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Prignitz Ehrfurcht am Grab
Lokales Prignitz Ehrfurcht am Grab
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02:15 15.04.2017
Helga Wolter: „Kinder kommen mitunter besser mit dem Tod und der Trauer klar als Erwachsene.“ Quelle: Claudia Bihler
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Warnsdorf

Viele Stunden lang soll Jesus von Nazareth am Kreuz gelitten haben – schließlich, neun Stunden nach seiner Kreuzigung, habe er gerufen „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Jemand versuchte, dem Sterbenden am Kreuz noch zu trinken zu geben, nicht ohne einen Gottesbeweis herauszufordern: „Lasst sehen, ob Elia komme und ihn herabnehme!“ Den Tod des Jesus beschreibt das Evangelium dann aber mit einem knappen Satz: „Aber Jesus schrie laut und verschied.“

Am morgigen Karfreitag gedenken die Christen mit einem strengen Fastentag dem Leiden ihres Gottessohnes – nicht ohne, bereits die Hoffnung der Auferstehung vor Augen. Der Jude Joseph von Arimathäa hatte den Leichnam des Jesus vom Kreuz genommen und nach jüdischem Brauch in einem Tuch in einem Felsengrab bestattet – weshalb im Christentum auch die Erdbestattung eingeführt wurde. Aber ob Feuerbestattung oder Erdbestattung – die heutigen Beerdigungszeremonien im christlichen Kulturkreis beziehen sich im Wesentlichen auf den Tod Jesus von Nazareths.

„Der dreimalige Erdwurf ist ein Symbol für die Taufe“, erläutert Helga Wolter, Pfarrerin in Rente, die meist bei ihren Enkelkindern in Warnsdorf anzutreffen ist. Im Notfall hat sie auch schon den Pfarrer von Meyenburg vertreten, unter anderem bei einem Gottesdienst in Halenbeck.

Der dreimalige Erdwurf symbolisiert die Taufe

Helga Wolter hat bereits ein Essay über Begräbniszeremonien veröffentlicht, und erläutert darin unter anderem den dreimaligen Erdwurf: „Dieser geht eigentlich auf die Taufe zurück“, sagt sie: „Der Apostel Paulus hat die Taufe mit einer Beerdigung verglichen.“ Wie Jesus aus seinem Felsengrab, so interpretierte der Apostel, würde der Mensch aus dem Wassergrab wieder aufstehen, um ein neues Leben – christliches Leben zu führen. Die Taufe sei damit ein Bild für das Begräbnis und die Auferstehung des Menschen. „Wenn sich Leute am Grab dann Erdreste von den Händen klopfen, wirkt das mitunter etwas seltsam“, sagt die Pfarrerin i.R..

Ohnehin plädiert sie für mehr Ehrfurcht vor dem Toten und den Angehörigen am Grab: „Es ist einfach unanständig, wenn sich erwachsene Trauergäste während der Trauerrede unterhalten. Kinder in ihrer Unschuld stören da wesentlich weniger.“

Mit Kindern über den Tod reden

Deshalb könne man mit Kindern auch über den Tod reden: „Viele akzeptieren die Aussage ihrer Eltern, dass der Tote nun im Himmel ist. Mitunter kommen sie besser mit dem Tod klar als Erwachsene. Sie gehen ja sogar später gerne mit auf den Friedhof oder beerdigen ihre Haustiere in einem Ritual, so dass sie ihren Erinnerungen an einem Grab nachhängen können.“

Zudem plädiert Helga Wolter auch dafür, bei Beerdigungen von dem Satz „Von Beileidsbezeugungen ist abzusehen“ zu überdenken: „Keiner erwartet von den Hinterbliebenen, dass sie ihre Trauer zurückhalten. Angst, Trauer, Weinen – das gehört dazu. Und die übrigen Trauergäste können so auch besser mit der Situation umgehen.“

Zurück ins Leben

Die Trauerfeier bei einer Beerdigung würde vor allem dazu dienen, die Zurückgebliebenen wieder ins Leben zurückzuführen. „Das Essen soll nicht nur den Körper, sondern auch die Seele stärken.“

Die Feier soll zudem der Erinnerung an den Toten dienen. Und zwar im Sinne eines Satzes von Johann Wolfgang von Goethe, der es für die Pfarrerin auf den Punkt bringe: „Was wir bergen in den Särgen ist der Erdenkleid, was wir lieben, ist geblieben, bleibt in Ewigkeit.“

Von Claudia Bihler

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