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E-Bikes vom Prignitzer Energieversorger

Stadtwerke auf neuen Wegen E-Bikes vom Prignitzer Energieversorger

Neue Wege in Marketing und Zusammenarbeit gehen die Stadtwerke Pritzwalk. Das stadteigene Unternehmen bietet einen Leihservice für Elektrofahrräder an und kooperiert mit Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern.

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Die Stadtwerke Pritzwalk verleihen E-Bikes. Sachbearbeiterin Jennifer Jersinka und Geschäftsführer Lutz Kähler mit einem der neuen Elektrofahrräder, die man sich bei dem Versorgungsunternehmen ausleihen kann.
 

Quelle: Andreas König

Pritzwalk.  Früher waren die alten Kreis- und Bezirksgrenzen an drei Dingen festzumachen: Die Postleitzahl, die Telefonvorwahl und die Zugehörigkeit zu einem Energieversorger. Noch heute ist die Prignitz zweigeteilt, gibt es den westlichen Teil, der einst zum Bezirk Schwerin gehörte und mit 0387er Vorwahlen zu erreichen ist sowie ­19er Postleitzahlen in den Anschriften hat. Stromversorger ist dort traditionell die Westmecklenburgische Energierversorgungs-AG, kurz Wemag. Doch seit einiger Zeit sind die Fahrzeuge des in Schwerin ansässigen Versorgungsunternehmens auch in Pritz­walk unterwegs. „Wir haben die Netzdienstleistungen ausgeschrieben, und die Wemag hatte die wirtschaftlich besten Konditionen“, sagt Lutz Kähler, Geschäftsführer der Stadtwerke Pritzwalk. Mitarbeiter der Wemag aus Perleberg kümmern sich um die Netzführung, -wartung und Instandhaltung des Stromnetzes. „Bei Gas ist nach wie vor die Edis AG zuständig“, erklärt Lutz Kähler.

Zu einer Kosteneinsparung habe die Vergabe des Betriebsführervertrages nicht geführt, aber dazu seien die Rahmenbedingungen mit der Einspeisung erneuerbare Energien und der Netzentgelte nicht angetan. Dennoch sei das städtische Unternehmen mit dem neuen Dienstleister sehr zufrieden. „Das Wichtigste an einem Betriebsführer für Netze sei es, eine Netzleitstelle zu betreiben. „Dazu braucht man erfahrungsgemäß fünf speziell qualifizierte Mitarbeiter. Dazu aber wäre unser Netz in Pritzwalk zu klein“, erklärt der Stadtwerkechef. Daher sei es in jedem Fall ein Gebot der Wirtschaftlichkeit, sich externer Dienstleister zu bedienen. Die Stromkunden bekommen von diesem Zuständigkeitswechsel allenfalls im Störungsfall etwas mit, oder wenn Hausanschlüsse neu verlegt werden. Störungsmeldungen werden ja generell vom Kommunalruf in Berlin entgegengenommen. Die Mitarbeiter sind geschult und wissen bei Anrufen aus Pritzwalk, was zu tun ist. „Im Hintergrund werden dann verschiedene andere Institutionen informiert“, erklärt Lutz Kähler. Die Wemag-Spezialisten etwa sitzen noch in Hamburg, es soll aber in Schwerin eine neue Netzleitstelle aufgebaut werden.

Von der neuen Zusammenarbeit nicht betroffen ist der Stromvertrieb. Dabei treten die örtlichen Stadtwerke sowohl als Erzeuger und Anbieter auf.

Die Zusammenarbeit mit Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern wird auch auf anderer Ebene gepflegt. „Unsere bisherige Software ist seit 15 Jahren im Einsatz und muss erneuert werden“, sagt Lutz Kähler. Das neue System wollen die Pritzwalker nun gemeinsam mit den Stadtwerken Parchim einführen. „Die Kollegen in Parchim verwenden dasselbe System wie wir. Da viele Daten migriert werden müssen, ist es sinnvoll, mit den Stadtwerken Parchim zusammenzuarbeiten. Die Ausschreibung ist beendet, den Zuschlag hat eine Firma aus Halle erhalten. Bis 2016 wollen Stadtwerke die neue Software eingeführt haben.

Eine Neuerung, deren Nutzen jeder Stadtwerkekunde bereits erfahren kann, sind zwei Elektrofahrräder, E-Bikes genannt. „Wir wollen unseren Kunden auf Wunsch die moderne Fortbewegungsart leihweise zur Verfügung stellen und dabei natürlich für diese Technik werben“, erklärt Lutz Kähler. Der Zuspruch sei bisher zwar verhalten, an den Wochenenden jedoch seien die Gefährte gefragt. Die Reichweite beträgt je nach Unterstützungsgrad zwischen 30 und 100 Kilometern. Wer eine elektrounterstützte Radtour plant, sollte seinen Elektro-Drahtesel rechtzeitig reservieren. Die erste Akkuladung geht aufs Haus.

Von Andreas König

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