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Prignitz Dieser Sommer hat Folgen für die Prignitz
Lokales Prignitz Dieser Sommer hat Folgen für die Prignitz
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17:04 08.08.2018
Wo sonst einer breiter Strom aus Tschechien bis an die Nordsee fließt ist derzeit nur noch ein kleiner Fluss zu sehen, der zu Fuß mit einer Höhe von maximal 80 Zentimetern durchschritten werden könnte. Quelle: Marcus J. Pfeiffer
Prignitz

Der Mittwoch war vielerorts bislang einer der heißesten Tage des Jahres. Stellenweise kletterten die Temperaturen bis an 38 Grad heran. Die lange Trockenheit, enorme Hitze und maximale Sonnenscheindauer erfreut aber nicht nur die Ferienkinder und die Besucher von Freibädern, sondern hat auch jede Menge Schattenseiten.

Nicht nur alle Menschen schwitzen, sondern auch der Straßenbelag. Mancherorts bildet er eine schmierige Decke. „Dabei tritt flüssiges Bitumen an die Oberfläche“, erklärt Cornelia Mitschka vom Landesbetrieb Straßenwesen. Eine der stark betroffenen Strecken ist unter anderem die Landstraße 10 zwischen Perleberg und Berge.

Auf der Landstraße 10 – wie hier bei Groß Buchholz – sind viele Strecken gesplittet. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

„Die Straßenmeistereien befahren die gefährdeten Straßenabschnitte regelmäßig und häufiger als sonst und streuen die Decken bei Bedarf mit Splitt ab, um das flüssige Bitumen zu binden“, so Mitschka. Auf der Landstraße 10 geht es stellenweise nur mit Tempo 30 vorwärts – wie beispielsweise in Groß Buchholz und Reetz.

Große Staubwolken ziehen auf, wenn dort die schweren Lkws lang fahren. Motorradfahrer kommen auf den Split-Strecken schnell ins wanken. Es gilt besondere Vorsicht. Doch derzeit gebe es auf Prignitzer Landstraßen nicht mehr, aber auch nicht weniger Probleme als in anderen Landkreisen, heißt es vom Landesbetrieb auf Nachfrage.

Die starke Sonneneinstrahlung lässt die Straßenbeläge erweichen. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Auch sogenannte Blow-ups gibt es bisher in der Prignitz nicht, die schon auf einigen Autobahnen für Sperrungen und lange Staus infolge von Fahrbahnverengungen sorgten. „Sie entstehen grundsätzlich nur auf alten Betonfahrbahnen, auch wenn diese inzwischen mit Asphalt überbaut worden sind“, teilt Cornelia Mitschka mit.

Es sei eine Folge der thermischen Materialausdehnung bei ungenügendem Fugenabstand. Doch trotz solcher heißen Extremsituationen sei die Hitzebeständigkeit noch kein Kriterium bei der Auswahl des Straßenbelags, sondern nur die Verkehrsbelastung. „Die alten Straßendecken, die jetzt Probleme bereiten, sind überwiegend nicht nach den neuen Straßenausbaustandards gebaut worden und weisen natürliche Alterungserscheinungen auf.“

Fische Sterben in den kleinen stehenden Seen – wie hier im Schwanenteich in Wittenberge. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Große Probleme bereiten die langanhaltende Trockenheit und heißen Temperaturen auch den natürlichen Gewässern. Elbe, Stepenitz und Dömnitz sind nah an Negativrekorden. Die Schifffahrt auf der Elbe ist nur noch sehr eingeschränkt beziehungsweise gar nicht mehr möglich. In Wittenberge betrug der Wasserstand am Mittwoch nur noch 76 Zentimeter. Die durchschnittliche Wasserhöhe liegt dort normalerweise bei über 2,20 Meter.

In Meyenburg war die Stepenitz am Mittwoch nur noch 13 Zentimeter vom Allzeit-Tiefstand aus dem Jahre 1996 entfernt. Ein ähnliches Bild bot sich auch an den anderen Messstellen in der Prignitz – es fehlt der Regen. Über die Wehre versuche nun die zuständige Bundeswasserstraßenverwaltung einen Ausgleich zu schaffen, um die Fahrrinnen für Schiffe befahrbar zu lassen.

Die Wassertiefe im Schwanenteich in Wittenberge beträgt nur noch wenige Zentimeter. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

„Auch das Landesumweltamt hat eigene Anlagen und Schleusen“, sagt Kurt Augustin. „Wir steuern unsere Anlagen so, dass wir nach Möglichkeit immer einen Mindestwasserfluss erreichen“, so der Experte im Landesumweltamt. Dabei stimmen sie sich immer mit den unteren Wasserbehörden auf Landkreisebene ab.

Die hohen Temperaturen erhitzen die Gewässer immer mehr – zum großen Nachteil für alle dort heimischen Lebewesen. In nahezu allen fließenden und stehenden Oberflächengewässer der Prignitz sei Wassermangel festzustellen. „Die untere Wasserbehörde hat inzwischen die Oberflächenwasserentnahme zu Bewässerungszwecken unter anderem aus der Löcknitz eingeschränkt oder sogar teilweise untersagt“, teilt Frank Stubenrauch aus der Kreisverwaltung mit.

Die Laubsaison hat begonnen – so früh wie schon lange nicht mehr. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Bei hohen Wassertemperaturen laufen viele biologische Prozesse im Gewässer – auch Abbauprozesse. Das verbraucht viel Sauerstoff. Die Fische können so ersticken und es kann zu einem massiven Fischsterben in Gewässern kommen. So war es auch in der vergangenen Woche in den Karpfenteichen bei Perleberg, die MAZ berichtete.

Nun soll auch der Schwanenteich in Wittenberge betroffen sein. „Die derzeitige Problemlage ist der Stadtverwaltung bekannt und es werden derzeit verschiedene kurzfristige Maßnahmen geprüft, um eine weitere Verschlechterung der Situation entgegenzuwirken“, teilt Christiane Schomaker von der Stadtverwaltung Wittenberge mit.

Die Bäume verlieren schon jetzt ihre Blätter. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

In den Perleberger Karpfenteichen sind die verendeten Fische inzwischen alle abgesammelt, wie Hagen Boddin für die Stadt gegenüber der MAZ erklärte. Boddin betonte dabei auch noch einmal, dass es kaum möglich sei, wirkliche „inhaltliche Maßnahmen“ zu ergreifen. Die Karpfenteiche sind sogar prädestiniert dafür, dass so etwas vorkommt: Sie seien sehr flach und hätten keinen wesentlichen Zufluss außer Niederschlag, der bekanntermaßen im Moment ausbleibt, betonte er.

Von Marcus J. Pfeiffer

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