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Prignitz Die ersten Flüchtlinge kommen nächste Woche
Lokales Prignitz Die ersten Flüchtlinge kommen nächste Woche
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08:15 01.02.2016
Weit über 200 Interessierte kamen zur Informationsveranstaltung im „Kulturbeutel“-Saal Quelle: Ulrich Fischer
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Putlitz

Weit über 200 Frauen und Männer kamen am Donnerstagabend zur Informationsveranstaltung über die bevorstehende Ankunft der ersten Asylbewerber in Putlitz. Weil Bürgermeister Bernd Dannemann und Amtsdirektor Hergen Reker das große Interesse vermutet hatten, luden sie in den großen Saal des Vereins „Kulturbeutel“ ein. Wie von den Veranstaltern erbeten, ging es bis zum Ende nach gut eineinhalb Stunden sehr sachlich zu, gab es keine wenig hilfreiche Polemik zum Asylbewerberproblem oder zur Bundespolitik im Allgemeinen.

Von Jean Haker-Böwe, Asyl-Koordinatorin der Kreisverwaltung, war zu erfahren, dass das Land Brandenburg im Jahre 2015 von den etwa 1,1 Millionen Asylbewerbern in Deutschland rund 28 000 aufgenommen hat, davon wiederum der Landkreis bisher 1021 Personen.

Sie kündigte an, dass in Putlitz kommende Woche eine syrische und eine afghanische Familie in die zwei Wohnungen in der Rudolf-Breitscheid-Straße 31 ziehen werden, die der Landkreis gemietet hat. Es sind insgesamt neun Personen. Ab Mitte Februar sind Quartiere im ehemaligen Reko-Bau-Gebäude bezugsfertig. Sie sind für zwölf Personen geeignet – „eher Alleinreisende“, wie es hieß. Die Stadt Putlitz hat zudem das ehemalige SAL-Gebäude zur Herrichtung von drei Wohnungen für Familien angeboten.

Als für Putlitz zuständige Awo-Betreuerin für Asylbewerber stellte sich Ines Franke vor. Sie steht auch Putlitzern bei Problemen mit den Gästen zur Verfügung.

Einige Bürger brachten ihre Ängste unter anderem vor kriminellen Handlungen der Ausländer vor. Bodo Zachert von der Polizeiinspektion Perleberg ging darauf ein. „Die Kriminalität bei Asylanten ist nicht wegzureden und genauso hoch wie bei Deutschen, sie hat nur einen anderen Charakter“, sagte er. Vor allem gehe es um ruhestörenden Lärm, Sachbeschädigung, Ladendiebstahl und Auseinandersetztungen untereinander. Zum Verdacht sexueller Handlungen unter Jugendlichen am Wochenende in Glöwen seien die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen.

Als Bürgermeister der Gemeinde Berge, die schon rund 30 Asylbewerber aufgenommen hat, berichtete Werner Eckel, dass es sich nicht um Menschen handele, vor denen man Angst haben müsse. „Es ist nichts Besonderes passiert, außer vielleicht Ruhestörung, weil sie einen anderen Lebensrhythmus haben – aber man kann darüber mit ihnen reden.“ Ganz wichtig sei der ehrenamtliche Helferkreis, ohne den es vielleicht mehr Probleme gäbe. Ähnliche Erfahrungen äußerten Betreuer aus Meyenburg.

„Wir können jetzt nur dafür sorgen, dass Asylbewerber bei uns eine menschenwürdige Aufnahme finden“, sagte Bürgermeister Dannemann. „Sie müssen sich aber an unsere Spielregeln halten; niemand soll bei Problemen im Stich gelassen werden, natürlich auch nicht die Einheimischen.“

Bei Ines Franke meldeten sich zwei Bürgerinnen, die in einem Putlitzer Helferteam mitwirken wollen.

Hinweis: Mit Fragen zur Betreuung der Asylbewerber und Helferangeboten können sich Putlitzer von 7 bis 16 Uhr an Ines Franke (Awo) unter  033981/8 37 30 wenden.

Von Ulrich Fischer

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