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Die Vettiner Mühle und ihre Bewohner

Dorfserie Vettin Die Vettiner Mühle und ihre Bewohner

Die Vettiner Mühle (Gemeinde Groß Pankow) ist seit sieben Generationen im Familienbesitz. Die ersten vier hießen Mießner und prägten das ländliche Leben als Müller. Die beiden Generationen Siemens sanierten das Haus von Grund auf und leben einträchtig unter einem Dach. Später sollen die Sprösslinge Marie und Klara das Anwesen übernehmen.

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Mühlenbesitzer und alle heißen Siemens: Michael, Reinhold, Undine, Marie, Klara, Marcel und Jenny (v.l.).

Quelle: Christamaria Ruch

Vettin. Mit Marie und Klara wächst die siebente Generation in der Vettiner Mühle (Gemeinde Groß Pankow) heran. Die fünf und ein Jahr alten Mädchen gehören zu den sieben Bewohnern, die unter dem Dach der ehemaligen Wassermühle leben. Alle drei Generationen heißen dort Siemens. Außerdem lebt der acht Jahre alte Kater namens Moritz auf dem Hof.

„Es ist immer eine Freude, nach der Arbeit nach Hause zu kommen“, sagt die 34-jährige Jenny Siemens, die Mutter von Marie und Klara. Genau wie bei ihrem 35 Jahre alten Mann Marcel schlug ihr Herz schon frühzeitig für Vettin: Das Paar verbrachte vor Jahren seine Flitterwochen auf der ­Baustelle. „Damals haben wir alle am Dach gebaut“, erinnern sich Jenny und Marcel Siemens. Die ­59-jährige Undine und ihr 62 Jahre alter Mann Reinhold Siemens sind Generation Nummer fünf in der Mühle und die derzeit ältesten Bewohner. Außerdem wohnt noch deren 32 Jahre alter Sohn Michael auf dem Hof. Die ersten vier Generationen bis zu Ruth und Udo Mießner brachten jeweils männliche ­Nachkommen hervor und der Name Mießner wurde vererbt. Erst die Generation von Undine Siemens läutete den Namenswechsel ein. Dennoch steht die Mühle mit dem gut 16 Hektar großen Anwesen für stabile Familienverhältnisse.

Seit 2007 die Mühle restauriert

„Ab 2007 haben wir schrittweise die Mühle restauriert“, sagt Undine Siemens. Vorher stand das Anwesen nach dem Tod ihres Vaters Udo Mießner fünf Jahre leer. „Wir wollten die Mühle verkaufen, aber in dem damaligen Zustand hätte das nicht so viel gebracht“, so Reinhold Siemens. Also tagte der Familienrat und beschloss: Die gut 320 Quadratmeter große Mühle wird in Eigenregie zu drei ­Wohnungen ausgebaut. Nur beim Dach und den Fenstern holten sich die Eigentümer Firmen ins Boot. Im Jahr 2008 zogen Undine, Reinhold und Michael Siemens auf die Baustelle; 2011 folgten dann ­Jenny und Marcel Siemens mit Marie.

„Im Haus bin ich im Laufe der Bauzeit sieben Mal umgezogen“, erinnert sich Michael Siemens. Schrittweise füllte die Familie das Haus mit ihren Möbeln und Leben. „Die Sanierung ist sehende Arbeit“, sagt er. Das Haus steht seit den 1990er Jahren unter Denkmalschutz. „Man wächst da so hinein“, kommentiert er das gemeinsame Ringen um tragbare Baulösungen. Seit mehreren Jahren erstrahlt das Haus in altem Glanz: Fachwerk, Back- und Feldstein sowie die Biberschwanzkronendeckung fallen sofort ins Auge. Nach Überlieferung ist das Haus 1854 errichtet. 1910 folgte ein Umbau.

Im Dorf packen alle mit an

„Wir haben kein Heimweh nach Pritzwalk“, sind sich alle einig. Auch wenn die Mühle etwas ­abseits vom Dorf liegt, der Kontakt zu den anderen Einwohnern ist gut. „Hier ist ein Zusammenhalt und wenn Feiern anstehen, packen alle im Dorf mit an“, sagt Undine Siemens. Die mehr als 150 Jahre alten Linden rund um das Haus spenden den Bewohnern Schatten. Auch der Lieblingsplatz unter den Bäumen hinter der Mühle wird von ­Generation zu Generation vererbt. „Hier entstanden früher die Hochzeitsfotos“, sagt Michael Siemens. Und wenn sie dort auf der Bank Platz nehmen, können sie ausspannen und hinüber nach Kehrberg schauen. Wer hinterm Haus den Kajak in die Karthane setzt, kann über die Stepenitz und Elbe bis zur Nordsee gelangen. „Wohnen ist hier wie Urlaub“, sagen alle einstimmig.

Von Christamaria Ruch

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