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Prignitz Die bunte Welt der Reike Militzer
Lokales Prignitz Die bunte Welt der Reike Militzer
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11:18 06.08.2018
Zur bunten Welt Reike Militzers gehören auch Katzen: farbig, ausdrucksstark und apart. Quelle: Kerstin Beck
Cumlosen

Wer aufmerksam durch das an der Elbe gelegene Cumlosen fährt, dem fällt ein in zartem Hellblau gestrichenes Haus auf – die Farbe ist aber keine Reminiszenz an den Fluss.

Hier lebt seit sieben Jahren Reike Militzer inmitten eines Grundstückes, das in feuchteren Jahren so richtig seine bunte Blumenpracht entfaltet. Bunt ist es hier aber auch zu allen anderen Jahreszeiten, denn auf der rechten Seite des Gebäudes weist die Inschrift „Galerie“ darauf hin, dass es hier etwas zu sehen gibt.

Das hellblaue Haus,in dem Reike Militzer wohnt, fällt schon von außen auf. Quelle: Kerstin Beck

Im Inneren des ebenfalls in einem sanften Blau gehaltenen Hauses entfalten nicht nur die vielen selbst kreierten Gemälde ihre Farbenpracht, sondern in der „Musikabteilung“ auch noch die verschiedensten Instrumente wie Akkordeon, Flöte, Gitarre, Heimorgel, Mandoline, Saxophon, Violine, Zither ihre Vielfalt. „Und die meisten davon kann ich auch spielen!“ heißt es dazu. Aber das ist gar nicht die eigentliche Leidenschaft der gebürtigen Hamburgerin.

Reike Militzer liebt erst einmal das Singen. „Aber nicht den Sologesang, sondern den Chorgesang, wo ich inmitten einer Gruppe bin, die Kraft der Gemeinschaft spüre und auch, dass ich zu etwas Größerem gehöre“, sagt die Musikliebhaberin, bei der man auch noch eine umfangreiche Notensammlung findet sowie einen wunderschönen Notenständer, der das Schmuckstück der Wohnung zu sein scheint. Denn schließlich gehört ja auch Üben mit zum ehrenamtlichen Geschäft.

Reike Militzer liebt kräftige Farben, das sieht man ihren von innen leuchtenden Bildern an. Quelle: Kerstin Beck

Die Cumloserin ist schließlich Mitglied im Bad Wilsnacker Chor „Cantabile“. „Da mache ich mit, weil der Chor eben große gesangliche Ansprüche hat, die auch umgesetzt werden können. Das Niveau ist dementsprechend hoch, ebenso die Stimmung und die Atmosphäre, und damit fühle ich mich richtig wohl“, lobt die Sängerin die Gemeinschaft, in der sie ihren Platz als Sopran einnimmt. „Der Chor hat zudem einen guten Ruf, er ist bis über die Grenzen der Prignitz hinaus bekannt und hat an die 60 aktive Mitglieder, wobei die meisten davon natürlich Frauen sind.“

Angefangen hat alles in Hamburg. In der 3. Klasse gab es eine Orgelbesichtigung beim Kantor der Kirchengemeinde, „und das hat mich derart fasziniert, dass ich dann dort im Chor mitgemacht habe. Und als ich 13 Jahre alt war, trat ich selbstverständlich in die Kantorei ein, und wir hatten tolle Auftritte.“ Beruflich folgte ein kirchliches Studium zur Musikpädagogin, „denn da gab es die Möglichkeit, die Spezialrichtung Musiktherapie zu absolvieren. Und das war für mich ganz wichtig, dass ich in diesem Metier arbeiten kann. Beim Singen fühle ich mich einfach super.“

Bunte Welt der Fische: Die schwarzen Exemplare schwimmen gegen den Strom. Quelle: Kerstin Beck

Das Singen ist indes nicht Reike Militzers einzige Leidenschaft – sie ist auch eine begeisterte und talentierte Malerin. „Ich zeichne seit meiner Kindheit, und das sind vor allem Frauengesichter gewesen. Seitdem ich hier in Cumlosen bin, entstehen die bunten Landschaften, die für mich zudem Himmelsbilder sind. Denn hier werde ich durch die unglaublich schönen Sonnenauf- und –untergänge inspiriert.

Reike Militzer malt oft, was sie fühlt

Es sind aber auch Seelenlandschaften – ich male oft, was ich gerade fühle. Dann muss immer etwas dabei sein, was dafür sorgt, dass alles wieder ins Lot kommt. Wenn da eine „Landschaft“ ist, wo es richtig stürmisch zugeht, male ich etwas hinein, etwas Beruhigendes, was mir beim Betrachten sagt, dass alles wieder gut wird. Das ist so etwas wie Seelenbalsam, der dabei sein muss!“

Die „gefühlte Anfang-Vierzigerin“, denn ihr Alter verrät die Rotblonde mit den ausdrucksvollen blauen Augen nicht, ist zudem Synästhetikerin. Diese Menschen haben die seltene Fähigkeit, Buchstaben, Zahlen oder Töne nicht nur als Zeichen oder Klang zu erleben, sondern auch in Farben zu sehen.

Sie ist eine ausgebildete Gebärdendolmetscherin

Der Lebensweg der Künstlerin, die zudem ausgebildete Gebärdendolmetscherin ist, ist immer wieder stark von der Begegnung mit der Kunst geprägt worden – während einer Reise durch Tansania brachte das Erleben der dortigen bunten Natur das I-Tüpfelchen: Die gesammelten intensiven Erfahrungen mussten nun einfach sichtbar visualisiert werden – in Bildern.

Fragt man die gebürtige Hamburgerin, was sie in ihrer eigenen Farbwelt, die als Ausstellung bereits in Hamburg, Ahrensburg, Perleberg, Wittenberge und in der Cumlosener „Rolandswurt“ zu sehen war, nun eigentlich ausdrücken möchte, kommt eine eher hilflose Geste: „Zwiesprache mit mir selbst, die in einer eigenen Integration endet – das ist es wohl. Sachen, die außen passieren, abstrahiere ich und mache sie sichtbar. Ich kann es schlecht erklären, nur malen!“

Von Kerstin Beck

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