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Die Wiege der Prignitz hat profitiert

Resümee zur Bundesgartenschau Die Wiege der Prignitz hat profitiert

177 Tage lang war Havelberg eine der fünf Ausrichterstädte der Bundesgartenschau. Zwar überschattet das Defizit von 10 Millionen Euro die Buga-Errungenschaften, doch unterm Strich hat die kleine Stadt an der Grenze zur Prignitz stark vom Großereignis profitiert.

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Diesen atemberaubenden Blick konnten die Besucher vom Buga-Skyliner in Havelberg genießen.

Quelle: Andreas König

Havelberg. Natürlich hätte es besser laufen können. 500 000 Besucher weniger als geplant, geschätzte zehn Millionen Euro Defizit – der Havelberger Bürgermeister Bernd Poloski (parteilos) musste viel erklären in den vergangenen Tagen. Dennoch hält er die Bundesgartenschau für einen Glücksfall, dessen segensreiche Wirkungen sich in den kommenden Jahren noch zeigen werden.

Was bereits jetzt zu sehen ist, sind gepflegte Parkanlagen, neue Spielplätze und das interaktive Informationszentrum „Haus der Flüsse“. Es ist etwas, das bleibt in der mehr als 1000 Jahre alten „Wiege der Prignitz“.

Der Buga-Skyliner war eine große Attraktion

Der Buga-Skyliner war eine große Attraktion.

Quelle: Andreas König

Sicher, von der Blumenpracht, wie sie zu Buga-Hochzeiten zu bewundern war, muss man sich verabschieden. Ebenso von der Holzbrücke, die den Hang des als Rodelhügel genutzten Nussbergs bis zum alten Domfriedhof überspannt. Dabei hätten viele Havelberger und Gäste es gern gesehen, wenn diese Verbindung bestehen bleibt. „Aber es war immer klar, dass es sich um eine temporäre Brücke handelt“, sagt der Bürgermeister. Um sie ganzjährig haltbar und winterfest zu machen, wäre ein großer Aufwand nötig. Nun steht das Bauwerk wie viele andere Buga-Requisiten zum Verkauf. Es haben sich sogar schon mehrere Interessenten gemeldet.

Manches ist unverkäuflich

Unverkäuflich und damit ins Inventar der Stadt übergehen werden hingegen die künstlerischen Fischplastiken am Ufer des Winterhafens. Ebenso die beiden Spielplätze. Vor allem der Slawen-Spielplatz mit seinen kühnen Kletterkonstruktionen und dem Schiff auf der Landzunge der Stadtinsel haben es kleinen und großen Besuchern angetan.

Erhalten bleiben den Havelbergern und Besuchern auch zwei Parks. Um die kleine, aber feine Anlage am Camps vor Vandalismus zu schützen, wird der Buga-Zaun zwar stehen bleiben, aber dennoch lässt es sich hoch über der Stadt vortrefflich lustwandeln. Das ist auch möglich in den Terrassengärten, die den Krugtorhohlweg säumen.

Der Paradiesgarten soll erhalten bleiben

Dass die Prämonstratensermönche einst ein Gespür für Obst, Wein und andere Freuden der Vegetation hatten, wurde zur Buga als Thema aufgegriffen: Der Paradiesgarten und die Dechaneigärten am Dom sollen nach dem Willen der Verantwortlichen gleichfalls erhalten bleiben. Zwar wird der lange Pfad, auf dem die Besucher den Dombezirk erkunden konnten, so nicht mehr zur Verfügung stehen, aber viele lauschige Winkel und hübsche Gärten kann man auch weiterhin besuchen.

Gleiches gilt für eines der Schmuckstücke der Buga: Das Haus der Flüsse, das auf dem Gelände eines lange leer stehenden Betonsteinwerks entstanden ist, informiert Besucher über den faszinierenden Lebensraum der unteren Havel. Es ist eine Art modernes Gegenstück zum Besucherinformationszentrum in Rühstädt. Bei Havelberg fließt der namengebende Fluss erstmals in die Elbe, was im weiteren Verlauf noch zwei weitere Male geschieht, ehe die Havel im größeren Strom aufgeht.

Das „Haus der Flüsse“ mit interaktivem Innenleben zählt zu den bleibenden Buga-Errungenschaften in Havelberg

Das „Haus der Flüsse“ mit interaktivem Innenleben zählt zu den bleibenden Buga-Errungenschaften in Havelberg.

Quelle: Andreas König

Und was ist mit dem viel beschworenen Blauen Band der Havel, das die einstigen Schwesterbistümer Havelberg und Brandenburg (Havel) miteinander verbindet? Das Buga-Motto „Fünf sind eins – Deins“ wollte die Verbindung zwischen Havelberg, Stölln, Rathenow, Premnitz und Brandenburg gedanklich herstellen. Letztlich erwiesen sich die mehr als 70 Kilometer Distanz jedoch auch als Hindernis für Buga-Besuche.

Gemeinsame Arbeit – auch künftig

„Wir haben uns in den acht Jahren seit der Buga-Bewerbung 2007 zusammengefunden“, sagt der Havelberger Bürgermeister. Diese Verbindung soll aufrechterhalten werden. Erlebbar wird das unter anderem mit dem Buga-Radweg, der – zusammen mit dem Elberadweg – zu einer wichtigen touristischen Verbindung für die Region geworden ist.

15 Millionen Euro wurden in Havelberg investiert, von dem 10-Millionen-Defizit muss die Stadt schätzungsweise 640 000 Euro tragen. Unterm Strich bleibt ein deutlicher Gewinn für die Stadt, der weit über das Materielle hinausgeht. So lässt sich verstehen, wieso der Bürgermeister das vermeintliche Buga-Debakel mit den Worten kommentiert hat: „Ich würde es jederzeit wieder tun.“

Von Andreas König

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