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Dietmar Woidke besuchte Wolfshagen

Gespräch über die Integration von Flüchtlingen in die Arbeitswelt Dietmar Woidke besuchte Wolfshagen

Ministerpräsident Dietmar Woidke und Staatssekretärin Katrin Lange nahmen den Ball auf, den ihnen der Wolfshagener Unternehmer Ernst Hüffmeier am Mittwoch als ihr Gastgeber zuspielte. Er hatte sich für die Schaffung einer Schaltstelle ausgesprochen, die Flüchtlinge in der Region in die Arbeitswelt vermitteln soll.

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Drahtgitter sind ein Hauptprodukt der Firma in Wolfshagen. Ernst Hüffmeier (M.) erklärte Dietmar Woidke (r.) die Produktionsabläufe.

Quelle: Bernd Atzenroth

Wolfshagen. „Heute bewegt uns das Thema Integration von Flüchtlingen“, meinte Mike Blechschmidt, „wir Unternehmer haben alle gesagt, wir sind bereit.“ Der Sprecher des Vereins Wachstumskern Autobahndreieck Wittstock schlug damit in dieselbe Kerbe wie Ernst Hüffmeier, Geschäftsführer der Wolfshagener Draht- und Metallverarbeitung (WDM). Hüffmeier hatte sich von Anfang an bereit erklärt, Flüchtlinge zu beschäftigen, beklagte aber jüngst, dass das Ansinnen bislang nicht ­umgesetzt werden konnte.

Am Mittwoch hatte Hüffmeier nun in seiner Firma den Ministerpräsidenten Dietmar Woidke und eine Runde von Unternehmern zu Gast, die sich nicht nur mit der Thematik Flüchtlinge und Integration auseinandersetzten, sondern auch andere Themen wie Fachkräftesicherung, Energiemanagement und die Kreisgebietsreform besprachen. Die Flüchtlingsintegration liegt Hüffmeier aber am Herzen und war daher Thema eines Vorgesprächs in kleiner Runde. Hüffmeiers Firma sucht dabei nicht unbedingt Spezialkräfte, weshalb aus seiner Sicht ausgefeilte Deutschkenntnisse nicht unbedingt direkt erforderlich wären: „Einfache Hilfstätigkeiten bekommst du auch so hin.“

Trotzdem ist es ihm noch nicht gelungen, einen Flüchtling einzustellen, geschweige denn, Asylsuchende überhaupt über die Arbeit bei WDM informieren zu können. Seiner Erfahrung nach fehlt in der Region eine Schaltstelle, die die verschiedenen mit der Thematik befassten Akteure zusammenbringt, ob nun Jobcenter, Agentur für Arbeit oder Landkreis.

Die Runde nahm den von Hüffmeier gespielten Ball auf. Denn sowohl Dietmar Woidke als auch Katrin Lange, Staatssekretärin im Infrastrukturministerium, waren der Auffassung, dass hierfür auf Kreisebene eine Lösung gefunden werden sollte. Ministerpräsident Dietmar Woidke möchte das Bündnis für Brandenburg zur Integration von Flüchtlingen auf die Landkreisebene übertragen, denn „runterbrechen auf kommunale Ebene können wir das nicht“. Aber das Land könne das Ganze finanziell unterstützen.

Auch wenn es noch kein konkretes Ergebnis gab, so ist „ein Ball ins Rollen gekommen“, wie Hüffmeier auf Nachfrage meinte. Katrin Lange sprach sich im Nachgang mit dem Wirtschaftsministerium ab. Als Idee steht zum Beispiel im Raum, dass die Zukunftsagentur Brandenburg (ZAB) bei der Suche nach einer geeigneten Schaltstelle ins Spiel kommen könnte, was aber noch ein Gedankenspiel ist.

„Das Thema der nächsten Jahrzehnte“

Wichtigstes Ziel sei es, das Verfahren so zu straffen, dass in den zentralen Aufnahmeeinrichtungen des Landes alle Entscheidungen schnell fallen können, bevor die Flüchtlinge auf die Region verteilt werden, sprich: dass sie zum Beispiel bei der Ankunft in der Prignitz schon über einen sicheren Status verfügen. Auf MAZ-Nachfrage präzisierte Katrin Lange, dass es sich um eine Zielsetzung des Landes handele. Schließlich seien jede Menge Kapazitäten für die Erstaufnahme von Flüchtlingen an mehreren Standorten geschaffen worden, um dem Zustrom gerecht zu werden und über den künftigen Status der Flüchtlinge schon in diesen Einrichtungen zu entscheiden. „Das ist auch gut für den Integrationsprozess“, betonte sie – so auch für den in die Arbeitswelt.

Woidke rechnet damit, dass die Flüchtlingsproblematik Deutschland noch lange beschäftigen wird: „Integration ist das Thema der nächsten Jahrzehnte“, betonte er beim Gespräch in Wolfshagen. „Ich glaube nach wie vor, dass es eine große Aufnahmebereitschaft in der Bevölkerung gibt“, sagte Woidke, „was die Leute aber von uns erwarten, ist, dass wir die Verwaltungsabläufe in den Griff kriegen.“ Auch wenn er hier vor allem den Bund in der Pflicht sieht.

Fachsimpeln in der Fertigungshalle

Fachsimpeln in der Fertigungshalle.

Quelle: Atzenroth

Von Bernd Atzenroth

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