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Prignitz Düpow: Mit Spontanität zum Sieg
Lokales Prignitz Düpow: Mit Spontanität zum Sieg
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00:17 03.06.2016
Reiner Guhl begrüßte die Radler am Ortseingang auf einem Strohballen. Quelle: Bernd Atzenroth
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Düpow

Damit hatte offenbar in Düpow (Stadt Perleberg) niemand gerechnet. Der Ort gewann am vergangenen Samstag die 1000 Euro für die beste Mittagspause bei der Tour de Prignitz und setzte sich gegen Orte wie Glöwen, Grabow oder Eichenfelde durch, die ebenfalls ganz tolle Stopps organisiert hatten. „Ich war völlig überrascht“, meinte noch drei Tage später Ortsvorsteher Reiner Guhl im Gespräch mit der MAZ. Und weil er das so gar nicht erwartet hatte, war er auch nicht zur finalen Abschlussparty der Tour de Prignitz nach Meyenburg gekommen, wo die Sieger geehrt wurden. Die Übergabe muss also nachgeholt werden. „Das Geld kommt erstmal aufs Dorfkonto“, erklärte Guhl. Immerhin, der Ortsteil hat so etwas, und im Ort wird nun noch entschieden, was mit dem Geld gemacht wird – mutmaßlich kommt es Kindern zugute.

MAZ-Chefreporter Bernd Atzenroth an der Orgel in der Düpower Kirche Quelle: Martin Brödder

Guhl selbst hatte wohl die Jury begeistert. Denn offenbar war es ihm mit seiner Art gelungen, sein Dorf komplett zu motivieren. Schon zwei Kilometer vor dem Ort kam er den Radlern mit dem Fahrrad entgegen, um sie dann nach einem Sammelstopp im Sakko mit dem Rad auf einem Strohballen stehend am Ortseingang vor einem Begrüßungstransparent willkommen zu heißen. Eine im übrigen spontane Idee.

Volksbank-Vorstand Martin Brödder spielte in seiner Jugend dreimal die Woche Kirchenorgel im Gottesdienst. Quelle: Bernd Atzenroth

Guhl: „Wir hatten nach dem Gewitter vom Vorabend die Strohballen für unser Transparent wieder herausgetragen und festgestellt, dass es einer zuviel war.“ Da kam ihm der Einfall, schon hier die Radler zu begrüßen, was ihm auch half, seine Nervosität vor dem Pausenstopp abzulegen. Überhaupt scheint er spontanen Planänderungen nicht abgeneigt: „Die Ideen kommen beim Machen. Und so habe ich das Sakko aus der hintersten Ecke des Schranks herausgeholt.“ Und sollte die Tour noch mal kommen, wüsste er schon, was man dann in Düpow machen würde: Man könnte glatt eine Mittagsmatinee auf die Beine stellen. „Wir haben das wunderbar gemacht“, war schließlich sein Fazit. Und sein Dank ging auch an Volksbank-Chef Martin Brödder und MAZ-Chefreporter Bernd Atzenroth. Denn als kurzfristig Kantorin Dorothea Uibel absagen musste, erklärten sich die beiden bereit, an ihrer Stelle die Orgel in der Düpower Kirche zu spielen, Atzenroth mit etwas Jazz und Pop, Brödder als gelernter Kirchenorganist mit der in diesem Rahmen doch noch passenderen Musik. Eine spontane Wendung, die ganz nach Reiner Guhls Geschmack war.

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Oliver Hermann

Von Bernd Atzenroth

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