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Dorfmuseum Blüthen zeigt Leben auf dem Land

Kinder, Frauen und der Pastor Dorfmuseum Blüthen zeigt Leben auf dem Land

Das Prignitzer Dorfmuseum in Blüthen zeigt das Leben auf dem Lande von anno dazumal. Wer das Haus besichtigt, kann sich ein gutes Bild davon machen, wie es bei Kindern, Bäuerinnen und beim Pastor einmal war.

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Zwei Webstühle aus dem 19. Jahrhundert nehmen fast das ganze Zimmer ein.

Quelle: Kerstin Beck

Blüthen. Woran denkt man, wenn man von Blüthen, einem Ortsteil der Gemeinde Karstädt, hört? Vielleicht an Reitturniere, Tierschauen, Bauern- und andere Märkte im Jahreslauf. Dabei hat der Ort auch Sehenswertes jenseits vom Reit- und Festplatz zu bieten. Es konzentriert sich alles an der Lindenstraße 22. Dort, wo auch die Feuerwehr zu finden ist, gab es früher eine Dorfschule mit Küsterhaus und daneben wohnte, wie es sich gehörte, der Pfarrer. Zwischen diesen Gebäuden führt ein kurzer Weg zur Kirche.

Das alles kann, zusammengefasst unter dem Begriff Dorfmuseum Blüthen, als ein Komplex besichtigt werden. Die Idee dazu entstand unter den Gemeindevertretern nach einem Dorfjubiläum, zu dem allerhand „alte Sachen“ zusammengetragen wurden. Die Gemeindevertreter beschlossen, dass die Ausstellungsstücke eine Bleibe in einem Museum finden sollen. Vor 13 Jahren wurde das „Prignitzer Dorfmuseum“ eröffnet.

Die Bauern des 1325 „tu Bluothen“ erstmals benannten Ortes widmeten sich überwiegend der Viehzucht. Und wenn ihnen 1441 von Raubrittern 32 Rinder, außerdem Schweine und Ziegen gestohlen wurden, weist dies auf einen damaligen Wohlstand hin.

Die typische Küche eines Prignitzer Landpfarrers

Die typische Küche eines Prignitzer Landpfarrers. In diesem Sinne wird das Pfarrhaus in Blüthen als Museum erhalten.

Quelle: Kerstin Beck

Dieser ist im Museum, welches gleichermaßen der Sitz des Landfrauenvereins, des Kunsthandwerkervereines und des Fördervereines Blüthen ist, ausgestellt. In einem Ausstellungsraum sind gleich zwei Webstühle aus dem 19. Jahrhundert zu sehen. Gewebtes wie Handtücher, „Helgoländer“, die die Prignitzer Frauen in früheren Zeiten bei Erntearbeiten als Kopfschutz gegen die pralle Sonne trugen, und andere handgefertigte Textilien werden ergänzend in Ausstellungen oder bei Führungen gezeigt. Gruppen, die sich rechtzeitig anmelden, können auf Wunsch auch alte Handwerkstechniken wie Weben, Spinnen oder Filzen vorgeführt werden.

Zudem gibt es Wissenswertes über die Geschichte der Feuerwehr im Ort zu sehen, und interessierte Gäste können in den vielen Chroniken über den Ort, die Agrargenossenschaft Karstädt oder in Unterlagen der Blüthener Schule blättern. In der alten Schule wurde ein altes Klassenzimmer aufgebaut. „Wenn die Leute die alten Fibeln oder Schulbücher sehen, werden sofort Erinnerungen wach“, sagt Doreen Lüdemann, die wochentags vormittags und nach Anmeldung Schul- und andere Gruppen durch die Räume führt. Auf die Frage nach einer Besonderheit zeigt die 36-jährige Floristin ein handgefertigtes Leinenjäckchen. Eine weitere Besonderheit ist das „Drumherum“: die ehemalige Lehrerscheune, die für Veranstaltungen gemietet werden kann.

Der Kirchenälteste Ulrich Wolf im Arbeitszimmer

Der Kirchenälteste Ulrich Wolf im Arbeitszimmer.

Quelle: Kerstin Beck

Gottes- und Pfarrhaus dagegen sind die Domäne von Ulrich Wolf. Der engagierte Kirchenälteste zeigt Gästen nicht nur die 1525 erbaute Feldsteinkirche mit ihrem sehenswerten Staffelgiebel, sondern auch eine im Fachwerkturm sich befindliche interessante Sammlung von ihm geretteter historischer Architekturdetails. Dazu noch das Museum „Alte Landpfarrstelle Blüthen“. Geplant deutschlandweit als einziges Museum dieser Art, ist es zwar noch nicht ganz fertig, kann aber dennoch besichtigt werden. Dort lebte bis 1994 der letzte Pfarrer, von dem der 60-jährige Landwirt erzählt: „Wenn er in seinem Studierzimmer an seiner Arbeit saß und es klingelte, machte er nicht sofort auf. ,Der Gedanke, den ich gerade im Kopf habe, muss erst noch zu Ende gedacht werden. Wer wirklich etwas auf dem Herzen hat, kommt wieder!’, war die Maxime des Geistlichen.“

Wer die Museumsbesichtigung hinter sich hat, kann sich ein Bild davon machen, wie das Leben auf dem Land bei Kindern, Bäuerinnen und beim Pastor einmal war – dort in Blüthen.

Montags bis freitags geöffnet


ist das Prignitzer Dorfmuseum in Blüthen von 8 bis 13 Uhr geöffnet. Führungen gern nach vorheriger Anmeldung.



Spenden sind willkommen.

Museumspädagogische Angebote: Nach rechtzeitiger Voranmeldung werden alte Handwerkstechniken gern vorgeführt.

Kontakt: Dorfmuseum Blüthen, Lindenstraße 22, 19 357 Karstädt,
Ortsteil Blüthen, 038797/9 08 45, E-Mail: Dorfmuseum@gemeinde-
karstaedt.de.

Von Kerstin Beck

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