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Ein Jahr Perleberger Bürgermeisterin

Annett Jura krempelte Verwaltung um Ein Jahr Perleberger Bürgermeisterin

Annett Jura übernahm vor einem Jahr die Amtsgeschäfte im Perleberger Rathaus. Vieles hat sich seitdem geändert. Die Verwaltungsstruktur hat sie neu geordnet, die Zuständigkeiten übersichtlicher gemacht. Ihre beiden Stellvertreter wie auch der Stadtverordnetenvorsteher werden viel mehr in die Arbeit einbezogen.

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An ihrem modern eingerichteten Arbeitsplatz: Annett Jura hat das Bürgermeisterin-Zimmer neu gestaltet.

Quelle: Michael Beeskow

Perleberg. „Wenn ich durch die Stadt gehe, kann ich es manchmal gar nicht glauben, dass ich hier in Perleberg Bürgermeisterin bin.“ Vor einem Jahr übernahm Annett Jura die Amtsgeschäfte im Rathaus, und obwohl die Aufgabe eines Stadtoberhaupts keinen Feierabend kennt, sagte sie: „Ich bin jeden Morgen total glücklich über meine Aufgabe.“ Die große Vielfalt liege ihr.

Es war am 2. März um 9 Uhr, als sich Annett Jura im Großen Sitzungssaal des Rathauses den Mitarbeitern der Stadtverwaltung erstmals vorstellte. „Ich habe allen versprochen, sie an ihrem Arbeitsplatz zu besuchen und sie persönlich kennenzulernen.“ Auch wenn es etwas länger gedauert habe, als sie ursprünglich hoffte, so habe sie ihre Versprechen doch eingelöst. Entstanden sei eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Aber sie sagt auch: „Der Start war ganz schwer.“ Beim früheren langjährigen Vizebürgermeister waren viele Verwaltungsaufgaben konzentriert. Ihm wurde vorgeworfen, auf seinem Dienst-PC pornografische Seiten aufgerufen zu haben. Nach Akteneinsicht habe sie sich für die fristlose Kündigung entschieden. Das sei kein Alleingang gewesen, die Stadtverordneten seien vielmehr in die Entscheidung einbezogen gewesen.

Neue Fachbereiche sind entstanden

Annett Jura hat die Verwaltung inzwischen neu, streng nach Fachbereichen geordnete. Die Zuständigkeiten sind klarer. Der Stadtbetriebshof wurde aus dem Bauamt ausgegliedert und ein eigenständiger Fachbereich. Ebenso sind Museum, Kultur und Tourismus jetzt ein eigenständiger Fachbereich, bislang war dieser Bereich dem Bürgermeister direkt unterstellt. Die Ausschreibung der Fachbereichsleiterstelle läuft derzeit. Das Hauptamt konzentriert sich als einer von fünf Fachbereichen nun auf die Fragen von Ordnung und Sicherheit.

Die Auseinandersetzungen in der Stadtverordnetenversammlung werden inzwischen wieder sachlich geführt. Als sehr gut bezeichnet Annett Jura das Verhältnis zu Frank Döring, dem Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung, der von der Linken gestellt wird, die Amtsvorgänger Fred Fischer unterstützte. Jede Sitzung der Stadtverordnetenversammlung bereite sie mit ihm eingehend vor. Repräsentationsaufgaben will sie verstärkt mit ihm teilen. So wird Frank Döring in diesem Jahr die Rede am 8. Mai zum Tag der Befreiung halten. Auch offizielle Begrüßungen wie bei der Lotte-Lehmann-Akademie würden sie abwechselnd übernehmen. Repräsentative Aufgaben sollen auch Kämmerin Ute Brüggemann und Bauamtsleiter Hagen Boddin, beide leiten auch die entsprechenden Fachbereiche, übernehmen, damit sie als erster und zweiter Stellvertreter auch von der Öffentlichkeit wahrgenommen werden.

Regelmäßige Bürgermeisterinsprechstunde

Wie im Wahlkampf angekündigt, legt Annett Jura großen Wert auf Bürgernähe. Seit wenigen Wochen gibt es eine Bürgersprechstunde , die sie im Wechsel mit Frank Döring wöchentlich anbietet. „Alles, was an uns herangetragen wird, wird auch bearbeitet“, erklärt die Bürgermeisterin. In der Sprechstunde findet sie mehr Zeit für die Belange der Bürger, als wenn sie deren Anfragen zwischen zwei Terminen einschiebe. Die Sprechzeiten werden auf der Homepage der Stadt veröffentlicht. Dort können Bürger auch den Terminkalender der Bürgermeisterin einsehen. „Unsere Homepage ist viel aktueller geworden“, sagt die Bürgermeisterin.

Perleberg ist inzwischen gut im Städte- und Gemeindebund vertreten. Die Bürgermeisterin arbeitet im Ausschuss für Bildung, Jugend, Kultur und Sport mit sowie im Ausschuss für Planungs- und Bauwesen, was hinsichtlich der Altstadtsanierung wichtig ist. Gestellt hat sie einen Antrag auf Mitgliedschaft im Landesschulbeirat, wo es um Fragen der Integration und Inklusion an Schulen und den Erhalt von Schulorten geht.

Von Michael Beeskow

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