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Dorf ist ab Herbst hochwassersicher

Breese Dorf ist ab Herbst hochwassersicher

Es ist ein in Brandenburg einzigartiges Bauvorhaben. Bei Breese entstehen der Deich und die Landesstraße 11 neu. Der Damm, der Breese vor Hochwasser schützen und die Stadt Wittenberge besser erschließen soll wird noch bis Ende 2018 gebaut. Doch der Hochwasserschutz für Breese ist laut Landesbetrieb für Straßenwesen ab Herbst gewährleistet.

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Die Bodenvliesschicht der neuen Deich-Straße bei Breese wird mit Kies abgedeckt. Sie soll den Hochwasserschutz gewährleisten.

Quelle: Andreas König

Breese. Wie auf einem Rangierbahnhof geht es an der Deichbaustelle bei Breese zu. Die großen Traktoren der Firma Osters und Voß laden Kies auf, fahren den Damm empor, laden ihre Fracht ab und begeben sich erneut zum Ladeplatz. Unterdessen glätten Baggerfahrer der Osterburger Firma Ost-Bau das Material und profilieren damit die Deichkrone und die Böschung. Die Bahnen aus schneeweißem Bodenvlies verschwinden unter den Erdmassen.

Neue Wege: Deich und Straßenbau gemeinsam

Mit diesem Bauvorhaben beschreitet das Land Brandenburg neue Wege. Es ist das bislang einzige Bauvorhaben, bei dem eine neue Straße und ein neuer Hochwasserschutzdeich entstehen – in Materialunion, wenn man so will. Weil zwei grundlegende Ziele mit dem kombinierten Straßen- und Deichbau verfolgt werden, sind auch zwei Behörden damit befasst. das Landesamt für Umwelt zeichnet für den Hochwasserschutz verantwortlich, der Landesbetrieb für Straßenwesen wiederum ist für den Straßenbau zuständig.

Hochwasser 2013 brachte das Fass zum Überlaufen

Den Einwohnern von Breese soll es recht sein. Jahrelang mahnten sie immer wieder besseren Hochwasserschutz an – vergeblich. Das Fass zum Überlaufen brachte die große Elbeflut im Jahr 2013. Die Bewohner der Trift, einem in Richtung Stepenitzwiesen in Wittenberge gelegenen Teil des Ortes, soffen damals im wahrsten Sinne des Wortes ab. Ministerpräsident Dietmar Woidke, als vormaliger Umweltminister selbst im Hochwassereinsätzen erprobt, versprach den erbosten Anwohnern nun aber wirklich etwas sowohl für wirksamen Schutz vor den Elbe-Fluten (die in Breese eigentlich aus der Stepenitz stammen) zu tun als auch für eine Verkehrsentlastung.

Aufwändige Bombenentschärfung war notwendig

Die Arbeiten begannen bereits 2014. Doch der Zweite Weltkrieg hatte bei Breese seine Spuren hinterlassen. Die komplette Trasse für die geplante Deich-Straße lag in einem Gebiet, in dem Fliegerbomben der amerikanischen Luftwaffe im Boden schlummerten. Zweimal musste mit großem Aufwand die Trasse nach Fliegerbomben abgesucht werden, zweimal wurden die gefährlichen Hinterlassenschaften insgesamt 29 Fliegerbomben – kontrolliert gesprengt.

Hochwasserschutz ist ab Herbst gewährleistet

Doch jetzt gehen die Arbeiten mit großen Schritten voran. Der Deich wächst aus Richtung der bisherigen Landesstraße 11 kommend, in Richtung Weisen. Die Widerlager zweier Brücken, mit denen die neue Straße die Stepenitz und den Flutgraben überqueren wird, stehen bereits. „Beide sollen noch in diesem Jahr fertiggestellt werden“, sagt Robby Werdermann, Sachgebietsleiter Bauüberwachung beim Landesbetrieb für Straßenwesen. Die Arbeiten am Breeser Bauvorhaben sind inzwischen weit gediehen. „Wir liegen gut im Zeitplan und können vertragsgemäß den Hochwasserschutz für Breese ab Herbst dieses Jahres gewährleisten“, sagt Robby Werdermann. Was dann noch an der Straße und den Nebenanlagen gemacht werden muss, schränkt die Schutzfunktion der Deichstraße nicht mehr ein. Sollte bis dahin noch ein Hochwasser den Ort bedrohen, muss ein provisorischer Deich geschüttet werden.

Testfeld für Schutzplanken

Bei dem komplexen Bauvorhaben müssen bewährte Verfahren und Techniken überprüft werden. „Solch eine Straße gibt es in Brandenburg noch nicht“, sagt Robby Werdermann. „Wir haben daher ein Probefeld errichten lassen, auf dem wir testen, wie sich der Deich verhält, wenn wir unsere Schutzplanken rammen.“ In einem fünf mal sechs Meter großen Gebiet werde eine Schutzplanke in den Straßen- und Deichkörper gerammt und mit einer Baggerschaufel traktiert – um zu sehen, wie der Grund hält.

Von Andreas König

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