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Die junge Dosse bei Dudel

Managementplan für Naturschutz Die junge Dosse bei Dudel

Bereits seit 2003 ist die Dosse in ihrem Verlauf als Flora-Fauna-Habitat (FFH) geschützt, im vergangenen Jahr wurden in einer Management-Planung Maßnahmen formuliert, die auf freiwilliger Basis den Fluss wieder naturnaher machen sollen. Bei Wulfersdorf und Dudel siedeln seltene Arten und die Dosse ist noch weitgehend gesund.

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Die Dosse überquert kurz vor Dudel die Landesgrenze zu Mecklenburg, wo in rund sieben Kilometern Entfernung ihr Quellgebiet liegt.

Quelle: Claudia Bihler

Dudel. Hier gluckert es leise, dort schwimmt ein Stück abgerissene Wasserpflanze vorbei. Wasserlinsen haben das warme Wetter schon lange genutzt, um hier und dort schwimmende Kolonien zu bilden, und am Ufer lockt der Beinwell mit seinen lila Kelchen die Fluginsekten an. Es ist Frühjahr am oberen Dosselauf bei Wulfersdorf und Dudel, der Wasserstand noch so hoch, dass sich die aquatische Lebensgemeinschaft mit voller Pracht entfalten kann. Auch die Fische sind bei diesen Temperaturen fit im Oberen Dosselauf.

Gerade mal 7,6 Kilometer lang ist die Dosse hier hinter der Landesgrenze zu Mecklenburg. Ein paar Kilometer nördlich im Nachbarland liegen ihre Quellen, und auch rund um Wulfersdorf wird sie von mehreren Entwässerungsgräben und kleinen Bächen gespeist, bis sie schon bei Wittstock eine beträchtliche Größe erreicht, durch die Kyritzer Seenkette fließt, um schließlich einige Kilometer hinter Neustadt in guter Nachbarschaft zum Rhin in die Havel zu münden.

Seit 2003 wird der Dosse auf durch die europäische Naturschutz-Richtlinie Natura 2000 geschützt, ist also ein so genanntes Flora-Fauna-Habitat, gegliedert in zwei FFH-Gebiete – zum einen das Gebiet „Dosse“ mit 630 Hektar Fläche, sowie die am Unterlauf befindliche „Dosseniederung“ mit 810 Hektar. Geschützt ist die Dosse unter anderem deshalb, weil hier die aalähnlichen Bachneunaugen leben und sich diverse Muschel- und Schneckenarten wohlfühlen. Zudem bietet der Fluss vor allem auch im Oberlauf Lebensraum für Fischotter, die an mehreren Stellen beobachtet wurden.

Für diese Gebiete wird regelmäßig ein Management-Plan aufgestellt: Zum einen, um vorhandene Arten zu schützen, zum anderen aber auch, um für die Gebiete für die Zukunft eine naturnahe Entwicklung zu ermöglichen.

Blühender Beinwell am Dosseufer

Blühender Beinwell am Dosseufer.

Quelle: Claudia Bihler

Im Gegensatz zu vielen anderen Stellen, an denen die Dosse mitunter nur noch einen durchschnittlichen bis beschränkten Erhaltungszustand zeigt, geht es der jungen Dosse in ihrem Oberlauf zwar nicht „hervorragend“, aber immerhin gut: Sie darf an manchen Stellen frei mäandern und auch ihre Fließgeschwindigkeit ist für einen Flachland-Fluss relativ hoch.

Seit dem vergangenen Jahr gibt es nun für die Dosse eine Management-Planung, die dazu führen soll, dass der Flusslauf wieder naturnaher gestaltet wird. „Dieser Plan sieht verschiedene Maßnahmen vor“, sagt Peter Haase vom Landesumweltamt, der die Planung begleitet hat.

Zu den geplanten Maßnahmen zählt, die Dosse für wandernde Arten wieder durchgängiger zu machen sowie den Flusslauf naturnaher zu gestalten – beispielsweise, indem Totholz im Flusslauf liegen bleiben darf. Der Wasserabfluss soll dennoch gewährleistet bleiben.

Drittes Vorhaben ist, gemeinsam mit der Landwirtschaft in den Uferzonen eine extensivere Bewirtschaftung zu erreichen. „Auf freiwilliger Basis“, sagt Haase und weist auf Fördermöglichkeiten hin – egal, ob ein Landwirt von sich aus auf Extensivierung setzen möchte oder das Landesumweltamt auf die Landwirte zugeht.

Geschützt ist der gesamte Flusslauf auch, weil sich an unterschiedlichen Abschnitten andere Lebensgemeinschaften bilden: So ist etwa der schnellfließende Oberlauf Salmonidengewässer.

„Auch, wenn die Dosse an vielen Stellen bis an ihre Ufer bewirtschaftet wird und an anderen Stellen verbaut ist, ist der Fluss insgesamt schützenwert, denn wir haben an einigen Stellen sehr seltene Arten gefunden“, sagt Peter Haase. Inzwischen wurden an einigen Stellen Fortschritte erreicht: So wurden Wehre bereits zurückgebaut.

Von Claudia Bihler

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