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Prignitz Ein Schmuckstück für den Bahnhof Mesendorf
Lokales Prignitz Ein Schmuckstück für den Bahnhof Mesendorf
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16:57 08.10.2018
Eingerahmt von Waggon und Dampflok strahlt das neue Empfangsgebäude am Bahnhof Mesendorf in der Sonne. Quelle: Stephanie Fedders
Mesendorf

Fast 50 Jahre nach seiner Stilllegung und dem Abriss erstrahlt das Bahnhofsgebäude der Prignitzer Kleinbahn am Haltepunkt Mesendorf (Stadt Pritzwalk) wieder in neuem Glanz. Vergangene Woche konnten die Arbeiten am Empfangs- und Nebengebäude außen abgeschlossen und nach innen verlagert werden. Dort geht es dieser Tage weiter mit den Estricharbeiten. Die Heizkörper hängen bereits an der Wand und die Elektroleitungen sind auch schon verlegt.

Firmen aus der Region konnten für die verschiedenen Gewerke gewonnen werden (MAZ berichtete). Doch bevor die los legten, war ehrenamtlicher Einsatz gefragt. Olaf Berg kann sich noch sehr genau an die Plackerei erinnern, die die Vereinsmitglieder im vergangenen Jahr mit dem Abputzen der alten Ziegelsteine auf sich genommen hatten.

Alte Ziegel aus der heimischen Ziegelei

„Eine Woche Knochenarbeit“ steckt in dem Mauerwerk, das bis 2017 die äußere Hülle eines Kuhstalls in Mesendorf bildete. Die Agrar GmbH fragte beim Verein an, ob Interesse an dem Baumaterial bestünde, und stieß sofort auf offene Ohren. Da die Steine mit großer Wahrscheinlichkeit aus der bis 1930 betriebenen Ziegelei unweit des Dorfes stammen, sind die neuen Gebäude tatsächlich „made in Mesendorf“.

Noch halten Verein und Handwerker an dem Ziel fest, die beiden Gebäude mit Beginn der Herbstdampftage am 27. Oktober nutzen zu können. Für den Verein und seine Gäste wäre das ein krönender Abschluss der Jubiläums-Saison, wenn die Einweihung der hübschen Häuser im Beisein der Besucher stattfinden könnte. Dann stünden im Nebengebäude barrierefreie sanitäre Anlagen für die Bahnfahrer zur Verfügung sowie im rund 35 Quadratmeter großen Empfangsgebäude Dusche, WC, Küche und Aufenthaltsraum für die Vereinsmitglieder. Dank des aufgebrachten Eigenanteils von 25 Prozent wird das Bauvorhaben mit 100 000 Euro aus EU-Fördermitteln finanziert.

Neue Unterkunft macht die Arbeit leichter

Auch abseits der Gleisanlagen hat sich etwas getan. In Sichtweite des Lokschuppens steht ein Mobilheim, dass der Verein geschenkt bekommen hat. „Es ist zwar schon 20 Jahre alt, aber nie bewohnt worden“, erzählt Olaf Berg, der genauso wie viele engagierte Mitglieder weite Wege in Kauf nimmt, um seinem Hobby nachzugehen.

Die lange Anfahrt und die ständige Suche nach einem Quartier – Berg kommt aus Berlin, andere Mitstreiter aus Neustrelitz oder Rostock – fällt durch die neue Unterkunft nicht mehr so stark ins Gewicht, hier können nämlich bis zu sechs Personen schlafen. Ein „Riesenschritt“ sei das, sagt Berg, der die Arbeit erheblich erleichtert und vielleicht für neue Mitstreiter attraktiver macht.

37 000 Euro als Spenden eingesammelt

Zu tun gibt es für die 25 aktiven Dampflokfreunde weiterhin mehr als genug. Auch der kombinierte Personen-Gepäckwagen mit Postabteil – wie alle Wagen ein Original aus dem Bestand der Kleinbahn – wartet auf seine Fertigstellung und Inbetriebnahme zur barrierefreien Beförderung. Dank der Resonanz auf die Spendenaktion sind rund 37 000 Euro zusammen gekommen, die in neue Drehgestelle investiert wurden. Weiter geht es außen an der Verkleidung und in der Innenausstattung, bevor der Wagen letztendlich noch lackiert werden muss. Olaf Berg hofft, dass alle Arbeiten bis zum Beginn des Fahrbetriebes im Mai 2019 erledigt sind.

Und dann steht da in Mesendorf ja auch noch ein echtes Schmuckstück, die Dampflok 99 46 44. Ihr sieht man an, dass sie 50 Jahre auf einem Sockel im Freien stand. Rahmen und Achsen seien zwar in Ordnung, weiß Berg, Kessel und Führerstand jedoch immer noch in einem völlig verrosteten Zustand. Ein Sachverständiger muss die Schäden begutachten. „Wir gehen davon aus, dass wir mit einer Reparatur auskommen“, hofft Vereinsmitglied und Lokführer Olaf Berg.

Von Stephanie Fedders

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