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Durstige Schafe: Schäfer rechtskräftig verurteilt

Gegen Tierschutzgesetz verstoßen Durstige Schafe: Schäfer rechtskräftig verurteilt

Ein Prignitzer Schäfer soll im Juli 2015 seine Schafe am Elbdeich bei Lenzen in brütender Hitze nicht ausreichend mit Wasser versorgt haben. Wie nun bekannt wurde, ist er im Mai dieses Jahres deshalb verurteilt worden. Damals schlug ein radelnder Dichter Alarm, dann kümmerte sich die Feuerwehr um die durstigen Tiere – und eine Tierschutzorganisation erstattete Anzeige.

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Schafe am Elbdeich unweit von Lenzen.

Quelle: Atzenroth

Lenzen. Der Prignitzer Schäfer, der am 3. Juli 2015, seine Schafe am Elbdeich bei Lenzen stundenlang bei brütender Hitze nicht mit Wasser versorgt haben soll, ist am 27. Mai vor dem Amtsgericht in Perleberg zu 30 Tagessätzen á 15 Euro verurteilt worden. Wie jetzt Edmund Haferbeck, Leiter der Wissenschafts- und Rechtsabteilung der Tierschutzorganisation Peta mitteilte, hat das Urteil am 21. Juni Rechtskraft erlangt. Es war Peta nach Angaben Haferbecks am Donnerstag zugestellt worden.

Zeugen gaben an, dass die Schafe taumelten und am Boden lagen

Der Fall hatte vor einem Jahr viel Aufsehen erregt. Die Staatsanwaltschaft Neuruppin hatte dem Mann vorgeworfen, gegen des Tierschutzgesetz verstoßen zu haben. Er soll am 3. Juli 2015 die Herde am Deich bei Lenzen ausgeführt und dann gegen 17.30 Uhr allein in der sengenden Sonne bei Temperaturen um 30 Grad zurückgelassen haben. Gegen 21 Uhr versorgte dann die Lenzener Feuerwehr die Tiere, die nach Zeugenaussagen teils am Boden gelegen oder getaumelt haben sollen. Die Feuerwehr war vom Lyriker Rainer Sander informiert worden, der auf einer Fahrradtour zufällig auf die Schafe getroffen war. Peta erstattete wegen des Vorfalls am 9. Juli 2015 Strafanzeige, die Staatsanwaltschaft in Neuruppin leitete dann ein Ermittlungsverfahren ein.

Beschuldigter Schäfer setzte sich gegen Vorwürfe zur Wehr

Der Schäfer hatte sich, auch in der MAZ, gegen die Vorwürfe zur Wehr gesetzt. Er habe die Schafe mehrfach an dem Tag getränkt und extra auf eine Koppel mit mehr Schatten geführt, sagte er damals zu den Vorwürfen. Er wunderte sich, dass am Abend des Geschehens niemand versucht hatte, mit ihm Kontakt aufzunehmen. „Wir sind nur drei Schäfer in Lenzen und namentlich bekannt“, waren seine Worte. Dass die Wasserbehälter nur etwa eineinhalb Stunde nach seiner letzten Füllung an jenem Freitagabend leer gewesen sein sollen – es geht um 1000 Liter –, erstaunte ihn. Seiner Erfahrung nach hätten die Schafe in der kurzen Zeit nicht so viel Wasser trinken können.

Die gerichtliche Aufarbeitung des Falls fiel zuungunsten des Beschuldigten aus. Nach Anhörung aller Zeugen schloss sich das Amtsgericht der Sichtweise der Staatsanwaltschaft an und verurteilte den Mann.

Von Bernd Atzenroth

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