, sagte er. Und: „Dank der Kooperation mit den freiwilligen Feuerwehren war das eine tolle Arbeit, anderenfalls wäre es eine Katastrophe geworden.“

Holger Kippenhahn bahnte Donnerstagabend auf kurzem Dienstweg die Versorgung der Brandschützer in Grabow an. Die Mitglieder vom SV Blumenthal/Grabow organisierten daraufhin alles Notwendige. Holger Kippenhahn: „Dieser Sturm ist das bisher Größte, was wir hier in der Gemeinde erlebt haben und es ist zu erwarten, dass das nicht das letzte Mal war.“

Von Björn Wagener und Christamaria Ruch

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