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Prignitz Drohnenflug im Pritzwalker Sudhaus
Lokales Prignitz Drohnenflug im Pritzwalker Sudhaus
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02:16 03.10.2015
Drohnenflug: Arno Fischer informierte über Zukunft, Technik, rechtliche und soziale Belange im Zusammenhang mit den unbemannten Flugobjekten. Quelle: Claudia Bihler
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Pritzwalk

„Ich lasse sie mal lieber nicht über Ihre Köpfe fliegen“, meinte Arno Fischer, Vizepräsident der Fachhochschule Brandenburg, am Dienstag im Sudhaus der Alten Mälzerei: „Das ist eventuell doch zu gefährlich.“ Eine Flugshow gab es dennoch: mit einer Drohne, deren Möglichkeiten der Professor beschrieb. Und einen Film, der bereits im Vorfeld mit einer anderen Drohne von der Alten Tuchfabrik in Pritzwalk gedreht wurde. Damit kann bei Bedarf ein dreidimensionales Modell des Gebäudes erstellt werden, das zu Vermessungszwecken verwendet werden oder zur Kontrolle der auf dem Dach befindlichen Solarkollektoren dienen könnte.

Mit der Drohnenshow, die auch die politischen Aspekte wie Drohnenschutz und Drohnenabwehr nicht außer acht ließ, gab die Fachhochschule auch einen Einblick in ihr künftiges Profil: Ab März wird sie die „Technische Universität Brandenburg“ sein, was allgemein als eine Art Beförderung in der brandenburgischen Hochschullandschaft betrachtet wird.

Die Präsidentin der Fachhochschule, Professorin Burghilde Wieneke-Toutaoui, die anlässlich der Festveranstaltung zum zehnjährigen Bestehen der FH-Präsenzstelle in Pritzwalk das neue Profil vorstellte, merkte an: „Die Präsenzstelle wird insofern sogar die Fachhochschule überleben.“ Die künftige Technische Universität wird aber in Pritzwalk ansässig bleiben – und voraussichtlich ihr Engagement sogar durch eine zweite Personalstelle verstärken. Zumal die FH ihr Engagement in Pritzwalk und dem dünn besiedelten Nordwesten Brandenburgs nach wie vor als „hervorragende Idee“ betrachtet. Denn die Studierendenzahlen aus den Kreisen Prignitz und Ostprignitz-Ruppin haben sich seit der Einrichtung der Präsenzstelle vervielfacht.

Lockeres Zusammensein beim Festempfang im Pritzwalker Sudhaus. Quelle: Claudia Bihler

Gleichzeitig mit der FH feierte auch der Förderverein Wachstumskern Autobahndreieck sein zehnjähriges Bestehen. Dessen Sprecher Mike Blechschmidt sieht die Arbeit des Vereins bestätigt, der sich 2005 gründete, um zu verdeutlichen, dass die Region im Autobahndreieck tatsächlich wachstumskerngeeignet sei. „Der Kelch ist zwar an uns vorbeigegangen, aber wir haben gezeigt, dass wir auch ohne Gehilfe vom Land ein Wachstumskern aus eigener Kraft sein können. Wir zeigen Stirn und zeigen Gesicht im Land und wir haben Selbstbewusstsein.“ Die Region ist inzwischen so selbstbewusst geworden, dass dem Staatssekretär des brandenburgischen Wissenschaftsministeriums Martin Gorholt eine ganz neue Bezeichnung flüssig über die Lippen ging: Er nannte das Autobahndreieck gleich „Wachstumskern Nordwest Brandenburg“.

Zehn Millionen Euro für eine bessere Zusammenarbeit

Auch Gorholt lobte die Zusammenarbeit des Fördervereins mit der Fachhochschule: „Weil sie die Wissenschaft in die Region bringt, in der es keine Hochschulen gab.“ Die Zusammenarbeit von Hochschulen und den Regionen soll künftig noch verstärkt werden, sagt er. Das Wissenschaftsministerium stelle künftig unter anderem zehn Millionen Euro mehr Mittel zur Verfügung, um die Kooperation von Unternehmen und Hochschulen zu fördern.

Burghilde Wieneke-Toutaoui schilderte, dass die Hochschule bereits an neuen Studienangeboten arbeite. „Wir wollen möglichst alle unserer Studiengänge künftig als duale Studiengänge anbieten.“ Dadurch, dass die Studierenden parallel zum Studium eine praktische Berufsausbildung absolvieren, sei die Bindung an die Region viel stärker, als bei einem Studium, zu dem die jungen Leute zunächst in andere Regionen wechseln würden, aus denen sie unter Umständen dann nicht mehr zurückkämen.

Der offiziellen Festveranstaltung folgte ein lockeres Zusammensein. Zunächst aber bedankte sich auch Bürgermeister Wolfgang Brockmann bei Mike Blechschmidt und der Infrastruktur-Staatssekretärin Katrin Lange für ihr Engagement im Förderverein. Katrin Lange hatte die Gründung des Vereins wesentlich befördert.

FH in Zahlen

Seit 2005 hat die Fachhochschule Brandenburg in ihrer Präsenzstelle Pritzwalk über 1000 Beratungsgespräche geführt. Dazu gehörte einerseits die Beratung künftiger Studenten aber auch der Einsatz bei Unternehmen, die auf die eine oder andere Art mit der FH kooperiert haben.

Von zuvor zehn Studenten jährlich aus der Region gehen heute jährlich zwischen 30 und 40 Schulabgänger zum Studium nach Brandenburg.

Rund 2000 Schüler begrüßt die FH jährlich auf ihrem Campus zu Besuchen und Schnupperstudien.

Zweimal konnte ein Präsenzstudiengang Betriebswirtschaftslehre in Pritzwalk organisiert werden.

Für die Einrichtung der Präsenzstelle hatte sich vor allem auch der Chef des Pritzwalker Zahnradwerks Heiner van de Loo engagiert, der sie auch finanziell in den ersten Jahren unterstützte. Heute ist er Ehrensenator der FHB.

Regelmäßig beteiligen sich junge Menschen der Region auch an Wettbewerben der Fachhochschule.

Von Claudia Bihler

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