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Die neue Freiheit der Rebhühner

Schönhagen Die neue Freiheit der Rebhühner

In der Nähe von Schönhagen (Stadt Pritzwalk) wurden fünf Paare aus der Hainholz-Aufzuchtstation am Karfreitag ausgewildert. Maßnahmen wie diese sollen zum Erhalt der Art beitragen.

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Direkt zur nahe gelegenen Futterstelle ging der erste Weg dieses Rebhuhns, nachdem es Alexander Liedtke in die Freiheit entlassen hatte.

Quelle: Bernd Atzenroth

Schönhagen. An dieser Stelle fühlen sich Rebhühner offenbar wohl. Kein Wunder, denn hier gibt es genau die richtige Verbindung von Feuchtigkeit und Futter, die die schönen Vögel brauchen. „Hier gibt es die vier Ws: Wiese, Wald, Wasser und Weizen“, sagt Rüdiger Jach. Direkt an einer Futterstelle, die von tiefem Gras umgeben ist und sich in der Nähe einer Wasserstelle am Rande eines Feldes und – ganz wichtig – einer Hecke befindet, ließen er und Alexander Liedtke am Karfreitag fünf Paare hinaus in ihre neue Freiheit – sie wurden am neuen Weg inmitten der Windräder oberhalb von Schönhagen (Stadt Pritzwalk) ausgewildert.

Alexander Liedtke öffnet eine kleine Kiste, aus der ein Paar Rebhühner gleich hinausfliegen wird

Alexander Liedtke öffnet eine kleine Kiste, aus der ein Paar Rebhühner gleich hinausfliegen wird.

Quelle: Bernd Atzenroth

Die Tiere stammen aus der Aufzuchtstation im Pritzwalker Hainholz. Ziel und Zweck der Aktion ist die Erhaltung des Bestands. „Jetzt ist die richtige Jahreszeit. Denn bald fangen sie an zu legen“, erklärt Jach, seines Zeichens Betriebsleiter im Hainholz, weiter, der im Moment überall unterwegs ist, um Rebhühner zum Auswildern abzugeben. Der Ort ist auch gut, weil hier die Hoffnung besteht, dass die Rebhühner nicht gleich wieder Raubtieren zum Opfer fallen oder von Autos überfahren werden. Landwirt Axel Liedtke, der zusammen mit den anderen Jagdpächtern aus Schönhagen die fünf Paare erworben hatte, berichtet, dass an dieser Stelle schon immer Rebhühner gewesen sind. „Hier waren mal drei Ketten“, weiß er, „zum Schluss war es aber nur noch eine.“ Eine Kette, das ist ein Verband von etwa 20 Tieren. Die fünf Paare, die nun an dieser Stelle freigesetzt worden sind, sollen dazu beitragen, den Bestand wieder aufzufrischen und zu erhalten.

Rebhühner waren einst häufig anzutreffen. Seit Ende der siebziger Jahre ist ihr Bestand jedoch deutlich zurückgegangen. Seit 1992 gibt es im Hainholz die Rebhuhn-Aufzuchtstation und den Hühnervogelartenschutzpark. Hier haben vom Aussterben bedrohte Arten wie Haselhühner, Birkhühner und Auerhühner, insbesondere aber das heimische Rebhuhn, eine artgerechte Heimstätte erhalten. Jährlich wurden hier schon einmal bis zu 1000 Rebhühner gezüchtet und für die Auswilderung vorbereitet. Das geschieht mehr oder weniger im Verborgenen, um den Kontakt mit Menschen so gering wie möglich zu halten – verbunden mit der Hoffnung, dass die Vögel sich später auch wie Wildtiere verhalten.

Flug in die Freiheit

Flug in die Freiheit: Als Rüdiger Jach die größere Kiste öffnet, machen sich sofort gleich mehrere Paare Rebhühner auf in ihr neues Leben als Wildtier.

Quelle: Bernd Atzenroth

370 Rebhühner hatte Rüdiger Jach in diesem Jahr insgesamt abzugeben. Von diesen sind noch 80 zu haben. Zu den Interessenten zählen hiesige Jagdverbände, aber nicht nur: „Viele unserer Kunden kommen aus den alten Bundesländern“, berichtet Jach.

Von Bernd Atzenroth

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