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Ein Stückchen Paradies

Lenzen Ein Stückchen Paradies

Die Elbe ist nicht nur Deutschlands längster Fluss, sondern auch eine einzigartige Landschaft. 20 Jahre ist es jetzt her, dass das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe von der Unesco ausgewiesen wurde. Das wurde mit einer Bootstour auf der Elbe gefeiert, an der Vertreter aller fünf Anlieger-Bundesländer teilnahmen und die auch im Prignitz-Ort Lenzen Halt machte.

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Ein Blick auf die Flusslandschaft von der Wasserseite aus.

Quelle: Kerstin Beck

Lenzen. Für viele Mitwirkende bedeutete der Tag eine enorme Vorbereitung im Vorfeld, aber für etliche Gäste, die dann der Einladung gefolgt waren, war es ein spannender Tag und ein hoffnungsvoller Ausblick auf die Zukunft: Mit einer Bootstour auf einem Fahrgastschiff wurde jüngst der 20. Jahrestag des Unesco-Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe begangen.

So länderübergreifend wie das Biosphärenreservat, das sich über fünf Bundesländer erstreckt, war auch die Tour. Beginnend im mecklenburgischen Dömitz, machte das Schiff im brandenburgischen Lenzener Hafen Halt. Dort hatte sich die Lenzener Naturwacht etwas einfallen lassen. Zusammen mit den Junior-Rangern der dortigen Grundschule gab es am Deich einen Info-Stand, „wo die Gäste ihre guten Wünsche für die Biosphären-Region auf einen Wimpel aufschreiben können“, erzählte Leiterin Ricarda Rath dazu.

Schifffahrt auf der Elbe zum 20

Schifffahrt auf der Elbe zum 20. Geburtstag.

Quelle: Kerstin Beck

Brandenburgs Minister für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft, Jörg Vogelsänger, hatte ebenfalls einen Wunsch: „Menschen sollen weiter leben in einer einzigartigen Natur.“ Wie diese einzigartige Natur vom Wasser her aussieht, sah nicht nur der Minister nun zum ersten Mal. Dazu gab es Informationen von Mitarbeitern der Biosphärenreservatsverwaltungen.

Aber es wurde auch einer zum Glück längst vergangenen Zeit gedacht. „Wer hätte vor über 30 Jahren, als auf der rechten Deichseite noch der Zaun stand und Flüchtlinge erschossen wurden, dass es noch einmal so kommt, dass wir hier friedlich aus Ost und West zusammen auf der Elbe fahren würden?“, war ebenso mehr als einmal zu vernehmen.

Dass das kleine Lenzen postalisch „Lenzen (Elbe)“ heißt, davon konnten sich die Gäste kurz nach der Abfahrt gen Schnackenburg überzeugen: Fast berührte der Fluss das in Wirklichkeit immerhin zwei Kilometer entfernte Städtchen, dessen drei prägnante Türme von Rathaus, Kirche und Burg fast zum Greifen nah erschienen.

Die „Elise“ machte in Lenzen Halt

Die „Elise“ machte in Lenzen Halt.

Quelle: Kerstin Beck

Bald darauf wurde das Gebiet der Deichrückverlegung sichtbar. Hier wurde elbaufwärts von Lenzen zwischen 2005 und 2008 der Deich in einem Abschnitt von mehr als sieben Kilometern bis zu 1,3 Kilometer in das Landesinnere verlegt und eine Neudeichlänge von über sechs Kilometern und damit mehr als 420 Hektar Überflutungsfläche geschaffen. Der Altdeich wurde an sechs Stellen geschlitzt. Mittlerweile sind Exkursionen der Naturwacht sowie der Biosphärenreservatsverwaltung bei Tagungen und anderen Anlässen in das Überschwemmungsgebiet ein fester Bestandteil ihres Programmes – und werden von interessierten Besuchern gern genutzt.

„Das ist inzwischen ein bundesweit beachtliches Projekt mit großer Bedeutung“, informierte Johannes Prüter die Zuhörer. Der promovierte Biologe und Honorarprofessor an der Universität Lüneburg ist seit zwölf Jahren Leiter des Biosphärenreservates Niedersächsische Elbtalaue und hat sich insbesondere mit seinen Schriften über Naturwälder in Niedersachsen und der Lüneburger Heide verdient gemacht.

Im niedersächsischen Schnackenburg wurden die Gäste von Bürgermeisterin Irene Brade begrüßt; vor Ort war auch ein TV-Team des Senders NDR, der seinen Bericht amselben Abend ausstrahlte.

In der jüngst sanierten Kirche des Ortes ging es dann, bevor „Elise“ wieder die Rücktour antrat, letztlich „zur Sache“. Die anwesenden Minister wurden gebeten, einen Ausblick auf die nächsten 20 Jahre des Biosphärenreservates zu geben.

Von weiterer nachhaltiger wirtschaftlicher Entwicklung und nachhaltigem Tourismus war da die Rede. Minister Jörg Vogelsänger meinte dazu: „Wir haben in dieser Region 260 Vogelarten; ich wünsche mir, dass diese noch in 20 Jahren da sind, aber auch, dass die Menschen hier wohnen bleiben!“

Mit zu den Besuchern zählte auch Horst Möhring aus Lenzen, der als langjähriger Chef der Firma Grünlandwirtschaft Lenzen (GWL) mit seinen nachhaltigen Projekten nicht nur Attraktionen für den Tourismus geschaffen, sondern auch damit viele Lenzener in Lohn und Brot gebracht hatte. „Diese Tour heute hat mich davon überzeugt, dass unsere Entscheidung vor 20 Jahren richtig gewesen ist.“

Von Kerstin Beck

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