Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Prignitz Die fliegenden Kühe
Lokales Prignitz Die fliegenden Kühe
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 16.07.2016
Viele Kühe geben in ihrem Leben mehr als 75 000 Liter Milch. „Das geht nur, wenn sie artgerecht gehalten werden“, sagt Uwe Müller. Quelle: Claudia Bihler
Anzeige
Ellershagen

Die schwarzbunten Milchkühe im Stall in Ellershagen wissen bereits, dass jetzt das Mittagessen geliefert wird und strecken ihre Nasen in Richtung Futterwagen. Vollautomatisch deckt Uwe Müller von der Agrargenossenschaft Halenbeck den Tisch für die Kühe. Maissilage steht auf dem Speiseplan. Das essen auf Rädern trifft pünktlich ein, denn Kühe haben biologisch bedingt einen recht strengen Zeitplan – nicht nur beim Melken. „Unsere Frauen hier brauchen schon viel Herzblut für ihre Arbeit“, sagt Uwe Müller: „Wenn andere feiern, müssen sie arbeiten. Morgens sind sie schon um drei Uhr im Stall, damit beim Melken der Zwölf-Stunden-Rhythmus nicht unterbrochen wird.“

Kleines Kälbchen, riesige Ohrmarken. Um den hals tragen die Tiere einen Transponder, mit dem unter anderem die Nahrungsaufnahme kontrolliert werden kann. Quelle: Claudia Bihler

Viele Milchbauern in der Region haben angesichts der wiederholten Preiskrisen für Milchprodukte inzwischen aufgegeben. Die Agrargenossenschaft Halenbeck hält noch 150 Kühe: „Wir haben Glück, dass wir als Randbereich eines gut gehenden Ackerfruchtbetriebes ohne Schulden wirtschaften können. Bei Milchbauern, die ausschließlich auf die Erlöse aus dem Milchgeschäft angewiesen sind, sieht das völlig anders aus“, sagt Uwe Müller, „heute sind fast ausschließlich noch Betriebe am Markt, die nicht anders können, weil sie in den letzten Jahren viel investiert haben.“

Knallhart kalkuliert: Der Tierarzt rechnet sich nicht

Knallhart kalkuliert wird auch in Ellershagen: Uwe Müller übernimmt die eine oder andere Behandlung wie etwa einen Verbandswechsel bei den Tieren inzwischen selbst, statt den Tierazrt zu rufen: „Allein das Material für einen Verband kostet sechs Euro, bei Erzeugerpreisen von rund 20 Cent pro Liter muss eine Kuh schon sehr viel Milch geben, um diese Kosten wieder hereinzuholen, von Futter und anderem ganz zu schweigen.“

Frisch gedeckter Mittagstisch für die Kühe in Ellershagen. Quelle: Claudia Bihler

Die Tiere bekommen jedoch alles Notwendige, denn die Agrargenossenschaft Halenbeck hat sich für den Bestand des Milchviehbetriebes entschieden – auch, um den Standort zu erhalten. Die Politik macht es den Milchbauern nicht leicht. „Bei der EU hat man auf den Wegfall der Milchquote gesetzt. Aber jetzt sind die meisten kleinen Betriebe kaputt, die ohnehin nur zu einem geringen Teil zur riesigen Milchmenge beigetragen haben: Jetzt leiden auch die großen Betriebe mit ein paar tausend Tieren, weil die Preise im Keller sind.“ Müller sieht den Einzelhandel in der Verantwortung, der über Dumpingpreise für Joghurt, Milch und Buttert Preispolitik macht. „Trotz einer hohen Milchmenge auf dem Markt ist es einfach nicht in Ordnung, so geringe Preise für Landwirtschaftsprodukte zu zahlen.“

Russland-Embargo trifft die Bauern hart

Hinzu kommt das Handelsembargo gegenüber Russland: „Das war für die heimische Landwirtschaft ein großer Markt.“

Jungbulle Egon ist seit kurzer Zeit in Ellershagen und füllt seiner Rolle bereits gerne aus. Falls er nicht genug Aufmerksamkeit bekommt, wird auch mal das Stalltor angerempelt. Quelle: Claudia Bihler

Immerhin sind den Halenbecker die Kunden aus dem arabischen Raum treu geblieben. Regelmäßig kommen Aufkäufer nach Ellershagen, um sich Färsen auszusuchen, die in ihrem ersten Jahr tragen. Wenn die Tiere 15 Monate alt sind, werden sie gedeckt. „Die Käufer nehmen dann diese Tiere, denn dann müssen sie nicht den Aufwand betreiben, sie erst aufzuziehen“, sagt Müller.

Kühe fliegen weiter als bis Kuwait

In Boxen mit jeweils drei Tieren fliegen die Ellershagener Kühe in den Libanon, nach Algerien, nach Libyen – sogar Aufkäufer aus Saudi Arabien waren schon auf dem Hof. „Die Einkäufer können frei wählen“, meint Müller. Mitunter wurden Käufer aber auch wieder nach Hause geschickt: „Selbst wenn die Preise im Keller sind, muss man ja nicht an jedem Tier etwas auszusetzen haben.“

Von Claudia Bihler

Prignitz Polizeibericht für die Prignitz vom 13. Juli 2016 - Perleberg: Hoher Schaden bei Auffahrunfall

Sachschaden in Höhe von rund 16 000 Euro entstand am Dienstagnachmittag bei einem Verkehrsunfall mit drei Autos in Perleberg. In der Putlitzer Straße. Ein 42 Jahre alter Fiat-Fahrer fuhr auf einen VW auf, der vor ihm verkehrsbedingt hielt. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der VW auf einen Mazda geschoben. Menschen kamen nicht zu Schade. Der Fiat war nicht mehr fahrbereit.

13.07.2016

Er ist für seine 60 Jahre erstaunlich drahtig und fit. Schauspieler Eisi Gulp aus München führte den 8. Klassen der Pritzwalker Rochow-Schule eindringlich die Gefahren des Drogenmissbrauchs vor Augen. Ob Alkohol, Nikotin oder harte Drogen, nichts davon sei es wert, die Gesundheit aufs Spiel zu setzen. Das zeigte Eisi Gulp in eindrucksvollem Spiel.

15.07.2016

Dorf macht Oper heißt es am Wochenende wieder in Klein Leppin (Prignitz). Alle vier Aufführungen von „Don Quichotte“ sind ausverkauft. Die Kreativen vom Verein Festland haben sich wieder allerlei einfallen lassen für eine unvergessliche Aufführung. Neben professionellen Künstlern und Laien aus der Umgebung wirken auch Flüchtlinge mit.

12.07.2016
Anzeige