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Prignitz Drei Porträts wurden restauriert
Lokales Prignitz Drei Porträts wurden restauriert
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17:58 07.12.2016
Gunda Oelmann stellt die Ergebnisse ihrer Arbeit vor. Diether Pickel (oben) und Reinhard Hahn hängen die Bilder auf.  Quelle: Beate Vogel
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Meyenburg

 Der Unterschied ist selbst für den Laien überwältigend: Die Farben leuchten, Risse und Knicke sind fast unsichtbar und ungeahnte Details treten hervor. Nach einem mehrmonatigen Aufenthalt in der Werkstatt der Diplomrestauratorin Gunda Oelmann in Boizenburg (Uckermark) kehrten am Donnerstag drei Ölbilder an ihren Platz im Meyenburger Schlossmuseum zurück.

Die großformatigen Porträts, die in den 1820er Jahren entstanden sind, zeigen Alexander Georg Ludwig von Wahlen-Jürgass, Christiane von Wahlen-Jürgass und Franz-Karl von Wahlen-Jürgass. Nicht nur Annegret und Reinhard Hahn verschlug es fast den Atem, als Gunda Oelmann die Bilder auspackte. So lassen sich auf dem Bildnis des Alexander Georg Ludwig von Wahlen-Jürgass nun wieder die weißen Paspeln am roten Rock erkennen, auf dem Porträt von Franz-Karl von Wahlen-Jürgass ist zu sehen, dass dieser einen Hut in der Hand hält. „Wir haben uns immer gefragt, was mit seiner Hand ist“, erzählte Annegret Hahn.

Unter schwarzem Film verborgen

Die größte Überraschung barg wohl die dicke Schmutzschicht über dem Bild von Christiane: „Was hat sie damals für einen Stand in Meyenburg gehabt?“, wollte Gunda Oelmann wissen. Und als Annegret Hahn erklärte, dass die Dame zwar als nicht sehr attraktiv, aber von einer ausgeprägten Herzensgüte beschrieben wurde, da nickte sie: „Sehen Sie mal, sie wurde als Engel dargestellt.“ Links und rechts der Schultern der jungen Adeligen formen weiße Wolken die Engelsflügel, die im Himmel verschwinden. Das war vorher nicht so zu erkennen gewesen.

Alle drei Bilder waren sehr schmutzig, erklärte die Fachfrau: „Es war richtiger schwarzer Film drauf.“ Dieser verdeckte so manches Detail. Gunda Oelmann reinigte die Porträts nicht nur, sie zog sie auch auf neue Rahmen. „Die Kanten hatten sich durch die Leinwand abgedrückt und waren sichtbar.“ Bei dem größten Bild, das den jungen Franz-Karl als Kadetten zeigt, musste sie sogar eine ganz neue Hilfskonstruktion bauen, um die Leinwand spannen zu können. „Ich vermute, sie ist mal irgendwann beschnitten worden.“ Während die Bilder rund 200 Jahre alt sind, stammen die Rahmen aus den 1940er und 50er Jahren. Sie waren nach den Kriegswirren erneuert worden.

Ein Bild gratis restauriert

3000 Euro hat die Restauration der drei Ölgemälde gekostet, so der Vorsitzende des Freundeskreises Schloss Meyenburg, Diether Pickel. „50 Prozent zahlt die Stadt, 50 der Freundeskreis.“ Denn die Stadt habe die Bilder als Schenkung bekommen und sie dem Freundeskreis als Leihgabe überlassen. Gunda Oelmann machte den Meyenburgern übrigens noch ein kleines Geschenk: Eine völlig verschmutzte und von Stockflecken gezeichnete Lithografie von Eugen von Rohr – Kriegsminister um 1848/49 während der Deutschen Revolution – restaurierte sie gratis.

Von Beate Vogel

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