Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Ein Fahrzeug für Florian

Erfolgreiche Spendeaktion für Familie Seifert aus Vehlow Ein Fahrzeug für Florian

Da hat einmal eine Spendenaktion richtig gut funktioniert: Familie Seifert aus Vehlow hat jetzt das passende Fahrzeug zum Transport ihres schwerbehinderten Sohnes. Für den behindertengerecht ausgebauten Van kam exakt die benötigte Summe zusammen.

Voriger Artikel
Ein Dorf geht in die Luft
Nächster Artikel
Pritzwalk lässt Smileys den Verkehr zählen

Autohändler Bernd Lehmann (Mitte) übergab mit Spenden finanzierte Auto am Wochenende an die Familie Seifert.

Quelle: PRIVAT

Vehlow. Das war eine Punktlandung: „Die Spendensumme lag genau drei Euro über dem, was das Auto gekostet hat“, freute sich Bernd Lehmann. Denn die Hilfsaktion für die Familie Seifert aus Vehlow (Gemeinde Gumtow) ist jetzt erfolgreich zu Ende gegangen – am Sonnabend übergab Autohändler Lehmann das fertige Fahrzeug im mecklenburgischen Silz an die Familie, die ein behindertengerechtes Fahrzeug zum Transport ihres Sohnes Florian benötigte, aber selbst nicht hätte bezahlen können. Zur Überraschung der Seiferts gab es in Silz noch einen richtig großen Bahnhof für sie. Viele Spender und Unterstützer der Aktion waren gekommen, um bei der Übergabe dabei zu sein. Dank einer weiteren Spende sind jetzt sogar die Kosten für die Zulassung des Wagens finanziert. Bernd Lehmann hat obendrein organisiert, dass das amtliche Kennzeichen die Initialen des seit seiner Geburt schwerstbehinderten, aber trotzdem immer fröhlichen Jungen trägt.

Nun dürfen Denny und Julia Seifert einen Van der Marke Citroën ihr Eigen nennen, der im Autohaus Uecker für ihre Zwecke umgebaut wurde. Florians Mutter Julia Seifert ist begeistert: „Das ist total toll, dass das so geklappt hat“, erklärte sie, „wir freuen uns über das Auto und über seine Größe“. Es ist jedenfalls ein großer Unterschied zu dem alten Kleinwagen, mit dem die Seiferts ihren Sohn bisher transportiert hatten und nicht mehr lange hätten transportieren können. „Es ist sogar ein bisschen mehr in der Ausstattung geworden“, ließ Lehmann wissen. Es handelt sich um einen Diesel, der aber auch genug Leistung hat. Auf Wunsch der Familie ist er mit einem Automatikgetriebe ausgestattet. Dazu kommen zwei Schiebetüren, Armlehnen, Parkhilfe und Navigation.

Viele Spender kamen aus Bernd Lehmanns Umfeld in Mecklenburg, aber auch in der Prignitz hatte der Spendenaufruf Erfolg. So beteiligte sich zum Beispiel die Firma Kämmerer aus Pritzwalk daran. Lehmann und die Seiferts freuten sich insbesondere über viele kleine Privatspenden, die auf dem von der Gemeinde Groß Pankow zur Verfügung gestellten Konto eingegangen sind – auch aus der dortigen Gemeindeverwaltung. Und ganz zum Schluss steuerte auch noch die Bundestagsabgeordnete Kirsten Tackmann (Linke) einen Betrag bei. Aber egal, wer gespendet hat – Julia Seifert ist allen dankbar. Immerhin etwa 22 000 Euro mussten bei der Aktion zusammenkommen, die seit Februar lief. Damals gab es eine Zusage für eine ­Förderung von 3000 Euro aus Mitteln der Aktion „Ein Herz für Kinder“. Die mussten allerdings innerhalb einer zeitlichen Frist abgerufen werden. Daher musste innerhalb eines halben Jahres der Gesamtbetrag eingeworben werden oder eine Struktur zur Finanzierung des Fahrzeugs gefunden werden.

Da kam Bernd Lehmann ins Spiel, der zum einen im Autohaus Uecker in Silz arbeitet – das Autohaus hat auch in Pritzwalk eine Niederlassung – zum anderen aber auch Radextremsportler ist. So durchquerte Lehmann Anfang Juli auf dem Rennrad in 53 Stunden ohne Pause Deutschland von der dänischen Grenze bis zur Zugspitze und sammelte von den Sponsoren seiner Aktion auch Spenden für einen guten Zweck. Da bot es sich an, die Familie Seifert zu unterstützen und nicht nur Spenden zu sammeln, sondern auch das passende Fahrzeug zu organisieren. Das tat er gleich nach seiner Tour, als sich schon abzeichnete, dass nicht mehr so viel Geld fehlen würde.

Durch den notwendigen Umbau des Wagens zog sich die Angelegenheit noch etwas in die Länge. Dafür aber kann sich das Resultat sehen lassen. „Für uns bringt das deutliche Erleichterungen mit sich“, freut sich Julia Seifert. Das wird sie insbesondere spüren, wenn im kommenden Jahr Florian in die CJD-Schule in Hoppenrade (Gemeinde Plattenburg) eingeschult wird – ein Transport mit Rollstuhl und dann über eine Entfernung von 30 Kilometern wäre mit dem alten Fahrzeug nicht mehr zu machen gewesen.

Von Bernd Atzenroth

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Prignitz

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg