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Ein Bauer durch und durch

Der 70. Ehrenamtler des Monats ist Paul Stets / Auszeichnung bis zuletzt geheimgehalten Ein Bauer durch und durch

Die Zusammenkunft am MIttwoch in der Geschäftsstelle des Kreisbauernverbandes in Perleberg glich einem Verschwörer-Treffen, alle waren eingeweiht in ein Geheimnis, nur Paul Stets nicht - bis es schließlich gelüftet wurde.

Perleberg. Albrecht Gerber, Chef der Staatskanzlei in Potsdam, wollte den 75-Jährigen mit der Auszeichnung als Ehrenamtler des Monats überraschen - und dies ist ihm auch geglückt. Wie er ausführte, sei es schon manchmal gelungen, die Ehrung bis zuletzt vor dem Betreffenden geheimzuhalten. Am Mittwoch habe es wieder einmal geklappt.

Seit 2007 wird die Auszeichnung vergeben, berichtete der Staatssekretär. Paul Stets ist der 70. Ehrenamtler des Monats, der mit einer Dankesurkunde bedacht wurde ‒ unterschrieben von dem neuen Ministerpräsidenten Dietmar Woidke. Paul Stets erhielt eine der ersten Urkunden mit dessen Unterschrift.

Die Ehrung begründete Albrecht Gröber mit dem langjährigen ehrenamtlichen Engagement Pauls Stets’ als Vertreter der Bauernschaft. Der Erhalt eines lebensfähigen ländlichen Raums sei ihm ein Anliegen.

Bei der Jubiläumsehrung erinnerte Gerber an den Lebensweg des aktiven Pensionärs, der in Retzin in der Gemeinde Groß Pankow wohnt. Vor allem sein Engagement seit der Wende würdigte der Staatssekretär. "Paul Stets ist ein Bauer durch und durch. Er war immer vorneweg, wenn es galt, Neues zu wagen und die Menschen dafür zu begeistern. So war er 1990 nicht nur Mitbegründer des Genossenschaftsverbandes Perleberg, sondern wurde auch zum Vorsitzenden gewählt. Ein Jahr später schon begleitete er die Fusion des Genossenschaftsverbandes mit dem Kreisbauernverband Perleberg. "So einer wie Paul Stets bekam das Vertrauen, weil er es sich erarbeitet hat", betonte Gerber. So sei es auch bei den Landsenioren, die Stets seit 2007 als Vorsitzender führt. In diesem Jahr feierte die Vereinigung ihr 15-jähriges Bestehen. Mit 340 Mitgliedern stellten die Prignitzer Senioren den größten Zusammenschluss im Land. Es werden Vorträge, Tagesfahrten und Betriebsbesichtigungen organisiert.

Gerber fasste den Einsatz des nimmermüden Ehrenamtlers mit den Worten zusammen: "Paul Stets hat die Landwirtschaft immer besonders am Herzen gelegen. Von seinen Mitstreitern und Wegbegleitern wird er als eine Art Mediator geschätzt ‒ er hat immer vermittelt und ist trotz schwieriger Situationen ruhig und sachlich an die Dinge herangegangen. Er bringt sich für andere ein. Er ist ein Vorbild."

Albrecht Gerber verwies darauf, dass Zehntausende sich in Brandenburg ehrenamtlich engagieren. Ihre Tätigkeit sei wichtig für den Zusammenhalt der Gesellschaft, sie seien in allen Bereichen zu finden. "Ohne sie wäre Brandenburg ärmer", fügte er hinzu.

Zum Gratulieren kamen auch Udo Folgart, Präsident des Landesbauernverbandes, Sabine Kramer, Zweite Beigeordnete des Landrats, Lothar Pawlowski, Vorsitzender der Kreisbauernverbandes, sowie der Landtagsabgeordnete Thomas Domres (Linke).

Nachdem die Lawine guter Wünsche über ihn hinweggerollt war, fasste sich Paul Stets: "Ich bin doll überrascht, habe aber gemerkt, dass etwas in der Luft liegt." Eigentlich war er gestern auf dem Weg zur Präsidiumssitzung der Landsenioren in Kassel. Er wurde jedoch von Sabine Kramer zu einer Besprechung in die Kreisverwaltung eingeladen, seine Frau habe ihm gesagt, er solle einen Anzug anziehen. Warum, wollte er wissen. "Frag nicht so viel", hatte sie darauf entgegnet. Sehr viele Menschen engagieren sich, meinte Paul Stets. Sie machen das aber nicht wegen einer Urkunde, sondern weil es ihnen Freude bereite. Sie engagieren sich unauffällig, oft werde es nicht bemerkt.

Bis zu seinem 67. Lebensjahr habe er in der Landwirtschaft gearbeitet; er habe sich immer für die Menschen eingesetzt, die in der Landwirtschaft arbeiten. Die Landwirtschaftsbetriebe hätten auch schon vor der Wende das Dorfleben gefördert. So finanzierten sie den Straßenbau in Retzin und Rohlsdorf. Paul Stets merkte an, dass er seit 1966 als Gemeindevertreter tätig war. Nach der Wende habe es lange gedauert, bis der Kreisbauernverband, den er viele Jahre führte, akzeptiert wurde. "Aber es wurde geschafft."

Paul Stets erhielt neben der Dankesurkunde einen hochwertigen Füllfederhalter mit der Gravur "Engagiert für Brandenburg".

Von Michael Beeskow

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