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Prignitz Ehrenamt darf keine Frage des Geldes sein
Lokales Prignitz Ehrenamt darf keine Frage des Geldes sein
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17:41 02.11.2017
Elf Ehrenamtler aus der Prignitz kamen mit dem brandenburgischen Ministerpräsidenten Dietmar Woidke ins Gespräch. Quelle: Marcus J. Pfeiffer
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Quitzow

Über Probleme, Ziele und Aussichten berichteten am Mittwochabend elf ehrenamtlich engagierte Bürger aus der Prignitz. Aus Anlass seiner in der Region gestarteten „Zukunftstour Heimat“ lud der brandenburgische Ministerpräsident Dietmar Woidke am Mittwochabend zu einer Ehrenamtsrunde nach Quitzow ein. „Ich freue mich sehr, dass wir die Gelegenheit haben, ins Gespräch zu kommen, denn das Ehrenamt ist wichtig für die Prignitz, aber auch für ganz Brandenburg“, sagte Woidke. „Ich möchte mich über den Stand der Dinge informieren und auch einfach mal Danke sagen.“

Tag für Tag leisten Menschen in der Region ein zum Teil sehr aufwendiges und anspruchsvolles Ehrenamt. Unter ihnen auch Christina Rätke. Seit 32 Jahren ist sie Mitglied im Meyenburger Karnevalverein und seit drei Jahren deren Präsidentin. „Wir bieten Kindern und Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, berichtete sie. Doch ihrer Meinung nach spürt man auch hier den demografischen Wandel. Für die Region wird es immer schwieriger Nachwuchs zu finden. So ist es in fast allen Bereichen. Sei es bei den Sportvereinen oder in der Feuerwehr. „Von uns gut ausgebildete Leute gehen nach der Schule woanders hin oder nehmen in anderen Regionen Arbeit an“, berichtet beispielsweise Roberto Brehme. Er ist Ortsbeauftragter vom Technischen Hilfswerk in Wittenberge.

Frühzeitig Kinder gewinnen

Eine ebenso wichtige Rolle spielt derzeit die Integration von geflüchteten Menschen in den Vereinen. „Wir werden damit immer wieder konfrontiert“, berichtete Christian Kube, Vorsitzender des Kreisportbundes Prignitz. „Das ist immer noch eine große Hürde, obwohl es für uns als Vereine immer wichtiger wird, Nachwuchs zu finden“.

Es sei erforderlich schon früh für solche ehrenamtlichen Aktionen und Möglichkeiten Werbung zu machen. „Mit Projekten zum Thema wollen wir schon frühzeitig Kinder und Jugendliche an solche ehrenamtlichen Möglichkeiten heranführen, dazu gehen wir auch in die Schulen“, informierte Roy Hartung, Vorsitzender der Wirtschaftjunioren des Kreisverbandes Prignitz. „Sei es ehrenamtlich oder beruflich, man muss bei der Arbeit Spaß haben, das versuchen wir zu übermitteln.“

Oft sehr schwierig, Fördergeld zu bekommen

Eine weitere Problematik ist die immer undurchsichtigere und kompliziertere Bürokratie, in der sich die Vereine und Organisationen zurechtfinden müssen. „Das ist für uns eine hohe Belastung, wobei wir manchmal auch überfordert sind“, sagt Christian Kube. Sei es beim Antragstellen von Fördergelder oder ganz einfach dem Anfertigen einer Steuererklärung. „Es wird immer komplizierter“, bestätigt auch Christian Richter vom Projekt zur Sanierung der Wunderblutkirche in Bad Wilsnack. Außerdem bemängelte er, dass das Miteinander zwischen dem Verein und der Verwaltung fehle. „Wir werden von der Verwaltung meist nicht als Partner gesehen, sondern direkt kritisiert, das ist oft merkbar“.

Weitere Themen folgten, die der Ministerpräsidenten interessiert aufnahm. Viele Ideen gibt es bereits für die Zukunft, um das Ehrenamt attraktiver zu machen. „Es ist keine Frage des Geldes. Wir werden noch mehr Geld bezahlen, wenn wir jetzt nicht handeln“, so Dietmar Woidke. Mit der Ehrenamtskarte und weiteren Ehrungen werden schon jetzt ehrenamtlich Engagierte in den Mittelpunkt gerückt und belobigt.

Von Marcus J. Pfeiffer

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