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Prignitz Döllen mag es lieber ohne viel Tamtam
Lokales Prignitz Döllen mag es lieber ohne viel Tamtam
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00:17 03.06.2016
Henry Schulz und Sigrid Rau vor der früheren Schule. Quelle: Sandra Bels
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Döllen

Gibt es in Döllen etwas zu tun, kann Ortsvorsteher Henry Schulz immer auf eine schlagkräftige Truppe zurückgreifen. „10 bis 15 Leute sind immer da, die helfen“, sagt er. Erst kürzlich wurden Gehwege im Ort repariert. „Wir machen das meiste allein und ohne viel Tamtam“, so Schulz. Die Gemeinde habe sowieso keine Leute und man müsse lange auf Reparaturen warten.

Als gebürtiger Döllener kennt Schulz die Einwohner, weiß genau, wer wo mit anpacken kann. Schulz ist seit 2002 Mitglied im Ortsbeirat. Ein Jahr später wurde er Ortsvorsteher. „Wir versuchen unsere Probleme hier allein zu lösen“, sagt er. Und im Prinzip sei alles erreicht worden, was zu erledigen war. Döllen war bei der Dorferneuerung unter den Ersten. Der Ort hat ein neues Feuerwehrauto und ein neues Gerätehaus. Lediglich das fehlende Stück Radweg zwischen Neu Schrepkow und Gumtow sieht Schulz als Manko. Dort auf der Bundesstraße 5 zu radeln, sei einfach viel zu gefährlich. Schulz sagt, dass die Gemeinde sich mehr dafür einsetzen müsste.

Zu den Helfern im Ort gehören auch die Feuerwehr und die Fraueninitiative. Beide organisieren eigene Veranstaltungen, beteiligen sich aber auch an denen des Ortsbeirats. Er hat für den kommenden Sonntag das Spielplatzfest auf dem Veranstaltungskalender. Der Platz wurde 2015 eingeweiht. Entstehen konnte er dank der privaten Initiative von Marlies Przybilla und ihrer Schwiegertochter Ivonne Altenburg, die das Projekt auf den Weg gebracht und Spenden für den Bau gesammelt hatten.

Gefeiert wird in Döllen heute klein und gemütlich, aber seit 1992 regelmäßig. Damals fand ein großes Straßenfest statt. 1994 gab es die 650-Jahr-Feier und dann bis 2009 jedes Jahr ein Dorffest. Vor sechs Jahren wurde in Döllen zuletzt ganz groß gefeiert: der 666. Dorfgeburtstag. „Seitdem passen wir uns den Bedürfnissen im Ort an“, so Henry Schulz. Er freut sich darüber, dass es in Döllen vergleichsweise wenig ältere Bewohner gibt. „Glücklicherweise haben fast alle jungen Leute Arbeit und es gibt kaum Leerstand in den Häusern“, so der Ortsvorsteher. Er lobt den Zusammenhalt im Ort. Besonders die Feuerwehr zeige Kameradschaft auch über die Vereinsgrenzen hinaus. Etliche Dächer seien so bereits gedeckt und Dachböden entrümpelt worden, erzählt Schulz, der selbst Feuerwehrmann ist.

Von den 30 Mitgliedern sind derzeit 20 aktiv. Es gibt auch eine starke Jugendabteilung die von Peer Rachau geleitet wird. Sieben Kinder und Jugendliche sind dabei. „Wenn sie in diesem Jahr wieder den ersten Platz beim Ausscheid holen, dann haben sie den Wanderpokal zum zweiten Mal nach Hause gebracht. Die Wurzeln der Jugendwehr in Döllen reichen bis in die DDR-Zeit zurück. „Damals wurde dort die erste Kinderfeuerwehr im Bezirk Potsdam gegründet“, erinnert sich Sigrid Rau, die früher Lehrerin in der Döllener Schule war. Die Feuerwehrspritze, die die Kinder damals bekommen hatten, gibt es heute noch.

Sigrid Rau kennt Döllen und seine Bewohner ganz genau. Sie war unter anderem viele Jahre Gemeindevertreterin. Bis 2010 organisierte sie außerdem zehn Jahre lang das Krippenspiel im Ort. Zwischen 18 und 24 Mitwirkende gab es meist. Sie wurden liebevoll die Heiden von Döllen genannt. „Früher haben wir auch zum Frauentag oder zum Erntefest kleine Stücke aufgeführt, zum Beispiel von Ernst Stadtkus“, erzählt die Döllenerin. Ihr Wohnzimmer war einst das Klassenzimmer der Schule. Sigrid Rau und ihr Mann Werner kauften das Haus und leben jetzt darin. Es steht gleich vor der Kirche, die derzeit saniert wird. Sigrid Rau verwöhnt die Handwerker mit selbst gebackenem Kuchen und Kaffee. Das Ehepaar ist auch anderweitig mit dem Gotteshaus verbunden. Ehemann Werner läutet die Glocken und kümmert sich um die Kirche. Bis zum 1. April war er auch für den benachbarten Friedhof zuständig. Seine Frau pflegt zehn Gräber dort, von Angehörigen, die nicht im Ort wohnen.

Sigrid Rau ist jedoch keine geborene Döllenerin. Sie kam als junges Mädchen durch die Flucht aus ihrer Heimat Pommern nach Neustadt und ging dort zur Schule. Ihren Mann lernte sie zunächst in einem Ferienlager kennen, in dem sie als Betreuerin arbeitete. Von Liebe war damals noch keine Spur. „Ich mochte ihn nicht, weil er uns zu Höchstleistungen beim Sport antreiben wollte“, erzählt die Döllenerin. Die Liebe stellte sich erst zwei Jahre später ein, als sich die beiden Lehrer in Kunow wieder trafen.

Von Sandra Bels

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