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Die Traktoristen von Kuhbier

Kuhbier Die Traktoristen von Kuhbier

Drei Kuhbierer organisieren ehrenamtlich ein überregional beliebtes Schlepper-Treffen ausschließlich für den Spaß und ohne Händlermeile. Das sehen sie als ihr Erfolgsrezept: „Wir können es so machen, wie wir es wollen.“

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Die Veranstalter (v. l.): Reinhard Geisler, Axel Gruschka, Dirk Zellmer und Felix Zellmer (9 Jahre).

Quelle: Claudia Bihler

Kuhbier. Als in Mesendorf vor Jahren ein Treffen von Besitzern von Belaruss-Traktoren stattfand, da gehörten auch mehrere Kuhbierer zu den Gästen. „Eigentlich wurde damals die Grundlage für das Kuhbierer Traktortreffen gelegt, das seit zehn Jahren inzwischen regelmäßig viele hundert Besucher nach Kubier lockt. „Beim Frühschoppen haben wir uns dann überlegt, dass wir das auch können”, erinnert sich Reinhard Geisler, einer der Initiatoren: „Daraufhin haben wir beratschlagt, wie wir das auf die Beine stellen können. Zumal es in unserem Dorf bereits 25 Traktoren gab.”

In Arbeitsteilung organisieren seither die drei Kuhbierer das Treffen: Reinhard Geisler, im bürgerlichen Beruf ist er Lkw-Fahrer, und ein eingefleischter Schlepperfan: „Motorengeräusche hört man ja bei Lkw heute kaum noch, da sind die Traktoren schon ganz etwas anderes.“ Sein Fuhrpark zählt inzwischen sieben Traktoren – vom klassischen Schlepper bis zum Heulader ist alles dabei: „Die sind nicht nur zum Ausstellen, sondern müssen richtig arbeiten. Und jeden davon brauche ich, denn jeder kann etwas anderes”, sagt der Besitzer, der unter anderem seine Damwild-Herde damit versorgt.

Kartoffelrodung beim Treckertreffen

Axel Gruschka ist der Organisator des Treffens und wickelt auch alle Formalitäten ab. Auch er hätte gerne einen Schlepper. Mit einem Augenzwinkern sagt er aber: „Meine Frau will das nicht.“ Der dritte im Bunde ist Landwirt Dirk Zellmer, auf dessen Feld bei jedem Treffen von den Besuchern gepflügt wird. Einen schmalen Streifen Land hat er in diesem Jahr wieder für Kartoffeln freigemacht: „Die können dann beim Treffen gerodet werden.“

Reinhard Geisler ist Besitzer von gleich sieben Traktoren

Reinhard Geisler ist Besitzer von gleich sieben Traktoren. Die werden vor allem auch zur Arbeit eingesetzt.

Quelle: Claudia Bihler

Bis zu 1000 Besucher auf einmal haben die Veranstalter bereits bei einem Treffen gezählt: „Da war dann der Eintopf schneller leer, als wir dachten.“ Das Erfolgsrezept des Kuhbierer Traktortreffen sehen sie darin, dass sie ohne große Geldgeber arbeiten: „Insofern sind wir auch frei mit dem, was wir tun.“ Hinzu kommt, dass die drei keine finanziellen Interessen haben: „Geld damit verdienen wollen wir nicht, uns geht es um den Spaß.“ So bleibt der Eintritt zum Traktortreffen frei, und Händler stände gibt es auch nicht.

Moderne Trecker sind Felix am liebsten

Denn fahren darf jeder, der es sich zutraut. Was von Zeit zu Zeit auch mal für Irritationen gesorgt hat: „Da waren dann Leute mit einem hochglanzpolierten Traktor angereist, die ihn nur zu Treffen aus dem Schuppen holen. Die haben sich natürlich dann geärgert, dass er staubig wurde.“ Unterstützung bekommen die drei aus dem ganzen Dorf. „Das ist hier so in Kuhbier. Wenn jemand eine Idee hat, kann er sie hier umsetzen. Und wenn es nicht mehr so gut läuft, hört man eben damit auch auf.“

Felix Zellmer (9) kann schon lange Traktor fahren

Felix Zellmer (9) kann schon lange Traktor fahren. 2016 hat er nach dem Treffen den Acker mit Traktor und Grubber wieder in ordnung gebracht.

Quelle: Claudia Bihler

Zu den Unterstützern gehört nicht zuletzt auch Felix Zellmer mit seinen neun Jahren. Als Bauernsohn geht er schon lange mit Landmaschinen um – am liebsten aber mit den modernen, bei denen viele elektronische Helfer viel Fahrarbeit übernehmen. Aber auch, wenn ihm die alten Modelle mit ihren Gangschaltungen und Kupplungen noch unheimlich sind, ist er beim Traktortreffen mit dabei. Dirk Zellmer: „Im letzten Jahr hat er nach dem Treffen die gesamte Fläche am gleichen Abend noch wieder hergerichtet.“

Die Kartoffeln werden zum Traktortreffen erntereif sein. Denn das findet in diesem Jahr vom 18. bis zum 20. August statt. Anreise ist freitags, Veranstaltungshöhepunkt dann am Samstag, 19. August.

Von Claudia Bihler

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