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Ein Prignitzer Marken-Fuchs

Spezialität Knieperkohl im Kommen Ein Prignitzer Marken-Fuchs

Der Pritzwalker Gastwirt Horst Fenske hat den Knieperfuchs erfunden – eine Figur, die für den Knieperkohl wirbt. Die Prignitzer Spezialität aus Grünkohl, Weißkohl und blauem Markstammkohl erobert langsam auch die Gaumen von Touristen. Jetzt hat sich Horst Fenske den „Knieperfuchs“ als Marke schützen lassen.

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Horst Fenske und sein Knieperfuchs-Kostüm, mit dem er etwa auf Märkten die Prignitzer Spezialität präsentiert.

Quelle: Michael Beeskow

Pritzwalk. Wenn es um Knieper in der Prignitz geht, führt kein Weg an Horst Fenske vorbei. Er ist gewissermaßen die letzte Instanz. „Ich bin der Knieperfuchs“, sagt er. Seit einigen Tagen hat Horst Fenske dies sogar schriftlich. Eine Urkunde, gestempelt und unterschrieben vom Deutschen Patentamt in München, hängt in der Gaststube im „Deutschen Haus“ in Pritzwalk, das nun den Beinamen „Zum Knieperfuchs“ führt.

„Ich wollte die Marke für uns alle schützen“, berichtet Horst Fenske. Im Vorjahr tauchte in Perleberg auf dem Kniepermarkt eine Gestalt in einem Kostüm auf und nannte sich Knieperfuchs, so wie Horst Fenske. „Das war der Anstoß für mich zu handeln.“ Nun liegt der patentrechtliche Schutz der Marke vor, Horst Fenske ist erleichtert.

Der Gastwirt darf sich als Pionier oder auch Wegbereiter des Kniepers in der Prignitz verstehen. Das Prignitzer Nationalgericht, ein Gemisch aus Grünkohl, Weißkohl und blauem Markstammkohl, wurde in den Familien schon immer gegessen. Schon bei seiner Großmutter, die in Perleberg in der Artelleriestraße (heute Rudolf-Breitscheid-Straße) bis 1945 einen gut gehenden bürgerlichen Mittagstisch anbot, lernte Horst Fenske den Knieper schätzen. „Ich wollte Koch werden“, berichtet er über seinen Kindheitstraum. Das sei unmöglich, befanden die Eltern, denn Horst Fenske hatte schon als Kind eine Fischallergie.

Nach seinem Weggang aus Perleberg begann er 1964 als Kellner in der neu eröffneten Mitropa in Pritzwalk. Er arbeitete in verschiedenen Häusern, wie dem „Hotel Stadt Pritzwalk“ und dem „Volkshaus“. In diesem Haus war er auch als Lehrausbilder tätig. Als dann neben dem Kulturhaus die Gaststätte „Prignitzland“ eröffnet wurde, wechselte er dorthin. „Das war damals was ganz Feines. Es herrschte Weststandard, sogar Pommes gab es.“ Doch Knieper war auf keiner Speisekarte zu finden. Die Gäste fragten bei Horst Fenske nach, ob er ihnen Knieper nicht servieren könne. Sein Versuch, Knieper im „Prignitzland“ einzuführen, schlug fehl. „Silage kommt nicht in die Küche“, wurde ihm vom Chefkoch beschieden. Doch als Oberkellner hatte Horst Fenske auch seine Befugnisse und begann, selbst in der Küche Knieper für einige Gäste zuzubereiten.

„Knieper wurde in den Familien gegessen, aber nicht in der Gaststätte“, erinnert sich Horst Fenske. Es gab auch nirgends Knieper zu kaufen. Der Markstammkohl wurde in den Gärten für den eigenen Bedarf angebaut. Schließlich bekam Horst Fenske Kontakt zu einem Schönhager bei Pritzwalk, der Braunkohl, den blauen Markstammkohl anbaute. „Ich stelle Knieper selbst her“, sagte sich Horst Fenske. Dies geschah zunächst in seiner Neubauwohnung, wo er am Vormittag die Badewanne für die Knieper-Produktion nutzen konnte.

Horst Fenske sammelte alles rund um den Knieper, betrieb eigene Forschungen. So fand er heraus, dass der Kohlrabi eine vom blauen Markstammkohl abgeleitete Züchtung ist. Horst Fenske fasste sein Wissen zusammen, verfasste Texte. Es gibt heute Hefte zum Knieper, und auch die Pritzwalker-Knieperfibel ist ihm mitzuverdanken. Die Bezeichnung „Knieper“ hat der Pritzwalker Fremdenverkehrsverein patentrechtlich für die Prignitz schützen lassen.

Das Knieperkostüm, mit dem Horst Fenske bei öffentlichen Auftritten und schon vielen Veranstaltungen zu sehen war, ist übrigens nicht seine Erfindung. „Das Kostüm hat mir meine Schwester zum 65.Geburtstag geschenkt.“ Er fand gleich Gefallen daran, da man sich darin eine gewisse Narrenfreiheit erlauben kann. Und Horst Fenske kann sich nichts Passenderes als den Fuchs vorstellen. In ihm verbinden sich verschmitzte Schläue und Wissen.

Von Michael Beeskow

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