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EGP will in Wittenberge expandieren

Auftragsbücher der Putlitzer Eisenbahner sind übervoll EGP will in Wittenberge expandieren

Erst Anfang diesen Jahres haben die Eisenbahner aus Putlitz begonnen, neben Lokomotiven auch Güterwaggons zu reparieren. Inzwischen gibt es so viele Aufträge von Fremdfirmen, dass bereits Aufträge abgelehnt werden. Für Geschäftsführer Thomas Becken steht fest: „Wir müssen expandieren.“

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Auf dem Firmengelände der Schienenfahrzeugbau Wittenberge fehlt der Platz für mehr Aufträge.

Quelle: Claudia Bihler

Putlitz. „Eigentlich versuchen wir es ja, aber klappen tut es nicht immer“, sagt Oliver Wiechmann,“vor allem jetzt im Sommer kommen wir mit den Aufträgen kaum hinterher, Überstunden lassen sich nicht vermeiden. Inzwischen müssen wir schon öfter Aufträge ablehnen.“ Wiechmann ist Schadwagensmanager bei der Schienenfahrzeugbau Wittenberge, 100-prozentige Tochter der Putlitzer Eisenbahngesellschaft EGP.

Hatten die Wittenberger bislang vor allem die Lokomotiven des eigenen Unternehmens gewartet, haben sie noch im vergangenen Jahr begonnen, die Zertifikate für die Wartung und Reparatur der eigenen Waggons ebenfalls am Standort zu erwerben. 50 eigene Waggons gehören der EGP inzwischen, sodass sich anbot, nach der kleinen auch die Zulassung für die großen Revisionen zu übernehmen, bei denen etwa auch die Radsätze überprüft werden.

Der Besitz dieser Zulassungen für die sogenannten G4.0-Untersuchungen macht das Wittenberger Werk zunehmend auch für andere Eisenbahnverkehrsunternehmen interessant. „Angefangen haben wir mit kleineren Reparaturen und einem mobilen Werkstattteam beispielsweise im Hamburger Hafen“, sagt Wiechmann. „Mal gibt es Schäden an Waggons bei Ladevorgängen, mal muss eine Bremssohle getauscht werden.“ 20- bis 30-mal wurden die Wittenberger Mechaniker pro Monat gerufen - und schufen sich so einen Namen bei den großen Waggon-Vermietern. Seit die zweite Zertifizierung geschafft ist, werden in Wittenberge auch sensible Teile kompletter Bremsanlagen gewartet. Auf die Bühne fahren dort Container- und Holzwaggons, Kessel- und Kippwagen. Die Aufgaben des Schienenfahrzeugbaus sind ähnlich wie die der DB-Aufarbeitungswerke in Wittenberge oder Eberswalde. Inzwischen sind aus den 30 Mobileinsätzen über fünfzig pro Monat geworden, hinzu kommen bis zu 30 große Revisionen in Wittenberge pro Monat. „Wir betreuen unter anderem 350 Waggons der Spedition Zippel/IGS“, sagt Thomas Becken, Konzerngeschäftsführer der Enon, zu der die EGP und die Schienenfahrzeugbau gehört. „Hätten wir mehr Platz, könnten wir wesentlich mehr Aufträge übernehmen. Der Bedarf ist da.“ Vor allem große Auftraggeber wissen die kurzen Reaktionszeiten und hohe Flexibilität der Wittenberger Fachleute zu schätzen.

Aus diesem Grund will Becken nun expandieren und verhandelt bereits mit der Stadt Wittenberge über eine Erweiterungsfläche. Zudem will er mit dem Land über eine Investitionsförderung sprechen. Rund zwei Millionen Investitionssumme will die Enon in das Projekt stecken. Bisher geben die Wittenberger bestimmte Arbeiten aus dem Haus, etwa die Ultraschalluntersuchungen der Räder. „Aber wir könnten zum Beispiel auch selbst Räder abdrehen, wenn wir hier eine entsprechende Drehbank hineinstellen könnten. Aber die braucht viel Platz. Und Platz haben wir nicht mehr“, sagt Becken. „Es wäre schön, wenn wir eine Förderung bekämen. Es gibt 100 000 Güterwaggons auf den Strecken, aber nur wenig Kapazitäten und Fachkräfte, die die Aufgabe übernehmen können.“

Von Claudia Bihler

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