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Prignitz Ein Hauch von Spanien im Schloss
Lokales Prignitz Ein Hauch von Spanien im Schloss
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00:19 04.10.2017
El Alemán spielte Gitarre. Quelle: Andreas König
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Meyenburg

Spätestens bei „Guantanamera“ gibt es kein Halten mehr. Die Zuhörer im Modemuseum Meyenburg klatschen begeistert mit, als El Alemán alias Jens-Peter Kruse seiner Gitarre die typischen spanisch-lateinamerikanischen Klänge entlockt und Karola Nitsch mit ebenso kräftiger wie gefühlvoller Stimme den Text des „bekanntesten lateinamerikanischen Liedes der Welt“ intoniert.

Virtuoses Gitarrenspiel, flehender Gesang

Das Programm von El Alemán und Karola Nitsch nennt sich „Gipsy Fiesta“. Damit ist ganz gut beschrieben, was die Zuschauer erwartet. Roma-Lieder aus Osteuropa und vom Balkan, ergänzt von spanischen Balladen oder auch von Eigenkompositionen aus der Feder des ausgebildeten Gitarristen Kruse. Kaum sind die Augen des Musikers unter der Hutkrempe auszumachen. Den Kopf gesenkt, entlockt er seinem Instrument die fantastischsten Akkorde. Seine Finger tanzen über die Saiten des Instruments, mal flüchtig wie der Hauch eines Schmetterlingsflügels, mal energisch wie ein Donnerschlag. Karola Nitsch aus Berlin ergänzt das virtuose Gitarrenspiel mit Liedern der Roma. Die Leidenschaft des fahrenden Volks drückt sich mit flehendem Vibrato aus oder lebt von der Wiederholung der Phrasen in immer größerem Tempo. Doch auch die Melancholie wohnt in diesen Liedern. Dazu bedarf es gar keiner großen Erklärungen, auf die beide Künstler auch nur in seltenen Fällen zurückgreifen.

Die Hoffnung überwiegt

Es muss gar nicht „Nane Cocha“ aus dem Film „Das Zigeunerlager zieht in den Himmel“ sein, um die großen Gefühle zu beschwören. Auch ein Klagelied über das Verschwinden des Waldes und der Natur, die für die Roma mit dem Verlust der Freiheit verbunden sind, verfehlt seine Wirkung nicht. Alles in allem überwiegt jedoch die Lebensfreude im Programm. Eines der optimistischsten Stücke trägt El Alemán instrumental vor. Es heißt „La Esparanza“ – die Hoffnung.

Karola Nitsch sang. Quelle: Andreas König

Von Andreas König

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