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Dosse-Tourismusverein steht vor Problemen

Wusterhausen will Zuschuss streichen Dosse-Tourismusverein steht vor Problemen

Wusterhausen streicht womöglich seinen Zuschuss für den Tourismusverein Dosse-Seen-Land – und will sich lieber Richtung Prignitz orientieren. Damit fehlen dem Verein 18 000 Euro. Sollte dann aber auch noch Neustadt nachziehen, könnte dem Dosse-Seen-Land das Aus drohen. Dabei schaffte der Verein vor drei Jahren erst den Neustart.

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Das Label „Dosse-Seen-Land” gibt es seit einem Jahr.

Quelle: MAZ

Wusterhausen. In schwieriges Fahrwasser gerät der Tourismusverein Dosse-Seen-Land im kommenden Jahr, falls die Gemeindevertreter von Wusterhausen bei ihrer Sitzung am Dienstag, 15. Dezember, per Beschluss ihren kommunalen Zuschuss streichen. Die Mitglieder des Hauptausschusses sprachen sich am Dienstag bereits für einen solchen Schritt aus. Demnach würde schon ab Januar kein Geld mehr aus Wusterhausen fließen. Bei einem Beitrag von bisher drei  Euro je Einwohner fehlen dem Verein damit im kommenden Jahr 18 000 Euro. Zum Jahresende hin würde dann auch die Kommune selbst als Mitglied austreten.

„So schwer es uns fällt, wir sollten Nägel mit Köpfen machen“, sagte Bürgermeister Roman Blank. Er schlug diesen Schlussstrich vor, angesichts von Haushaltsproblemen in Wusterhausen. „Wir müssen dringend Konsolidierungsmaßnahmen einleiten, um langfristig handlungsfähig zu bleiben“, sagte er. Doch der Vereinszuschuss sei nicht nur besser in Wusterhausen aufgehoben, um dort anderes nicht weiter kürzen zu müssen: Auch mit der Haltung der Stadt Kyritz und der Arbeit des Tourismusvereins an sich sind einige nicht einverstanden.

Forderung: Kyritz soll das Geld besser teilen

„Kyritz sollte seinen mittelzentralen Zuschuss öffnen und nicht länger in den eigenen Haushalt einstellen“, sagte Wusterhausens Ortsvorsteher Wolfgang Kamphausen. Kyritz als Empfänger des Mehrbelastungsaufwandes von alljährlich 800 000 Euro müsse dieses Geld besser mit den anderen sogenannten Kleeblatt-Kommunen Gumtow, Neustadt und eben auch Wusterhauen teilen. Gerade die Tourismusförderung sei ein solches Gemeinschaftswerk. „Die Entwicklung des Vereins verlief ja positiv und sollte so fortgesetzt werden. Er muss aber anders finanziert werden, eben aus dem Topf für mittelzentrale Aufgaben“, sagte auch Barbara Linke (SPD).

Laut Roman Blank sicherte die Kyritzer Bürgermeisterin und Vereinsvorsitzende Nora Görke bei der jüngsten Mitgliederversammlung zwar zu, die Knatterstadt werde ihren Pro-Kopf-Beitrag von 3 Euro weiterhin leisten und den Verein personell unterstützen. Aber die Wusterhausener sehen längst bessere, günstigere Alternativen für sich. Dazu gehört der Tourismusverband Prignitz. „An den kann man sich problemlos ranhängen. Die vermarkten uns mit“, sagte Blank. Vor allem verfüge der Verband über ein Hotelbuchungssystem, das sich das kleine Dosse-Seen-Land nicht leisten könne. Ohnehin sei diese Marke, die erst dieses Jahr aus der Taufe gehoben wurde, kaum konkurrenzfähig in Brandenburg: „Wir sind zu klein.“

Für den Neustart die Zuschüsse erhöht – vergeblich?

Uwe Tackmann (Linke) stellte den Vereinsnutzen in Frage. „Ich sehe gefühlt keinen Mehrwert“, sagte er. Allein eine Tourist-Info in Kyritz zu betreiben oder auf Messen Präsenz zu zeigen, würde Wusterhausen nicht weiterhelfen, hieß es. Dabei sind schon das große Errungenschaften angesichts der Lage, in die der Verein bereits vor drei Jahren geriet. Ihm drohte damals unter anderem wegen gestiegener Ausgaben für das Tourismusbüro und einer rückläufigen Mitgliederzahl das Aus. Für den Neustart erhöhten Wusterhausen, das Amt Neustadt und Kyritz ihre Zuschüsse im Jahr 2013 von 1,50 auf drei Euro je Einwohner. Die Marke Dosse-Seen-Land wurde kreiert, Netzwerke entstanden, Broschüren erschienen – und es gibt wieder weit über 80 Mitglieder.

Doch ebenso schon aus Haushaltsnot senkten die Neustädter ihren Zuschuss für dieses und nächstes Jahr wieder auf 1,50 Euro ab. Kürzen sie ihn angesichts der Wusterhausener Entscheidung ganz, könnte es das Ende für das Dosse-Seen-Land in bisheriger Form bedeuten.

Als die Nachricht aus Wusterhausen am Mittwoch die Vereinsgeschäftsführerin Doreen Wolf ereilte, sprach sie von einer „ernsten Situation“. Für die kommende Woche kündigte sie eine außerordentliche Vorstandssitzung an. Es müsse nach einer rettenden Lösung in diesem Konflikt gesucht werden.

Von Matthias Anke

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