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Die Salzspezialisten aus Pritzwalk

Händler liefert „weißes Gold“ aller Art Die Salzspezialisten aus Pritzwalk

Die Pritzwalker Firma ICB Industriebedarf Christian Berndt kennt sich aus mit dem „weißen Gold“: Das Unternehmen liefert eine breite Palette von fein abgestimmten Spezialsalzen für Nahrungsmittel, Medizin, Haushalte und Betriebe. Der 62-jährige Firmenchef ist einer der wenigen Salzgroßhändler der Republik.

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Salz kommt unter anderem im Winterdienst zum Einsatz. Aber auch in vielen anderen Bereichen wird es gebraucht, etwa zum Enthärten von Wasser im Haushalt und in der Industrie.

Quelle: Beate Vogel

Pritzwalk. Salz ist der Grundstoff für viele Abläufe des täglichen Lebens. Und doch ist es erstaunlich, in wie vielen Bereichen Salz verwendet wird – und das in allen möglichen Sorten: in der Nahrungsmittelindustrie, in der Pharmazie, in der Pflanzen- und Tierproduktion und nicht zuletzt ganz aktuell auf den Straßen als Auftaumittel. All diese hoch spezialisierten Salze vertreibt zum Beispiel die Firma ICB Industriebedarf Christian Berndt im Pritzwalker Gewerbegebiet Süd. Geliefert wird das einst „weiße Gold“ meist tonnenweise. „Wir können fast das ganze Sortiment abdecken“, sagt Firmenchef Berndt. „Außer Exoten haben wir so ziemlich alle hiesigen Salze.“

Salz gibt es in vielen Variationen: Speisesalz, Siedesalz, Steinsalz, Brezelsalz, Geschirrspülersalz, Salz mit und ohne Jod für die Ernährungsindustrie, Salztabletten bis hin zu Salzsteinbruch für den Wasserenthärtungsbereich. Gelagert werden diese Sorten in der großen Halle der ICB. Und was nicht da ist, kann bestellt werden und ist innerhalb kürzester Zeit vor Ort beziehungsweise beim Kunden. Das Pritzwalker Unternehmerpaar Christel und Christian Berndt arbeitet unter anderem eng mit der K+S Kali GmbH in Kassel zusammen, einem Großlieferanten, der einen Salzsteinbruch hat, berichtet der Unternehmer.

Verpackt wird das Salz in unterschiedlicher Form, erklärt Christian Berndt: „Wir haben zum Beispiel die Bigbags, die eine Tonne wiegen.“ Diese werden beim Kunden an den großen Henkeln aufgehangen und können bequem über ein Ventil am Boden des Sacks entladen werden. Üblich sind ansonsten – etwa für Steinsalz, Speisesalz oder Auftausalz – 50- oder 25-Kilogramm-Vakuumpacks. Die ordern sich rechtzeitig vor allem Betriebe oder private Winterdienste, um sie dann bei Bedarf aus dem Lager zu holen. Für die Axal-Salztabletten, die für die Dialyse nötig sind, hat sich der 62-Jährige eine handliche Größe von Zehn-Kilogramm-Taschen mit Tragegriff überlegt. „Das ist für das Personal in den Kliniken einfacher“, sagt er. Auch Nitritpökelsalz für Fleischereien wird angeboten, aber in diesem Segment seien die Pritzwalker nicht so stark engagiert.

Christian Berndt zeigt die 1000-Kilogramm-Salzsäcke mit Henkeln

Christian Berndt zeigt die 1000-Kilogramm-Salzsäcke mit Henkeln.

Quelle: Beate Vogel

Angeliefert wird das Salz in 24-Tonnen-Lastzügen, sagt Christel Berndt, die seit der Gründung der Firma die Buchhaltung macht. Die Kunden bekommen ihre bestellte Ware je nach Größe der Lieferung in Zwölftonnern. Und zwar nicht nur auf den Tag genau. „Wir können heute auf die Uhrzeit genau liefern, wenn der Kunde es will“, erklärt die 62-Jährige. Das sei wichtig, da sonst womöglich in einem Betrieb die Produktion stillsteht.

