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Prignitz Dieser Bulle ist auch ein Lamm
Lokales Prignitz Dieser Bulle ist auch ein Lamm
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14:09 24.02.2017
Manfred Glaser und sein Bulle Stramin. Quelle: Annette Matthiesen
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Baek

Kaum zu glauben – aber wahr: Langsam und kraftvoll kratzt Pensionär und Hobby-Landwirt Manfred Glaser aus Perleberg innigst einen monströs großen Bullen. Der stramme Bulle hört auf den Namen Stramin. Er steht mit seinen Kuh-Damen in Baek (Gemeinde Groß Pankow) und bringt derzeit satte 1300 Kilogramm auf die Waage. Zur Simmentaler Rinderrasse gehörend, vererbt er eine gute Eigenschaft: Fleischmasse.

Diese Rinder zählen zu den größten Rassen Deutschlands. Nebenbei: Die Tiere gelten als „trittfest“ und würden, entsprechend abgerichtet, auch einen Wagen ziehen. Genau dafür hat man in früheren Zeiten diese Rasse gerne verwendet.

Seit kurzem ist der Sohn, Marco Glaser, für die gesamte Rinderzucht verantwortlich. Angefangen hat er mit seinem Vater vor etwa 20 Jahren, die Simmentaler Rasse zu züchten. Der erste Jungbulle wurde damals in Omas Garten gestellt und hat den noch unerfahrenen Haltern jede Menge Ärger beschert. Das war der Beginn einer erfolgreichen Bullenzucht auf Länder- und Bundesebene von Vater und Sohn. Wichtige Auszeichnungen waren der Mühe Lohn: Der abgebildete Bulle ist der drittbeste seiner Klasse aus Brandenburg. Bulle „Ursus“ bekam den 1. Preis als „bester Bulle Deutschlands“. Ursus’ Nachkommenschaft ist unter Simmentaler Züchtern gefragt. Die Friedfertigkeit der Tiere hat mittlerweile eine geschäftsfördernde Wirkung erreicht.

Manfred Glaser: „Unsere Tiere sind klar im Kopf!“

Wie macht man Bullen, die für ihre Unberechenbarkeit hinlänglich bekannt sind, eigentlich zahm? Das angespannte Verhältnis zwischen gefährlichen Bullen und Mensch wird erfolgreich ausgehebelt: mit großen Sachverstand und Wissen um das Verhalten des Bullen, über Begleitung und Erziehung der Tiere sowie mit Beschäftigung und Zuwendung. Kurz, mit dem Aufbau von Vertrauen. Manfred Glaser: „ Hier wächst jeder Bulle mit dem erforderlichen Platz im Herdenverband auf. Gefängnis, wie Einzelhaltung, ist tabu. Unsere Tiere sind klar im Kopf!“

Im Winter gibt es Äpfel, im Sommer auch mal frisch aufgeblühte Sonnenblumen mit Stängeln und Blättern. Dazwischen wohldosierte Streicheleinheiten. Wer würde da als gut erzogener Bulle nicht folgen, auf einem Spaziergang, der auch schon mal gemacht wird? Natürlich mit Nasenring, so lautet die Vorschrift. Auf die Führstange aber kann verzichtet werden – es reicht ein dünner Strick. Wer nicht pariert, hört auch mal die laute Stimme oder erhält einen Klaps auf die Hinterbacke. Wer aufs Gehöft kommt und laut ruft, bekommt öfter ein „hier bin ich“ aus der Mitte eines Freilaufstalles zu hören: der Mann ohne Angst mitten in der Bullenherde.

Mit den Jahren hat er einen absoluten Riecher für „Kopf-gesunde“ Bullen, und solche die es nicht sind, entwickelt. Zugekaufte Bullen, die noch positive Erfahrungen aufnehmen können, macht er mit viel Geduld und Kenntnis handzahm. Bullen aus eigener Zucht sind das sowieso. Die hoffnungslosen Fälle werden verkauft, oder geschlachtet: zu gefährlich für den Umgang mit dem Menschen.

Eine Verbindung, die fester ist als jeder dicke Strick

Manfred Glaser sagt: „Alles passiert stressfrei und letztlich spare ich viel Nerven, Aufregung, Zeit und Personal.“ Und damit Geld. Wenn der Tierarzt kommt, braucht er für die Behandlung nicht zwei bis vier Leute – es reicht eine Person, die der Bulle kennt. Stillhalten? Kein Problem. Einfangen auf der Weide? Auch kein Problem. Dasselbe beim Verladen auf einen Hänger. Auch die jährliche Blutabnahme ist völlig entspannt und geschieht im Vertrauen des Tieres darauf, dass ihm nichts Böses widerfährt.

Kein Wunder, wenn die Arbeit mit den unberechenbaren Bullen der Firma Glaser, die ihren Hauptsitz in Perleberg hat, überwiegend Freude bringt.

„Aufmerksamkeit und Vorsicht ist trotzdem oberstes Gebot“ resümiert Manfred Glaser. Und dennoch: Führen und Folgen im Vertrauen. Eine Verbindung, die fester ist als jeder dicke Strick.

Von Annette Matthiesen

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