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Prignitz Ein Band voller Hochzeiten
Lokales Prignitz Ein Band voller Hochzeiten
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00:21 28.10.2017
Georg Grüneberg aus Lenzen hat inzwischen mehrere Schriften zur Bevölkerungsgeschichte der Mark Brandenburg veröffentlicht Quelle: Kerstin Beck
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Lenzen

Für diejenigen, die sich für das Abenteuer Familiengeschichte interessieren, existieren als aussagekräftigste Quellen die Kirchenbücher – aber wer kann die vielfach vergilbten und dann noch in deutschen Buchstaben geschriebene Schriften überhaupt noch lesen?

Georg Grüneberg aus Lenzen hat sich als Lebenswerk dieses Themas angenommen. Seit etlichen Jahren wertet der Genealoge Kirchenbücher aus und veröffentlicht seine Ergebnisse in seiner Schriftenreihe „Quellen und Schriften zur Bevölkerungsgeschichte der Mark Brandenburg“. Der erste, 1994 erschienene Band „Kolonistenverzeichnisse aus Landsberg/Warthe und Umgebung“, die den Zeitraum 1740-1788 betreffen, ist bereits vergriffen.

Auch der Bevölkerungsgeschichte der Westprignitz hat sich der Gelehrte gewidmet. Im Band 2 werden die „Trauregister aus den ältesten Kirchenbüchern der Westprignitz“ – betreffend das Gebiet Lenzen-Putlitz-Perleberg – behandelt. Ebenso wie im Folgeband, welches den Raum Wilsnack-Havelberg einnimmt, sind hier alle Trauungen der darin enthaltenen Orte von den Anfängen bis zum Jahre 1704, und zwar alphabetisch nach Namen aufgelistet.

Von Putlitz bis Cumlosen

Vor kurzem nun ist mit Unterstützung des Vereines für Geschichte der Prignitz sowie der Studienstiftung Uwe Czubatynski der letzte Band dieser Reihe erschienen: die „Trauregister aus den Kirchenbüchern der Westprignitz“ 1705-1750, betreffend das Gebiet Lenzen-Putlitz-Perleberg. Im 284 Seiten fassenden Band wird wohl jeder Suchende fündig: Aufgelistet sind nicht nur 40 Orte, die einst Kirchenbücher führten und die von der Lenzer Wische bis nach Wittenberge und von Putlitz bis hin nach Cumlosen reichen. Auch die Getrauten aus den Orten sind aphabetisch aufgeführt – mit ihren Berufen und mit ihren Eltern und Heimatorten. Ergänzt wird der Band mit einem Register aller irgendwie erwähnten Orte, auch jener, die außerhalb der Prignitz liegen. Dazu gehört noch ein umfangreiches Register der Familiennamen, und erstmals hat sich der Autor auch an ein Beruferegister herangewagt.

Berufe, die es nicht mehr gibt

„Schließlich sind in den Kirchenbüchern auch Berufe angeführt, die es heute längst nicht mehr gibt, und von denen man sich kaum noch eine Vorstellung machen kann“, meint dazu Georg Grüneberg. Wer weiß denn schon, dass mit einem „Schulcollega“ ein Lehrer und mit einem „Collegen tertianus“ ein „dritter“ Lehrergemeint sind? Berufsbezeichnungen wie Krüger, Leineweber, Schäfer, Müller, Schneider, Schulmeister und Schul(t)ze zeigen dagegen die übliche Verteilung von Berufen, die es auch im dörflichen Bereich gegeben hat. Weinhändler, Weiß- und Kuchenbäcker, Stadtmusicus und Stadtsecretair wird man dagegen auf dem platten Land vergeblich suchen.

Warum ist dieses Trauregister nun der letzte Band in der Reihe? „Nach 1750 gab es eine derartige Bevölkerungsexplosion, dass zum Beispiel allein für die Zeit bis 1800 ein Band nicht mehr ausreichen würde“, erklärt der Lenzener Genealoge.

Der Prignitzer Stadtmensch im 17. Jahrhundert

In der Trauregister-Reihe gibt es übrigens noch eine weitere spannende Schrift, die 1999 erschien und noch im Handel zu haben ist: „Die Prignitz und ihre städtische Bevölkerung im 17. Jahrhundert“. Hier gibt es Dokumente, die im berühmten Landreiterbericht der Prignitz 1652 nicht zu finden sind, aber wertvolle Hinweise auf die Bevölkerung aller Prignitzer Städte im 17. Jahrhundert – ausgenommen Meyenburg und Wittenberge – geben: Musterungsrollen, Feuerstellenverzeichnisse und Bürgerregister.

Zu beziehen ist der Band zum Preis von 24,40 € mit der ISBN- 978-3-9810628-6-1 im Buchhandel, aber auch beim Verfasser Druckerei & Verlag Georg Grüneberg, Finkenbergstraße 6, 19309 Lenzen oder bestellbar unter der E-Mail-Adresse genealogie@gruenerg-lenzen.de.

Von Kerstin Beck

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