Damit gerade bei großen Chargen während des Transportes nichts verrutscht, sind die Paletten mit dem vakuumverpackten Salz doppelt und dreifach gesichert: Gegen das Verrutschen hilft Leim auf dem Holz, auf der die Säcke liegen, außerdem wird die Ladung mit fester Folie umwickelt. Nichts wäre schlimmer als ein Loch in der Verpackung. Dann würde das Salz mit der Luftfeuchtigkeit reagieren und womöglich seine Rieselfähigkeit verlieren. „Vielen Salzen wird aber ein Mittel zugesetzt, damit sie ihre Rieselfähigkeit behalten“, so Christian Berndt.

Zu den Kunden der Pritzwalker ICB gehören laut Firmenchef einige Global- Player wie Bahlsen oder Nordgetreide in Falkenhagen, aber auch viele andere, kleinere Firmen. Die Pritzwalker gehören zu den wenigen hoch spezialisierten Salzlieferanten der Republik: „Es gibt noch einen in Hamburg und einen im Nürnberger Raum“, weiß Christian Berndt. Letzterer ist sein Schwager, der ihm 1990 beim Start in der Branche viel geholfen hat. „Ansonsten gibt es noch viele kleinere Lieferanten, aber die haben nicht diese breite Palette.“

„Wir experimentieren mit Kräutern und Aromen“

Neben den Salzen für Großkunden bietet die Firma seit einiger Zeit auch kleine Besonderheiten aus der hauseigenen Salzmanufaktur an: „Wir experimentieren mit Kräutern und Aromen“, so der Firmenchef. So gibt es Kaffeesalz, Rotweinsalz oder Lavendelsalz. Als Mitglieder im bundesweiten Salzgroßhandelsverband treffen sich die Pritzwalker regelmäßig mit Kollegen aus der Branche, tauschen sich über Produktrohstoffe oder Neuigkeiten aus.

Dass die Berndts einmal Spezialisten für Salz werden, hätten sie nicht gedacht. Christel Berndt hat eine Ausbildung im pharmazeutischen Bereich, ihr Mann ist Betriebswirt. Als nach der Wende die Betriebe in der Region kaputt gingen, habe sein Schwager ihn auf die Idee mit dem Salzgroßhandel gebracht, erzählt der 62-Jährige. „Das ist dann Stück für Stück gewachsen, mit allen Höhen und Tiefen.“ Mittlerweile ist das Unternehmen gut 25 Jahre am Markt. Heute sind vier Mitarbeiter im Büro beschäftigt, einer im Lager. Und obwohl viele Kunden zum festen Stamm gehören, wird auf den persönlichen Kontakt Wert gelegt. Inklusive persönlicher Mitbringsel, die – wie sollte es anders sein – meist ein besonderes Salz sind.

Salz – einst kostbarer als Gold

Erste Überlieferungen über die Heilwirkung von Salz stammen aus Ägypten um 300 vor Christus. Der Arzt Imothep stellte fest, dass Natursalz Wunden austrocknet und dem Entzündungsprozess entgegenwirkt. Paracelsus vertrat im 16. Jahrhundert die Ansicht, dass nur gesalzene Speisen richtig verdaut werden können. Er empfahl Natursalz für die Wundbehandlung und Solebäder bei Hautkrankheiten.

Um Salzquellen wurden schon früh Kriege geführt, Salz wurde mit Gold aufgewogen, als Zahlungsmittel benutzt und ließ Handelswege („Salzstraßen“) und wohlhabende Städte entstehen. Römische Legionäre erhielten zum Beispiel zusätzlich zu ihrem Sold eine Ration Salz, das „Salarium“, aus dem sich die noch heute gebräuchliche Bezeichnung Salär ableitet.

Salz war bis zum Mittelalter zum „weißen Gold“ geworden. Bis ins 16. Jahrhundert war das Salz als Gewürz in Europa fast nur an den Fürstenhöfen zu finden. Die einfachen Menschen konnten sich kein Salz leisten und nutzten Pflanzenasche als Ersatz.

Von Beate Vogel

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