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Prignitz Drei Wochen lang täglich Unterricht
Lokales Prignitz Drei Wochen lang täglich Unterricht
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02:15 12.08.2015
Angehende Jungjäger am ersten Ausbildungstag. Quelle: Foto: Fischer
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Pritzwalk

„Nicht der Lehrgang ist zeitaufwendig, auch die Jagd, die Hege und Pflege sind es“, sagt Reinhard Lemm aus Tüchen (Gemeinde Groß Pankow). Der 67-Jährige ist der älteste Teilnehmer des ersten Sommerkurses der Jägerschule Prignitz zur Vorbereitung auf die Jägerprüfung, der am Sonnabend in der Waldschule im Pritzwalker Hainholz eröffnet wurde. Als Landwirt hatte Reinhard Lemm vorher nicht die Zeit dafür, doch jetzt ist er in Pension. „Mein Grundsatz ist, etwas richtig oder gar nicht zu machen – und das gilt auch für die Jägerei“, sagt Reinhard Lemm. Er freut sich schon darauf, die Waidmänner im Tüchener Revier unterstützen zu können und auf den ungestressten Aufenthalt in der Natur.

Es ist ein großes Pensum, dass die vier Frauen und elf Männer bewältigen müssen, um das „Grüne Abitur“ zu bekommen, erläutert Peter Wlodarz, der Leiter der Jägerschule der Kreisjagdverbände Perleberg und Pritzwalk. Erstmals bietet die seit 21 Jahren bestehende Jägerschule anstelle des mehrmonatigen Wochenendlehrgangs einen dreiwöchigen Kompaktkurs an. Denn die bisherige Form der Ausbildung wurde nicht mehr ausreichend nachgefragt, um einen Lehrgang starten zu können. Im vergangenen Jahr gab es nur drei Anmeldungen für die Jägerausbildung nach bisherigem Modus. „Wir sind den Wünschen interessierter Anwärter für den Jägerschein nachgekommen und haben den Kursus zeitlich optimiert“, so Peter Wlodarz.

Seit Sonnabend und noch bis zum 29. August dauert der Lehrgang. Täglich von 8 bis circa 16 Uhr sind die 15 Teilnehmer gefordert. Das sind insgesamt 160 Stunden jagdtheoretischer und jagdpraktischer Ausbildung sowie Schießausbildung. Schulungsorte sind die Pritzwalker Waldschule, ein Jagdrevier bei Dallmin (Gemeinde Karstädt), die Rotwildhegestation in Heidelberg (Gemeinde Groß Pankow) und die Sport- und Jagdschießanlage in Alt Daber bei Wittstock.

Nach Beendigung des Vorbereitungslehrgangs wird durch den Landesjagdverband Brandenburg eine dreiteilige Prüfung angesetzt. Die Prüflinge müssen ihr neues Wissen und Können schriftlich, mündlich und beim Schießen unter Beweis stellen.

Den Jagdschein bekommen die Absolventen der Prüfung in der Regel in einer feierlichen Veranstaltung im Pritzwalker Hainholz überreicht. Wenn alles klappt, können die Jungjäger mit ihrem Jagdschein schon Ende September auf die Pirsch gehen.

Jonas Dura (15) aus Pritzwalk ist zuversichtlich, dass er bald mit eigener Jagdberechtigung mit seinem Großvater auf den Hochstand steigen kann. Seit seinem vierten Lebensjahr begleitet er seinen Opa in den Wald. „Neben Fußball ist es für mich das schönste Hobby, ein schöner Ausgleich, wenn man der Natur nahe sein kann“, sagt er.

Von Ulrich Fischer

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